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Der besondere Vertreter in der Aktiengesellschaft

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Philipp Zeller

Mit Beginn der Wirtschafts- und Bankenkrise im Jahre 2007 wurde die Organ- und Managerhaftung zu einem zentralen aktienrechtlichen Thema. Seit der Krise ist das Rechtsinstitut des besonderen Vertreters gemäß § 147 AktG von zentraler Bedeutung.
Der besondere Vertreter kann unter den Voraussetzungen des § 147 AktG von den Aktionären eingesetzt werden und kann Ersatzansprüche der Gesellschaft anstelle von Vorstand und Aufsichtsrat geltend machen. Auch kann er diese Forderungen gegenüber Vorstand und Aufsichtrat geltend machen. Das Buch untersucht und bewertet die Entwicklung des besonderen Vertreters, definiert seine Rechte und Pflichten sowie seine rechtliche Stellung im Lichte der wichtigsten Rechtsprechung. Auch werden Verbesserungs- und Reformvorschläge im Zusammenhang mit dem Rechtsinstitut vorgestellt.

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Einleitung

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Nach der Jahrtausendwende waren über mehrere Jahre die Möglichkeiten der Beschlussanfechtung das zentrale aktienrechtliche Thema.1 Mit Beginn der Wirtschafts- und Bankenkrise im Jahre 2007 hat sich das Hauptaugenmerk jedoch zunehmend stärker auf die Organhaftung verlagert.2 Zu sehr haben Manager wichtiger Wirtschaftsunternehmen und Banken ihren Gesellschaften und der Weltwirtschaft durch höchstspekulative oder kurzsichtige Entscheidungen geschadet.3 Dabei wurde offenbar das eigene Interesse oftmals über das des Unternehmens gestellt. Die Nachhaltigkeit von unternehmerischen Strategien musste dabei fortlaufend dem Streben nach kurzfristigem Erfolg weichen. Am Ende waren es meistens die Aktionäre oder der Staat und damit auch mittelbar die Bürger, die Milliardensummen aufzubringen hatten, um die Gesellschaften und das Wirtschaftssystem vor dem Kollaps zu bewahren. Es verwundert daher nicht, dass eine schärfere Haftung von Geschäftsführern und Vorständen notwendig wurde. Politik4 und Rechtsprechung waren gefordert, nicht nur Lösungswege für die Krise zu finden, sondern auch die Vorsorge gegen eine Wiederholung der selbigen zu leisten. Einer der Hauptansatzpunkte war die Verschärfung der Organhaftung und insbesondere deren Durchsetzung.5 Es musste geklärt werden, ob die existierenden zivil- oder strafrechtlichen Regeln ←15 | 16→zur Managerverantwortlichkeit auch die für die Krise ursächlichen Verhaltensweisen in ausreichendem Maße erfassten oder ob Anpassungsbedarf bestand.

Insofern kamen den Gerichtsprozessen im Fall der Hypo- und Vereinsbank AG6 und der UniCredito S.p.A. 7, auf die im Laufe dieser Arbeit noch umfassend eingegangen wird, besondere Aufmerksamkeit zu. Hauptstreitpunkt des Großteils der geführten Verfahren war die...

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