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Gedächtnisraum Literatur – Gedächtnisraum Sprache: Europäische Dimensionen slavischer Geschichte und Kultur

Festschrift für Svetlana und Gerhard Ressel

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Edited By Alexander Bierich, Thomas Bruns and Henrieke Stahl

Die Festschrift ist Herrn Professor Gerhard Ressel und seiner Ehefrau Dr. Svetlana Ressel-Jelisavčić zusammen gewidmet. Ihre menschliche Verbundenheit führte im wissenschaftlichen Bereich von Forschung und Lehre zu einer Vielzahl gemeinsam verfasster und veröffentlichter Beiträge im In- und Ausland und ebenso gemeinsam abgehaltener Lehrveranstaltungen. Sowohl in der Forschung als auch in der Lehre zeigten und zeigen sich dabei die Jubilare als Slavisten im besten Sinne des Wortes, haben sie in ihrer langjährigen Tätigkeit doch nicht nur verschiedene slavische Sprachen abgedeckt, sondern darüber hinaus in gleicher Weise die drei Säulen der Philologie, die Sprach-, Literatur- und Kulturwissenschaft.

An der Festschrift hat sich eine große Zahl von Freunden, ehemaligen SchülerInnen, MitarbeiterInnen und KollegInnen mit Beiträgen beteiligt, deren Bandbreite von einzelphilologischen, sprach- wie literaturwissenschaftlichen Aspekten der Slavistik bis hin zu übergreifenden, interdisziplinär ausgerichteten kultur- und geisteswissenschaftlichen Fragestellungen im gesamteuropäischen Kontext bestens geeignet ist, das vielschichtige Schaffen von Prof. em. Dr. Gerhard Ressel und Dr. Svetlana Ressel-Jelisavčić zu reflektieren.

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Zwei unterschiedliche Herangehensweisen in der Übertragung von Njegošs Bergkranz (Gorski vijenac) ins Deutsche (Katharina Jovanovits und Alois Schmaus)

Zwei unterschiedliche Herangehensweisen in der Übertragung

von Njegošs Bergkranz (Gorski vijenac) ins Deutsche

(Katharina Jovanovits und Alois Schmaus)

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Gabriella Schubert (Berlin)

Der Bergkranz (Gorski vijenac), „Njegošs größte dichterische Leistung und wohl überhaupt die bedeutendste epische Dichtung im slavischen Süden“1 wurde in viele Sprachen übertragen, ungeachtet der enormen Herausforderung, die ein solches Wagnis mit sich bringt.

„Auch wenn der Bergkranz, ähnlich wie auch andere Meisterwerke der Weltliteratur (Goethes Faust, Puschkins Eugen Onjegin usw.), in letzter Konsequenz „unübersetzbar“ bleiben, fordert er immer wieder zu neuen Übersetzungsversuchen heraus.“

– schreibt der bedeutende deutsche Slawist Alois Schmaus in seinen Anmerkungen zu seiner Übertragung des Bergkranzes.2

Schmaus beschreibt, wie und warum er diese Herausforderung an sich heranließ: Als er sich im Jahre 1924 in Herceg Novi aufhielt, am Ufer der Adria saß, den Blick auf den Berg Lovćen richtete und mit Mühe versuchte, den Bergkranz im Original zu lesen, beschloss er als ehrgeiziger Slawist, sich mit diesem Werk näher zu beschäftigen und die hohe Hürde einer erneuten Übersetzung zu nehmen.3 Die jahrzehntelange Arbeit an diesem Projekt lässt erahnen, was das – selbst für einen so hochbegabten und fleißigen Wissenschaftler wie es Alois Schmaus war – bedeutete. Als dann seine Übersetzung nach mühevoller Arbeit im Jahre 1963 erschien, merkt er in großer Bescheidenheit an:

„Heute, da ich meinen Versuch als bescheidenen Beitrag zur Ehrung des Dichters endlich aus der Hand gebe, bin ich mir der Unvollkommenheiten schmerzlicher bewußt als in den Jahren jugendlicher Begeisterung und Zuversicht.“4

Die „Wahrheit...

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