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Gedächtnisraum Literatur – Gedächtnisraum Sprache: Europäische Dimensionen slavischer Geschichte und Kultur

Festschrift für Svetlana und Gerhard Ressel

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Edited By Alexander Bierich, Thomas Bruns and Henrieke Stahl

Die Festschrift ist Herrn Professor Gerhard Ressel und seiner Ehefrau Dr. Svetlana Ressel-Jelisavčić zusammen gewidmet. Ihre menschliche Verbundenheit führte im wissenschaftlichen Bereich von Forschung und Lehre zu einer Vielzahl gemeinsam verfasster und veröffentlichter Beiträge im In- und Ausland und ebenso gemeinsam abgehaltener Lehrveranstaltungen. Sowohl in der Forschung als auch in der Lehre zeigten und zeigen sich dabei die Jubilare als Slavisten im besten Sinne des Wortes, haben sie in ihrer langjährigen Tätigkeit doch nicht nur verschiedene slavische Sprachen abgedeckt, sondern darüber hinaus in gleicher Weise die drei Säulen der Philologie, die Sprach-, Literatur- und Kulturwissenschaft.

An der Festschrift hat sich eine große Zahl von Freunden, ehemaligen SchülerInnen, MitarbeiterInnen und KollegInnen mit Beiträgen beteiligt, deren Bandbreite von einzelphilologischen, sprach- wie literaturwissenschaftlichen Aspekten der Slavistik bis hin zu übergreifenden, interdisziplinär ausgerichteten kultur- und geisteswissenschaftlichen Fragestellungen im gesamteuropäischen Kontext bestens geeignet ist, das vielschichtige Schaffen von Prof. em. Dr. Gerhard Ressel und Dr. Svetlana Ressel-Jelisavčić zu reflektieren.

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Modalität und Ereignis-Zustandstruktur in den negierten reflexiven dispositionellen Konstruktionen des Russischen

Modalität und Ereignis-Zustandstruktur in den negierten reflexiven dispositionellen Konstruktionen des Russischen

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Aleš Půda (Heidelberg)

Sprache dient dem menschlichen Geist als zentrales Vehikel unseres immateriellen Kulturerbes, sie ist aber zugleich selbst Bestandteil eines zu vermittelnden gesellschaftlichen Wissens, indem wir die sprachliche Vergangenheit in sprachlichen Begriffen der Gegenwart erleben. Ihre Ausdrucksformen stehen im Wechselspiel zwischen individueller und kollektiver Erinnerung der Tradenten, unter deren kommunikativer und schriftsprachlicher Verantwortlichkeit sie von Generation zu Generation weitergegeben und dabei einem stetigen Wandel unterzogen werden.

I. Einleitung

Zu spezifischen syntaktisch-semantischen Ausdrucksformen im Slavischen, die den subjektiven Erlebnisgehalt eines mentalen Zustandes kodieren, gehören die reflexiven dispositionellen Konstruktionen (= RDK).1 Dieser Beitrag ist der semantischen Typologie der impersonalen RDK mit dem Negations- bzw. Evaluationsoperator ‚не‘ gewidmet:2

Есть даже такая гипотеза, вроде бы кем-то когда-то подтвержденная, что там ― на дальних берегах ― <ему не пишется>, <не очень пишется>, <а то и вовсе не пишется>, а если и пишется, <то не так пишется>, как здесь писалось, или, наоборот, точно так же ― никаких изменений, никакого творческого роста. [Владимир Соловьев. Три еврея, или Утешение в слезах. Роман с эпиграфами (1975-1998)]3

Zunächst wird die negierte russische RDK weiterführend zu den bisherigen Ansätzen als eine komplexe Ereignis-Zustand-Struktur analysiert (Kap. 1). Im Anschluss daran werden die komplexen Zustände (= Dispositionen) temporal relativ zur Ereignis- und Sprechzeit verankert (Kap. 2 und 3). In einem weiteren Schritt wird diesen temporal relativ verankerten Dispositionen in Anlehnung an Kratzers (1981; 1991) Mögliche-Welten-Semantik ein Genotyp der POSS- oder NEC-Modalität (Kap. 4 und 5) zugeordnet. Dann werden die jeweiligen Phänotypen des POSS-Genotyps bestimmt (Kap. 7). Dies geschieht zum einen auf der weltensemantischen Basis der ordnenden Quelle (Kap. 4), zum anderen auf der Basis der Dekompositionsanalyse mit Hilfe der dispositionsrelevanten Umstände (= DRU, Kap. 6). Einen Aufschluss darüber geben die möglichen Arten...

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