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300 Jahre deutsch-türkische Freundschaft

Stand und Perspektiven

Edited By Erol Esen, Fahri Türk and Franziska Trepke

Der Sammelband präsentiert die Ergebnisse eines Symposiums, das vom 18.–20. Oktober 2018 in Antalya (Türkei) stattfand und von der Akdeniz Universität (Antalya, Türkei), der Trakya Universität (Edirne, Türkei), vom Informationszentrum des Deutschen Akademischen Austauschdienstes – DAAD (Ankara) und von der Konrad-Adenauer-Stiftung Derneği (Ankara) gemeinsam durchgeführt wurde. Anlass war das 300-jährige Jubiläum der deutsch-türkischen Beziehungen. Diese wurden durch ein Schreiben des Osmanischen Sultans an den preußischen König Friedrich Wilhelm I. eingeleitet, die in den dreihundert Jahren in vielfältige Kooperationen und ein militärisches Bündnis mündeten. Auf der dreitägigen Veranstaltung diskutierten Wissenschaftler*innen, Expert*innen sowie Praktiker*innen aus Deutschland und der Türkei über unterschiedliche Bereiche und Kooperationsfelder in Geschichte und Gegenwart. In dem Sammelband behandeln insgesamt 20 Beiträge ein breites Spektrum an Themen und Zeitabschnitten, die neben der politischen, wirtschaftlichen und militärischen Zusammenarbeit aus der Vorrepublikzeit beider Länder auch die Gegenwartsthemen wie das der europäischen Integration und der Migration und Integration aus beidseitiger Perspektive diskutieren.

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Ebru TURHAN: Das deutsch-französische Tandem in der Europäischen Union und die Türkei-Politik: Gemeinsamkeiten und Unterschiede

Das deutsch-französische Tandem in

der Europäischen Union und die Türkei-

Politik: Gemeinsamkeiten und Unterschiede

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Ebru TURHAN*

Seit der Gründung der Europäischen Gemeinschaft für Kohle und Stahl (EGKS) hat die deutsch-französische Partnerschaft eine zentrale Rolle bei der Aufrechterhaltung und der Weiterentwicklung des europäischen Integrationsprozesses gespielt. Durch die Schaffung einer „Allianz innerhalb der Allianz“ (Hahm, 1999: 1) haben die beiden Mitgliedsstaaten der Europäischen Union (EU) den Umfang, Inhalt und die Bedingungen von mehreren grundlegenden Initiativen wie die Europäische Währungsunion, den Binnenmarkt und die Gemeinsame Außen- und Sicherheitspolitik (GASP) zusammen definiert und festgelegt (Degner und Leuffen, 2019: 89–108; Hahm, 1999: 2). In den akademischen Debatten messen manche Expert*innen dem sogenannten deutsch-französischen Motor eine große Bedeutung bei den Prozessen der Agendabestimmung (Agenda-Setting) und Entscheidungsfindung (Decision-Making) der Union zu (u.a. Garrett, 1992: 533–560; Krotz und Schild, 2018: 1174–1193). Andere Studien deuten jedoch auf erhebliche Begrenzungen und Herausforderungen für die Aufrechterhaltung und die Funktionsfähigkeit eines deutsch-französischen Tandems innerhalb der EU hin (u.a. Kaeding und Selck, 2005: 271–290; Pedersen, 2003: 13–25). Nichtsdestotrotz weist die jüngste Unterzeichnung der Neufassung des Elysée-Freundschaftsvertrags von der Bundeskanzlerin Angela Merkel und dem französischen Staatspräsidenten Emmanuel Macron in Aachen im Januar 2019 auf die bilateralen Bemühungen um die Vertiefung und Reform der deutsch-französischen Partnerschaft und Solidarität bezüglich europäischer Angelegenheiten hin. Nationale und regionale Herausforderungen wie der Brexit-Prozess, die europäische Flüchtlingskrise, steigender Euroskeptizismus und Rechtspopulismus in Europa sowie die Debatten über die zukünftige institutionelle...

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