Show Less
Restricted access

Aktionsarten

Im Spannungsfeld zwischen Lexik(on) und Grammatik

Series:

Hans-Jörg Schwenk

In diesem Buch wird die germanistische Aktionsartforschung nachhaltig bereichert und entscheidend vorangetrieben. Zum ersten Mal erfahren Aktionsarten eine allumfassende Behandlung, indem sie sowohl im klassifikatorischen Sinne als Gliederung der Verben nach dem zeitlichen Geschehensablauf und damit nach der Ereignisstruktur als auch im morphologischen Sinne als motivierte Derivate, die von unpräfigierten Basisverben abgeleitet sind, aufgefasst werden. Das Buch zeigt nicht nur die Unzulänglichkeiten der traditionellen Vendlerschen Verbklassifikation auf und beseitigt diese, sondern gewährt darüber hinaus auch einen tiefen Einblick in das bislang wohl ungeahnte semantische Leistungsvermögen verbaler Präfixe.

Show Summary Details
Restricted access

4. Resümee und Ausblick

4. Resümee und Ausblick

Extract

Setzen wir nun also das um, was wir soeben im Schlusssatz des vorigen Abschnitts angekündigt haben, und lassen die einzelnen, in dem vorliegenden Buch getroffenen Kernaussagen noch einmal thesenartig gebündelt Punkt für Punkt Revue passieren und auf uns einwirken:

1. Die seit Jahrzehnten geführte Debatte darüber, was genau unter dem Terminus „Aktionsart“ zu verstehen ist, und dabei vor allem darüber, ob er auf das derivationsmorphologische Phänomen zu beschränken ist oder nicht, ist müßig und erübrigt sich von alleine, sobald man sich, wofür ich nachhaltig plädiere, dazu entschließt, den Terminus in seiner Doppeldeutigkeit anzuerkennen und ihn auch im klassifikatorischen Sinne als Ausdruck der Zugehörigkeit eines Verbs zu einer bestimmten Aktionsart- bzw. Aktionalitätsartklasse auszulegen und damit im Vendlerschen Sinne zu deuten.

2. Was die Klassifikation des Verbbestandes einer Sprache nach der Aktionsart im Sinne von Aktionalitätsart angeht, wobei unter dem Begriff „Aktionsart“ die zeitliche Verlaufsstruktur, die dem jeweiligen durch das Verb bezeichneten Sachverhalt zugrunde liegt, gefasst wird, so wird durch diese der verbale Wortschatz zunächst unter Heranziehung des Kriteriums der Dynamizität in zwei Hauptgruppen zerlegt und im Zuge dessen in nicht-dynamische „states“/„facts“ = „Zustände“/„Tatbestände“ und dynamische „events“ = „Ereignisse“ geteilt, wobei letztere ihrerseits wiederum in Abhängigkeit davon, ob sie positiv oder negativ im Hinblick auf das Merkmal „begrenzt“ bzw. „telisch“/„limitativ“ spezifiziert sind, geschieden werden und in zwei Untergruppen zerfallen. Mit Blick auf die...

You are not authenticated to view the full text of this chapter or article.

This site requires a subscription or purchase to access the full text of books or journals.

Do you have any questions? Contact us.

Or login to access all content.