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Gedächtnisraum Literatur – Gedächtnisraum Sprache: Europäische Dimensionen slavischer Geschichte und Kultur

Festschrift für Svetlana und Gerhard Ressel

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Edited By Alexander Bierich, Thomas Bruns and Henrieke Stahl

Die Festschrift ist Herrn Professor Gerhard Ressel und seiner Ehefrau Dr. Svetlana Ressel-Jelisavčić zusammen gewidmet. Ihre menschliche Verbundenheit führte im wissenschaftlichen Bereich von Forschung und Lehre zu einer Vielzahl gemeinsam verfasster und veröffentlichter Beiträge im In- und Ausland und ebenso gemeinsam abgehaltener Lehrveranstaltungen. Sowohl in der Forschung als auch in der Lehre zeigten und zeigen sich dabei die Jubilare als Slavisten im besten Sinne des Wortes, haben sie in ihrer langjährigen Tätigkeit doch nicht nur verschiedene slavische Sprachen abgedeckt, sondern darüber hinaus in gleicher Weise die drei Säulen der Philologie, die Sprach-, Literatur- und Kulturwissenschaft.

An der Festschrift hat sich eine große Zahl von Freunden, ehemaligen SchülerInnen, MitarbeiterInnen und KollegInnen mit Beiträgen beteiligt, deren Bandbreite von einzelphilologischen, sprach- wie literaturwissenschaftlichen Aspekten der Slavistik bis hin zu übergreifenden, interdisziplinär ausgerichteten kultur- und geisteswissenschaftlichen Fragestellungen im gesamteuropäischen Kontext bestens geeignet ist, das vielschichtige Schaffen von Prof. em. Dr. Gerhard Ressel und Dr. Svetlana Ressel-Jelisavčić zu reflektieren.

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Der Norweger Henrik August Angell und seine Reiseberichte über Montenegro

Der Norweger Henrik August Angell und seine Reiseberichte

über Montenegro

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Ulrich Obst (Bonn)

Im Januar des Jahres 1893 brach ein Norweger mit Namen Henrik August Angell, damals im Rang eines Hauptmanns in der norwegischen Armee, zu einer mehrmonatigen Reise in das damalige Königreich Montenegro auf. Angesichts der Tatsache, dass sich sowohl Gerhard als auch Svetlana Ressel im Rahmen ihrer vielfältigen südslavischen Studien auch mit Montenegro beschäftigt haben1, werden die vorliegenden Ausführungen vielleicht ebenfalls auf das Interesse des Jubilars und der Jubilarin treffen.

Nicht nur in Deutschland weiß – zumindest heutzutage – kaum jemand, wer Henrik August Angell war: Selbst in Norwegen ist er im öffentlichen Bewusstsein seit langem wenig präsent. Roy Andersen umreißt in seinem Buch2 über seinen Landsmann Angell dessen Bekanntheits- bzw. Nicht-Bekanntheitsgrad in der heutigen Zeit mit folgenden Worten. „Skihelt i Montenegro, krigshelt i Frankrike og helt glemt i Norge.“3 ‚Skiheld in Montenegro, Kriegsheld in Frankreich und völlig vergessen in Norwegen.‘4 Vom „Skiheld in Montenegro“ kann Andersen deshalb sprechen, weil die Reise Angells in Montenegro u. a. dazu ←581 | 582→geführt hat, dass der Skisport dort überhaupt erst bekannt wurde und in der Folgezeit eine immer größere Popularität erlangte, die bis heute anhält5. Die Formulierung „Kriegsheld in Frankreich“ wiederum bezieht sich darauf, dass Angell ca. 25 Jahre später in der französischen Fremdenlegion kämpfte6. Die heutige weitgehende Unbekanntheit Angells in Norwegen schließlich wird auch dadurch kaum beseitigt, dass ihm in seinem Heimatland zwei Denkmäler gesetzt worden sind7.

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