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Das musikalische Aufführungsrecht in Deutschland im 19. Jahrhundert

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Felix Rasch

Das Aufführungsrecht ist das erste unkörperliche Recht des Urheberrechts. Dessen Entstehung stellt diese Arbeit anhand der Gesetzesentwicklung von 1837 bis 1901 dar. Der Autor stellt fest, dass die deutsche Entwicklung des musikalischen Aufführungsrechts vergleichsweise langsam und spät erfolgte. So bezog sich die gesetzgeberische Diskussion zunächst nur auf das dramatische Aufführungsrecht, während die Schutzwürdigkeit musikalischer Werke noch nicht anerkannt war. Der Autor untersucht die Ursachen für diese späte Entwicklung anhand der gesellschaftlichen Vorbedingungen für ein musikalisches Aufführungsrecht. Dabei zeigt er insbesondere die Kausalität zwischen dem Bestehen eines öffentlichen Konzertwesens und einer lohnenswerten Rechteverwertung durch die Komponisten auf.

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G. Thesen

G. Thesen

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Wie dargestellt haben sich verschiedene Ereignisse sowie Umstände unterschiedlich auf die Art und Weise der Entwicklung und auf die inhaltliche Gestaltung des Aufführungsrechts ausgewirkt. Im Folgenden werden die Ergebnisse dieser Arbeit als Thesen zusammengefasst und kontextualisiert.

Zuletzt erfolgt eine Gesamtwürdigung der Ergebnisse (XII.)

Das musikalische Aufführungsrecht entwickelte sich in Deutschland, vor allem in Vergleich zu Frankreich, erst spät. Sowohl in der Rechtsentwicklung, als auch bei der Gründung einer Verwertungsanstalt, folgte die deutsche Entwicklung dem französischen Vorbild.

Auch Italien verfügte seit dem Jahr 1882 über eine Verwertungsanstalt, während auch in England die Aufführungsrechte erst im späten 19. Jahrhundert durchgesetzt werden konnten.

Im Folgenden sollen die Ursachen dieser späten Entwicklung des musikalischen Aufführungsrechts in Deutschland dargestellt werden.

Bis zur Gründung des Norddeutschen Bundes wurde die urheberrechtliche Gesetzgebung in Deutschland erheblich durch die Auseinandersetzung der verschiedenen Staaten des Deutschen Bundes beeinträchtigt.

Die wirtschaftliche Konkurrenz der 39 souveränen Partikularstaaten stand lange jedweder urheberrechtlichen Regelung, ausgehend vom Nachdruckverbot, im Weg.

Die Rivalität zwischen Preußen und Österreich zeigte sich zudem in der Entwicklung des Aufführungsrechts deutlich. Zunächst ergriff Preußen die Initiative und forcierte die Gesetzgebung, während Österreich, unterstützt von Württemberg, diese blockierte.

So war das Aufführungsrecht bereits im Jahr 1834 in greifbarer Nähe, bevor es letztlich am Widerstand Österreichs, teils aus wirtschaftspolitischen Erwägungen,...

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