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Gedächtnisraum Literatur – Gedächtnisraum Sprache: Europäische Dimensionen slavischer Geschichte und Kultur

Festschrift für Svetlana und Gerhard Ressel

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Edited By Alexander Bierich, Thomas Bruns and Henrieke Stahl

Die Festschrift ist Herrn Professor Gerhard Ressel und seiner Ehefrau Dr. Svetlana Ressel-Jelisavčić zusammen gewidmet. Ihre menschliche Verbundenheit führte im wissenschaftlichen Bereich von Forschung und Lehre zu einer Vielzahl gemeinsam verfasster und veröffentlichter Beiträge im In- und Ausland und ebenso gemeinsam abgehaltener Lehrveranstaltungen. Sowohl in der Forschung als auch in der Lehre zeigten und zeigen sich dabei die Jubilare als Slavisten im besten Sinne des Wortes, haben sie in ihrer langjährigen Tätigkeit doch nicht nur verschiedene slavische Sprachen abgedeckt, sondern darüber hinaus in gleicher Weise die drei Säulen der Philologie, die Sprach-, Literatur- und Kulturwissenschaft.

An der Festschrift hat sich eine große Zahl von Freunden, ehemaligen SchülerInnen, MitarbeiterInnen und KollegInnen mit Beiträgen beteiligt, deren Bandbreite von einzelphilologischen, sprach- wie literaturwissenschaftlichen Aspekten der Slavistik bis hin zu übergreifenden, interdisziplinär ausgerichteten kultur- und geisteswissenschaftlichen Fragestellungen im gesamteuropäischen Kontext bestens geeignet ist, das vielschichtige Schaffen von Prof. em. Dr. Gerhard Ressel und Dr. Svetlana Ressel-Jelisavčić zu reflektieren.

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„Memoiren eines Janitscharen oder Türkische Chronik“ des Serben Konstantin Mihajlović im belorussisch-polnischen Kontext

„Memoiren eines Janitscharen oder Türkische Chronik“

des Serben Konstantin Mihajlović im belorussisch-polnischen

Kontext

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Halina Twaranowicz (Białystok)

Die Dichtung „Memoiren eines Janitscharen oder Türkische Chronik“ des Serben Konstantin Mihajlović aus Ostrovitza ist nach ihrer Entstehungsgeschichte eines der geheimnisvollsten und bezogen auf die inhaltlichen und formbildenden Parameter sowie Besonderheiten des Genres eines der anspruchsvollsten Denkmäler des Schrifttums Ost- und Südosteuropas. Der bekannte russische Forscher und Übersetzer der “Memoiren“ in russische Sprache Aleksej Rogov bemerkte seinerzeit, dass man dieses Werk „als Geschichtswerk, als Memoiren, als Publizistik und gleichzeitig als Spiegelbild des serbischen und türkischen Epos bzw. der Volksdichtung“1 betrachten kann. Außerdem: So wie Konstantin Mihajlović selbst von frühester Jugend das Schicksal des Heimatlosen widerfuhr, so wurde auch sein Werk lange Zeit anderen Literaturen, nicht aber der seiner Heimat zugeschrieben.

Jahrhunderte lang, vor allem in der Zeit vom 16. bis zum 18. Jahrhundert , ist eine Reihe von Textversionen der „Memoiren“ in verschiedenen redaktionellen Bearbeitungen entstanden, was davon zeugt, dass das Werk während seiner Entstehungszeit sehr populär gewesen sind muss. Es gibt in der Literaturgeschichte nur wenige Schriften, die in verschiedenen Epochen die Aufmerksamkeit der Forscher so erregten, wie es das Werk von Konstantin Mihajlović tat.

Erstmalig erschienen die „Memoiren eines Janitscharen“ 1565 im tschechischen Litomysl und wurden schon kurz darauf 1581 vermutlich aufgrund ihrer Popularität erneut verlegt. Doch ihre wirkliche Neuentdeckung fand erst einige Jahrhunderte später statt. Der polnische Literaturwissenschaftler A. Galenzowski fand 1823 die Handschrift im Kloster Biardyczawa und fünf Jahre später veröffentlichte sie innerhalb...

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