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Teilhabe braucht Rehabilitation

Blicke zurück in die Zukunft

Edited By Helga Seel

Die Bundesarbeitsgemeinschaft für Rehabilitation e. V. (BAR) ist der Zusammenschluss der Rehabilitationsträger. Seit 1969 fördert sie im gegliederten Sozialleistungssystem die Teilhabe von Menschen mit Behinderungen. Die BAR koordiniert und unterstützt das Zusammenwirken der Reha-Träger, vermittelt Wissen und arbeitet mit an der Weiterentwicklung von Rehabilitation und Teilhabe. Ihre Mitglieder sind die Träger der Gesetzlichen Renten-, Kranken- und Unfallversicherung, die Bundesagentur für Arbeit, die Bundesländer, die Bundesarbeitsgemeinschaft der Integrationsämter und Hauptfürsorgestellen, die Bundesarbeitsgemeinschaft der überörtlichen Träger der Sozialhilfe, die Kassenärztliche Bundesvereinigung sowie die Sozialpartner.

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Rehabilitation und Teilhabe

Rehabilitation und Teilhabe

Meilensteine 1969–2019

     BAR

     Sozialgesetzgebung

     gesellschaftliche Entwicklung

1969

Gründung der BAR

Am 6. Februar 1969 wird die BAR auf Initiative der Sozialpartner als „gemeinsame Plattform“ der Reha-Träger gegründet, um die Rehabilitation im gegliederten Sozialleistungssystem zu gestalten und sicherzustellen.

Hubertus Stroebel wird Geschäftsführer der BAR

1974

Reha-Angleichungsgesetz (RehaAnglG)

Das RehaAnglG strebt eine verbesserte Zusammenarbeit der Reha-Träger sowie ein zügiges und nahtlos ablaufendes Reha-Verfahren an. Das Ziel: Eine bessere Orientierung für Menschen mit Behinderungen im gegliederten System.

Schwerbehindertengesetz (SchwbG)

Das Schwerbeschädigtengesetz aus dem Jahr 1953 wird durch das Gesetz zur Weiterentwicklung des Schwerbeschädigtenrechts vom 24. April 1974 in Schwerbehindertengesetz umbenannt und mit Änderungen übertragen.

1975

Psychiatrie-Enquete

Der Bericht der Psychiatrie-Enquete, eine vom Bundestag beauftragte Sachverständigenkommission aus allen Bereichen der Psychiatrie, legt schwerwiegende Mängel bei der Versorgung psychisch kranker Menschen offen.

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1980

Werkstättenverordnung (WVO)

Die WVO definiert, wer Anspruch auf einen Werkstattplatz hat, bestimmt Aufgaben und Ausstattung der Werkstätten, die personelle Ausstattung und die Verwendung der finanziellen Mittel.

1981

Internationales Jahr der Behinderten

Die Generalversammlung der Vereinten Nationen ruft 1981 zum „Internationalen Jahr der Behinderten“ aus. Das Motto in Deutschland dazu: „Einander verstehen – miteinander leben!“ Der erste ehrenamtlich tätige Behindertenbeauftragte der Bundesregierung Hermann Buschfort spricht vor der UN- Vollversammlung.

1984

1. BAR Wegweiser für Ärzte

Die BAR ist Herausgeberin des Fachbuches „Die Rehabilitation Behinderter

– Wegweiser für Ärzte“, das im Deutschen Ärzteverlag Köln erscheint. Fast 50 Autorinnen und Autoren aus unterschiedlichen Fachdisziplinen haben daran mitgewirkt.

1985

Reha-Info

Der BAR-Informationsdienst Reha-Info erscheint das erste Mal und informiert über das aktuelle Rehabilitationsgeschehen. Die Reha-Info wird bis heute von etwa

5.000 Leserinnen und Lesern digital und als PrintVersion abonniert.

1987

1. Bundeskongress für Rehabilitation der BAR

Unter dem Motto „Rehabilitation – Herausforderung an alle“ findet der erste Bundeskongress der BAR vom 28.-30. April im Karlsruher Kongress und Ausstellungszentrum statt. Mehr als 250 Mitwirkende gestalten drei Plenarveranstaltungen und 39 Arbeitsgruppensitzungen.

1989

Internationales Paralympisches Komitee (IPC)

Das IPC wird in Düsseldorf gegründet und übernimmt seitdem alle vier Jahre die Organisation der weltweit wichtigsten Wettkämpfe für Sportlerinnen und Sportler mit Behinderung, die Paralympics.

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1991

2. Bundeskongress für Rehabilitation der BAR

Zum Thema „Rehabilitation – Zukunft 2000“ findet der zweite Bundeskongress vom 23.-25. Oktober im MesseKongressCenter Düsseldorf statt. Mehr als

2.600 Teilnehmende diskutieren in drei Plenarveranstaltungen und 20 Arbeits- gruppen über die zukünftigen Strukturen der Rehabilitation. Über 300 Personen wirken am Kongress mit.

1992

Bernd Steinke wird Geschäftsführer der BAR

1995

Soziale Pflegeversicherung

Mit dem SGB XI wird die Pflegeversicherung als neuer eigenständiger Zweig der Sozialversicherung eingeführt. Zugleich wird der Grundsatz „Reha vor Pflege“ etabliert.

1999

3. Bundeskongress für Rehabilitation der BAR

„Rehabilitation im Wandel“ ist das Motto des dritten Bundeskongresses, der vom 21.-23. April im Congress Centrum Suhl stattfindet. Insgesamt 1.700 Teilnehmende aus allen Bereichen der Rehabilitation, darunter Menschen mit Behinderungen und ihre Organisationen, aber auch internationale Fachleute beteiligen sich an den Diskussionen. Die Deutsche Bahn AG und die Stadt Suhl gestalten zu diesem Anlass den Suhler Bahnhof barrierefrei.

Deutscher Behindertenrat (DBR)

Der DBR wird als Aktionsbündnis von Verbänden chronisch kranker und behinderter Menschen in Deutschland gegründet. Zu seinen Aufgaben zählen: Sicherstellung der finanziellen Rahmenbedingungen für die Lebensgestaltung betroffener Menschen, Verbesserung notwendiger Dienste und Selbsthilfestrukturen, Abbau von Benachteiligungen und Diskriminierungen sowie Förderung der Teilhabe am gesellschaftlichen Leben.

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2000

GKV-Gesundheitsreformgesetz

Durch das GKV-Gesundheitsreformgesetz werden Gesundheitsförderung, Prävention und Rehabilitation gestärkt, insbesondere die Förderung von Selbsthilfegruppen und Patientenberatungsstellen sowie Leistungsverbesserungen in der Rehabilitation der GKV.

2001

Neuntes Buch Sozialgesetzbuch (SGB IX)

Mit dem SGB IX, das v.a. das vormalige SchwbG und das RehaAnglG ablöst, wird erstmals ein Gesetz geschaffen, das für alle Reha-Träger einheitlich geltende Rechtsvorschriften zur Rehabilitation und Teilhabe behinderter Menschen enthält. Die Sozial- und Jugendhilfeträger werden in den Kreis der Reha-Träger aufgenommen.

2002

Behindertengleichstellungsgesetz (BGG)

Das BGG regelt die Gleichstellung von Menschen mit Behinderungen im Bereich des öffentlichen Rechts (soweit der Bund zuständig ist) und ist ein wichtiger Teil der Umsetzung des Benachteiligungsverbotes aus Art. 3 Abs. 3 S. 2 Grundgesetz.

2005

Neue Begrifflichkeit

Der Begriff „Menschen mit Behinderungen“ ersetzt mehr und mehr den Begriff „Behinderte“. Während der Begriff „Behinderte“ Menschen auf ihre Behinderung reduziert, rückt die Formulierung „Menschen mit Behinderungen“ den Menschen

in den Mittelpunkt.

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2006

Allgemeines Gleichbehandlunggesetz (AGG)

Das AGG wird umgangssprachlich auch „Antidiskriminierungsgesetz“ genannt. Das AGG ist das einheitliche zentrale Regelungswerk in Deutschland zur Umsetzung von vier europäischen Antidiskriminierungsrichtlinien, die seit dem Jahr 2000 erlassen wurden.

Prof. Bernd Petri wird Geschäftsführer der BAR

Verabschiedung UN-Behindertenrechtskonvention (UN-BRK)

Zur vollen, wirksamen und gleichberechtigten Teilhabe von Menschen mit Behinderungen („Inklusion als Menschenrecht“) sieht die UN-BRK insbesondere angemessene Vorkehrungen als spezifische, auf den Einzelfall bezogene Maßnahmen vor, z. B. die Feststellung und Beseitigung von Zugangshindernissen und -barrieren. Als Völkerrecht im Rang einfachen Bundesrechts hat die UN-BRK

unmittelbare Rechtswirkungen auch in Deutschland. Umsetzungen erfolgen im Rahmen des Nationalen Aktionsplanes (NAP) der Bundesregierung und von Aktionsplänen der Landesregierungen sowie der Reha-Träger (z. B. DRV, DGUV).

2007

4. Bundeskongress für Rehabilitation der BAR

Unter dem Motto „Von der Rehabilitation zur Teilhabe – Zielperspektiven und zukünftige Entwicklungsmöglichkeiten“ findet der vierte Bundeskongress vom 7.-8. November im CongressCenter der Messe Nürnberg statt. Mehr als 800 Teilnehmende diskutierten in drei großen Plenarveranstaltungen und 14 Workshops über die aktuellen Weiterentwicklungserfordernisse in der Rehabilitation und Teilhabe für Menschen mit Behinderungen.

2008

BAR-Vereinsgründung

Die BAR wird ein rechtsfähiger eingetragener Verein und hat nun Arbeitgeberfunktion.

2012

Prof. Dr. Helga Seel wird Geschäftsführerin der BAR

2013

Kamingespräch BAR-RehaDialog

Seit 2013 treffen sich Spitzenvertreterinnen und -vertreter der BAR-Mitglieder einmal im Jahr zum „Kamingespräch BAR-RehaDialog“. Hier werden aktuelle Fragen sowie fachpolitische Themen auf Spitzenebene erörtert.

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2014

BAR-Fachgespräch (A trifft B)

Die BAR startet mit einer neuen jährlichen Veranstaltungsreihe. Das erste BAR-Fachgespräch unter dem Titel „Sozialversicherung meets Sozialhilfe – Gemeinsam auf dem Weg zur Teilhabe“ findet vom 6.-7. Februar in Münster statt.

Bundesbehindertenbeaufragte mit Handicap

Die blinde Sportlerin Verena Bentele wird die erste Beauftragte der Bundesregierung für die Belange von Menschen mit Behinderungen in Deutschland, die ein eigenes Handicap hat.

2016

Verabschiedung Bundesteilhabegesetz (BTHG)

Mit dem BTHG wird das SGB IX neu gestaltet, u. a. wird im neuen Teil 2 das Recht der Eingliederungshilfe aufgenommen. Weitere Neuerungen sind die Stärkung der Kooperation der Leistungsträger und Koordinierung der Leistungen zur Rehabilitation und Teilhabe. Zudem soll das Verfahren der Bedarfsermittlung, der Zuständigkeitsklärung und der Teilhabeplanung vereinheitlicht werden, so dass Leistungen „wie aus einer Hand“ erfolgen können. Die Änderungen sollen stufenweise bis zum 1. Januar 2023 in Kraft treten.

2018

Neue Aufbauorganisation der BAR-Geschäftsstelle

Die BAR-Geschäftsstelle hat sich weiterentwickelt und passt ihre Aufbauorganisation

an. Zum 1. Januar 2018 erfolgt die Einrichtung von Fachbereichen und Teams.

Neues Fachbuch für Ärzte und andere Gesundheitsberufe

Die BAR veröffentlicht das Fachbuch „Rehabilitation – Vom Antrag bis zur Nachsorge – für Ärzte, Psychologische Psychotherapeuten und andere Gesundheitsberufe“ im Springer-Verlag Berlin. Mehr als 100 Autorinnen und Autoren haben mitgewirkt.

2019

BAR Sachverständigenrat Partizipation

In seiner 100. Sitzung wird der Sachverständigenrat Behindertenverbände um Selbsthilfeorganisationen und Selbsthilfeverbände erweitert und in BAR Sachverständigenrat Partizipation umbenannt.

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