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Rumäniendeutsche Seinszusammenhänge und weitläufigere Bezüge

Literarische Kommunikation in der deutschsprachigen Literatur Rumäniens - das Fallbeispiel Joachim Wittstock

Edited By Maria Sass, Olivia Spiridon and Stefan Sienerth

Dieser Band beleuchtet am Einzelbeispiel des in Hermannstadt/Sibiu lebenden Schriftstellers Joachim Wittstock größere Zusammenhänge der deutschen Minderheitenliteratur in Rumänien. Einblicke in biografische Episoden, persönliche Erinnerungen an den Autor und Analysen seines Werkes wie des sozio-kulturellen Umfeldes bestimmen die thematische Breite dieser Veröffentlichung. Literaturwissenschaftler aus Deutschland und Rumänien, darunter viele Weggefährten und Freunde Joachim Wittstocks, nehmen den 80. Geburtstag des Schriftstellers und Literaturhistorikers zum Anlass, ein erhellendes Licht auf sein Werk und auf den deutschen Literaturbetrieb in Rumänien in den 1970er und 1980er Jahren zu werfen. Sie zeigen Möglichkeiten und Mechanismen auf, wie eine Minderheitenliteratur in einer der repressivsten kommunistischen Diktaturen Osteuropas unter schweren Bedingungen fortbestehen und grenzübergreifende literarische Netzwerke aufrechterhalten konnte. Und nicht zuletzt schildern sie, unter welchen Bedingungen ihre Akteure lebten, schrieben, miteinander kommunizierten und dem Druck der Zensur Widerstand leisteten.

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Carmen Elisabeth Puchianu (Kronstadt/Braşov): Im Zeichen der Zeitgenossenschaft

Im Zeichen der Zeitgenossenschaft

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Carmen Elisabeth Puchianu (Kronstadt/Braşov)

Abstract: Joachim Heinrich Wittstock, the most representative author of contemporary German literature written in Romania, who chose to live and write in Romania, celebrates his 80th birthday anniversary on August the 28th, a more than good reason to ponder over his person and literary oeuvre and delineate a portrait based mostly on previous essays as well as on personal acquaintance and mutual literary experience.

Keywords: Joachim Heinrich Wittstock, writer’s portrait, literary experience.

Im Frühjahr 1984 ist man einander zum ersten Mal in Fleisch und Blut in Kronstadt begegnet. Dem damals schon namhaft gewordenen Epiker wurde der von der Wochenschrift Karpatenrundschau gestiftete Silberdistel-Literaturpreis für die beste Erstveröffentlichung des Jahres 1983 (Fazit) verliehen, während meine Wenigkeit den Förderpreis derselben Publikation für einen ebenfalls erstveröffentlichten Gedichttext (Englishteacher in the Countryside) verliehen bekam.1 In der Erinnerung erscheint Joachim Wittstock als hochgewachsener, schlanker Mittvierziger in dunkelgrauem Anzug zu weißem Hemd und dunkelgrauer Krawatte. Seine dunkelgerahmte rechteckige Brille unterstreicht seine Ernsthaftigkeit und seine Scheu. Er hält sich etwas im Hintergrund des Redaktionsraumes auf, den ich damals in Begleitung meiner Mutter betrete. Er kommt uns einige Schritte entgegen, beugt sich leicht vor und begrüßt zuerst meine Mutter, danach auch mich, nachdem ich ihm als die Schreibende vorgestellt werde. Er nickt dazu und zieht sich gleich wieder ein paar Schritte zurück. Vor Aufregung bringe ich kaum mehr als ein Kopfnicken zustande. Und auch nach der Ehrung...

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