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Arnold Zweig zum fünfzigsten Todestag

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Edited By Krzysztof Kłosowicz

Dieses Buch umfasst Studien zum Leben und Werk des in der schlesischen Stadt Glogau geborenen Schriftstellers Arnold Zweig. Ziel der Veröffentlichung ist es, des ein wenig in Vergessenheit geratenen Autors fünfzig Jahre nach dem Tod zu gedenken und seinen umfangreichen Nachlass im Lichte der literatur- bzw. kulturwissenschaftlichen sowie komparatistischen Fragestellungen wieder in den Fokus der Diskussion zu stellen. Daher bietet das Buch sowohl einen Überblick über den aktuellen Forschungsstand als auch eine Fülle an neuen Forschungsanstößen.

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Krzysztof Kłosowicz: Bilder der Jugend: Arnold Zweigs schlesische Jahre

Bilder der Jugend: Arnold Zweigs

schlesische Jahre

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Krzysztof KłosowiczUniwersytet Śląski (Katowice)

Zweigs schlesische Jahre waren mit drei Städten verbunden: Glogau (Kinderjahre, 1887–1896), Kattowitz (Schuljahre, 1896–1907) und Breslau (Studienjahre, 1907–1908). In seinen Aufsätzen äußerte sich Zweig mehrmals über vertraute Orte, Personen und Ereignisse der Jugendzeit. Zu seiner Geburt in der niederschlesischen Stadt Glogau (polnisch: Głogów) merkte er kurz an:

Es war mir keineswegs recht, am zehnten November 1887 mittags 12 Uhr den behaglichen überwölbten Kinderteich mit der Festung Glogau zu vertauschen, mitten im Winter, wie man sagen kann, wenn man das damalige schlesische Klima in Betracht zieht. Mein Leben begann also damit, daß ich zu Festung verurteilt wurde.1

Der damals militärische Charakter der Stadt kommt in Zweigs Erinnerungen an mehreren Stellen zu Wort. Seinen Berichten kann man entnehmen, dass der Blick von uniformierten Soldaten an öffentlichen Orten zum Alltag gehörte:

Immer wieder zogen größere und kleinere Gruppen preußischer Soldaten durch die Straßen Glogaus, in dunkelblauen Uniformröcken und schwarzen Hosen, schwarze Helme mit goldenem Adler und goldenen Spitzen oder Knöpfen auf dem Kopfe und kurze Seitengewehre oder lange Säbel am Gurt.2

Oder:

In den Straßen jener Stadt begegnete mein Kinderwagen sehr vielen Soldaten, die auf dem Umweg über unsere Dienstmädchen wahrscheinlich unauslöschlichen Anteil an meiner Erziehung hatten.3

Die Festungsbauten bildeten eine Kulisse für den liebsten Zeitvertrieb einer Kindergruppe, zu der auch Arnold...

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