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Arnold Zweig zum fünfzigsten Todestag

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Edited By Krzysztof Kłosowicz

Dieses Buch umfasst Studien zum Leben und Werk des in der schlesischen Stadt Glogau geborenen Schriftstellers Arnold Zweig. Ziel der Veröffentlichung ist es, des ein wenig in Vergessenheit geratenen Autors fünfzig Jahre nach dem Tod zu gedenken und seinen umfangreichen Nachlass im Lichte der literatur- bzw. kulturwissenschaftlichen sowie komparatistischen Fragestellungen wieder in den Fokus der Diskussion zu stellen. Daher bietet das Buch sowohl einen Überblick über den aktuellen Forschungsstand als auch eine Fülle an neuen Forschungsanstößen.

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Jasmin Sohnemann: „[…] wie durch den Namen, auch innerlich verbunden durch den Willen anständig zu wirken.“ Arnold Zweig und Stefan Zweig

„[…] wie durch den Namen, auch innerlich

verbunden durch den Willen anständig zu

wirken.“ Arnold Zweig und Stefan Zweig

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Jasmin Sohnemann(Hamburg)

Im Januar 1940 schreibt Arnold Zweig an Stefan Zweig aus dem Exil in Haifa nach Bath in Großbritannien: „Die Vereinigten Staaten von Europa kommen in einer oder der anderen Form, und wir werden noch imstande sein, ohne Visa, wie vor dem Weltkrieg, einen grossen Teil unseres kleinen Erdteils zu durchreisen.“1 Dieser Brief, in dem er zumindest mit Blick auf die innereuropäische Personenfreizügigkeit nicht falsch lag, auch wenn er selbst sie nicht mehr erleben würde, markiert das Ende des kaum bekannten Briefwechsels zwischen den beiden jüdischen Schriftstellern. Er umfasst einen Zeitraum von gut zwanzig Jahren, beinahe exakt die Zwischenkriegszeit, und wird im Folgenden vorgestellt. Ein zweiter Schwerpunkt gilt dem Einsatz der Zweigs für ein friedlich vereintes Europa.

Die Ausführungen greifen auf mein 2018 erschienenes Buch über die Beziehungsgeschichte, das publizistische Engagement und die literaturwissenschaftliche Rezeption von Arnold Zweig und Stefan Zweig zurück.2 Ausgehend von der bei beiden Schriftstellern spätestens seit 1918 ausprägten Zielsetzung, als geistig-moralischer Führer zu wirken, werden in dieser Studie ihre Haltungen zu Judentum und Zionismus, Parlamentarismus, Pazifismus, Europa oder zur Sowjetunion im Zeitverlauf gegenübergestellt. Das Untersuchungskorpus enthält vorwiegend weniger bekannte, zum Teil nicht nachgedruckte publizistische Beiträge. Auch der überwiegend unveröffentlichte Briefwechsel wurde erstmals einer grundlegenden Betrachtung unterzogen.

Der Kontakt zwischen den Schriftstellern begann im November 1919, nachdem Arnold Zweig – er war damals 32 Jahre alt und lebte am Starnberger See – einen für...

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