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Gedächtnisraum Literatur – Gedächtnisraum Sprache: Europäische Dimensionen slavischer Geschichte und Kultur

Festschrift für Svetlana und Gerhard Ressel

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Edited By Alexander Bierich, Thomas Bruns and Henrieke Stahl

Die Festschrift ist Herrn Professor Gerhard Ressel und seiner Ehefrau Dr. Svetlana Ressel-Jelisavčić zusammen gewidmet. Ihre menschliche Verbundenheit führte im wissenschaftlichen Bereich von Forschung und Lehre zu einer Vielzahl gemeinsam verfasster und veröffentlichter Beiträge im In- und Ausland und ebenso gemeinsam abgehaltener Lehrveranstaltungen. Sowohl in der Forschung als auch in der Lehre zeigten und zeigen sich dabei die Jubilare als Slavisten im besten Sinne des Wortes, haben sie in ihrer langjährigen Tätigkeit doch nicht nur verschiedene slavische Sprachen abgedeckt, sondern darüber hinaus in gleicher Weise die drei Säulen der Philologie, die Sprach-, Literatur- und Kulturwissenschaft.

An der Festschrift hat sich eine große Zahl von Freunden, ehemaligen SchülerInnen, MitarbeiterInnen und KollegInnen mit Beiträgen beteiligt, deren Bandbreite von einzelphilologischen, sprach- wie literaturwissenschaftlichen Aspekten der Slavistik bis hin zu übergreifenden, interdisziplinär ausgerichteten kultur- und geisteswissenschaftlichen Fragestellungen im gesamteuropäischen Kontext bestens geeignet ist, das vielschichtige Schaffen von Prof. em. Dr. Gerhard Ressel und Dr. Svetlana Ressel-Jelisavčić zu reflektieren.

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„Wir bitten also unsre Gäste zum Tanz und rauschend schönen Feste!“ Feste und Feiern in der polnischen Dramatik des 19. und 20. Jahrhunderts

„Wir bitten also unsre Gäste

zum Tanz und rauschend schönen Feste!“
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Feste und Feiern in der polnischen Dramatik

des 19. und 20. Jahrhunderts
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Extract

Reinhard Ibler (Gießen)

Das „rauschend schöne“ Fest, zu dem das Prinzenpaar im Drama Operette (Operetka) des polnischen Schriftstellers Witold Gombrowicz (1904-69) lädt, erweist sich, wie zu zeigen sein wird, als ein fatales. Dieses letzte vollendete Werk des Autors entstand 1965/66 in Frankreich. Die polnische Erstaufführung fand 1975 am Teatr Nowy in Łódź statt.

Das Fest, um das es geht, ist Teil einer grotesken, operettenhaften Welt, in deren Mittelpunkt das Herrscherpaar des fiktiven Fürstentums Himalaj steht. Im Rahmen dieses Festes, eines Balls, soll der berühmte Pariser Modeschöpfer Fior der höfischen Gesellschaft seine neuesten Kreationen präsentieren. Einige Personen aus niederen sozialen Schichten stehen dem Erfolg dieses Unternehmens jedoch im Wege. Dies betrifft insbesondere Albertinchen (Albertynka), die als Mannequin engagiert ist und vom Sohn des Fürstenpaars, Graf Charme (Szarm), und dessen Rivalen, Baron Firoulett (Firulet), mit Kleidergeschenken heiß umworben wird. Albertinchen ist an Kleidung aber überhaupt nicht interessiert, sondern ruft, durch die unsittliche Berührung eines von Charme zur Kontaktaufnahme vorgeschickten Spitzbuben (złodziejaszek) in eine Art sexueller Dauererregung versetzt, ununterbrochen nach Nacktheit. Albertinchens unschickliches Begehren treibt ihre adligen Freier in Verzweiflung und Streit und trägt zur allgemeinen Verwirrung bei:

FIOR plötzlich erschrocken

Wenn Nacktheit dringt in Modenschaun

Was soll ich dann? Was soll ich dann?3

Das so gar nicht nach den Regeln höfischer Ordnung sich entfaltende Fest läuft zusehends aus dem Ruder, was der verkappte...

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