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300 Jahre deutsch-türkische Freundschaft

Stand und Perspektiven

Edited By Erol Esen, Fahri Türk and Franziska Trepke

Der Sammelband präsentiert die Ergebnisse eines Symposiums, das vom 18.–20. Oktober 2018 in Antalya (Türkei) stattfand und von der Akdeniz Universität (Antalya, Türkei), der Trakya Universität (Edirne, Türkei), vom Informationszentrum des Deutschen Akademischen Austauschdienstes – DAAD (Ankara) und von der Konrad-Adenauer-Stiftung Derneği (Ankara) gemeinsam durchgeführt wurde. Anlass war das 300-jährige Jubiläum der deutsch-türkischen Beziehungen. Diese wurden durch ein Schreiben des Osmanischen Sultans an den preußischen König Friedrich Wilhelm I. eingeleitet, die in den dreihundert Jahren in vielfältige Kooperationen und ein militärisches Bündnis mündeten. Auf der dreitägigen Veranstaltung diskutierten Wissenschaftler*innen, Expert*innen sowie Praktiker*innen aus Deutschland und der Türkei über unterschiedliche Bereiche und Kooperationsfelder in Geschichte und Gegenwart. In dem Sammelband behandeln insgesamt 20 Beiträge ein breites Spektrum an Themen und Zeitabschnitten, die neben der politischen, wirtschaftlichen und militärischen Zusammenarbeit aus der Vorrepublikzeit beider Länder auch die Gegenwartsthemen wie das der europäischen Integration und der Migration und Integration aus beidseitiger Perspektive diskutieren.

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Murat ÖNSOY: Eine Bewertung der deutsch-türkischen Beziehungen der letzten Jahre

Eine Bewertung der deutsch-türkischen

Beziehungen der letzten Jahre

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Murat ÖNSOY*

In den letzten Jahren liegen schwarze Wolken über den deutsch-türkischen Beziehungen, die tief in der Geschichte verwurzelt sind. Die auf der Grundlage von Allianzen stehenden und durch ewige Freundschaft sowie Waffenbrüderschaft gekrönten Beziehungen entfernen sich allmählich von der rationalen Basis, auf der sie gegründet waren und nehmen die Gestalt eines aussichtslosen Widerstreits an. Diese Situation, mit der wir sowohl auf der Diskursebene als auch auf der Handlungsebene konfrontiert sind, beeinträchtigt beide Länder samt ihrer gesamten Bewohner*innen, Einrichtungen und Institutionen.

In diesem Beitrag blicken wir in die jüngste Vergangenheit der deutsch-türkischen Beziehungen zurück und diskutieren über Themen, von denen behauptet wird, sie wären die Gründe für die Verschlechterung der Beziehungen der vergangenen 15 Jahre. Es wird argumentiert, dass die durch den Machtantritt von Angela Merkel im Jahr 2005 aufgegriffene christlich-demokratische Politik und ihre negative Haltung gegenüber der Türkei sowie den Türk*innen den Wendepunkt der konfliktgeladenen Beziehungen beider Länder darstellen. Um zu verstehen, warum das Jahr 2005 als Wendepunkt in den Beziehungen betrachtet wird, ist ein Blick in die Vergangenheit erforderlich. Im ersten Abschnitt dieses Beitrages wird deshalb kurz die Politik der Merkel-Vorgänger, also die Ära von Helmut Kohl und Gerhard Schröder, die gegenüber der Türkei und den Deutschtürk*innen verfolgt wurde, beleuchtet. Danach werden jene Themen behandelt, die als Gründe für die Vertrauenskrise der deutsch-türkischen Beziehungen während...

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