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300 Jahre deutsch-türkische Freundschaft

Stand und Perspektiven

Edited By Erol Esen, Fahri Türk and Franziska Trepke

Der Sammelband präsentiert die Ergebnisse eines Symposiums, das vom 18.–20. Oktober 2018 in Antalya (Türkei) stattfand und von der Akdeniz Universität (Antalya, Türkei), der Trakya Universität (Edirne, Türkei), vom Informationszentrum des Deutschen Akademischen Austauschdienstes – DAAD (Ankara) und von der Konrad-Adenauer-Stiftung Derneği (Ankara) gemeinsam durchgeführt wurde. Anlass war das 300-jährige Jubiläum der deutsch-türkischen Beziehungen. Diese wurden durch ein Schreiben des Osmanischen Sultans an den preußischen König Friedrich Wilhelm I. eingeleitet, die in den dreihundert Jahren in vielfältige Kooperationen und ein militärisches Bündnis mündeten. Auf der dreitägigen Veranstaltung diskutierten Wissenschaftler*innen, Expert*innen sowie Praktiker*innen aus Deutschland und der Türkei über unterschiedliche Bereiche und Kooperationsfelder in Geschichte und Gegenwart. In dem Sammelband behandeln insgesamt 20 Beiträge ein breites Spektrum an Themen und Zeitabschnitten, die neben der politischen, wirtschaftlichen und militärischen Zusammenarbeit aus der Vorrepublikzeit beider Länder auch die Gegenwartsthemen wie das der europäischen Integration und der Migration und Integration aus beidseitiger Perspektive diskutieren.

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Uğur SADİOĞLU: Reformen im Bereich der Kommunalverwaltungen in Deutschland und der Türkei:

Reformen im Bereich der

Kommunalverwaltungen in Deutschland und

der Türkei:

Eine vergleichende Analyse

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Uğur SADİOĞLU*

Die Kommunalverwaltungen sind ein bedeutender Bestandteil der modernen Staatsverwaltung. Insbesondere die steigende Stadtbevölkerung in Westeuropa im 19. Jahrhundert, die dadurch in den Städten entstandenen Probleme, die neuen Bedürfnisse und die politischen Bewegungen in den Städten sowie die kommunalen und sozialen Dienstleistungen machten die Kommunalverwaltungen zu einem wichtigen Bestandteil der politisch-administrativen Systeme (Harris, 1930: 210–212). Die Kommunalverwaltungen entwickelten sich nicht nur aufgrund der Stadtplanung und der kommunalen und sozialen Dienstleistungen, sondern auch für die politische Partizipation der lokalen Gemeinschaft, zu einem wichtigen öffentlichen Raum, so dass sie als „Wiege der Demokratie“ oder „Demokratieschule“ definiert wurden, um ihre Bedeutung für die politische Partizipation und Demokratie zu beschreiben.

Insbesondere die Etablierung des sozialen Wohlfahrtsstaates, das Wachstum der Städte, die Vergrößerung der Metropolen, das Wachstum der städtischen Probleme und ihre Globalisierung sowie die regionale und globale Vernetzung der Kommunalverwaltungen in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts stärkten die Kommunalverwaltungen und speziell die Stadtverwaltungen. Zudem wurden die Kommunalverwaltungen einer der bedeutendsten Bestandteile der Verwaltungsreformen, die nach 1980 und insbesondere in den 90er Jahren durchgeführt wurden. Die Reformen des neuen Steuerungsmodells (new public management), partizipatorische Demokratiepraktiken, die lokalen Governance-Formationen (Chandler, 2000: 4–5; Denters und Rose, 2005: 1–8; Grindle, 2007: 3–4), Eingemeindung (amalgamation) aufgrund der Größendegression, ←133 | 134→die digitalen Kommunen durch ihre IT-Anwendungen sowie die Smart-City-Projekte platzierten die Kommunalverwaltungen ins Zentrum der Reformen. In diesem Punkt haben die deutschen und...

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