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Bildnis der Arbeit

Emotionen, Werte und Einstellungen zur Integration: Eine Mixed Methods-Untersuchung zur Repräsentation und Wahrnehmung des visuellen Arbeitsmarktdiskurses in österreichischen Medien

Andreas Schulz

Die Themen ‚Flucht und Asyl‘ dominieren seit dem langen Sommer der Migration 2015 die Nachrichtenagenda. Neben den stereotypisierten entmenschlichenden Massendarstellungen der frühen visuellen Berichterstattungen ist von besonderem Interesse, inwiefern Geflüchtete im Zuge der Arbeitsmarktintegration 2015 bis 2018 dargestellt werden. Anhand eines Mixed Methods Designs, einer visuellen Diskursanalyse und einem Online-Experiment, sollen idealtypische Repräsentationen extrahiert und die emotionalen Wirkungen auf die Mediennutzer*innen untersucht werden. Es wird deutlich, dass vor allem anzugtragende, weiße und männliche Politiker den Diskurs dominieren. Soziodemografische Aspekte haben keinen signifikanten Einfluss auf die Wahrnehmung von Integrationsmaßnahmen auf dem Arbeitsmarkt, wohingegen der Kontakt mit Flüchtlingen eine negative Wirkung hat.

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I EINLEITUNG

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„Unsere Gesellschaft ist gespalten und die Welt ist aus den Fugen geraten – über diese Feststellung herrscht fast Einigkeit. Einigkeit wird selten erreicht und dies ist sehr bemerkenswert.“ (El-Mafaalani 2018: 13)1

„Sie [die Medien, die die größte Reichweite haben, Anm. A.S.] geben damit den Ton dessen an, was sagbar ist. Es war, wie bei so vielem, in der letzten Zeit die Flüchtlingsfrage, die den Aufhänger dafür geliefert hat, wie selektiv Medien über die Gesellschaft berichten.“ (Nassehi 2018a: 4)

Besonders die rezente humanitäre Krise stellt für Europa eine der kritischsten Entwicklungen seit dem Ende des kalten Krieges dar (vgl. Dell’Orto 2019: 216). Diese betreffen im Kern den gesellschaftlichen Zusammenhalt, wie beispielsweise die kontrovers geführte Debatte über Zuwanderung und den vermeintlichen Wertewandel verdeutlicht (vgl. Verwiebe et al. 2019: 260). Journalist*innen spielen in der Bereitstellung und Verbreitung von Nachrichten und der Analyse von Dynamiken, die für die Öffentlichkeiten von Interesse sind, eine zentrale Rolle (vgl. ebd.). Ausgehend von einem normativen Standard für eine „adäquate“ Berichterstattung in einem demokratischen politischen System (vgl. Althaus 2012)2, ist der Umgang mit polarisierenden Themen, wie die der „Flüchtlingskrise“, ←13 | 14→essentiell für einen ausgewogenen und sachlichen gesellschaftlichen Diskurs. Einer Analyse der APA-DeFacto zufolge dominierte das Thema Flucht und Asyl die 2018er Berichterstattung in den österreichischen Print- und Onlinemedien erneut mit 26.788 Meldungen (vgl. APA 2018). 2017 waren es noch 30.516 Beiträgen und damit ein deutlich präsenteres Thema als...

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