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Convivencia: Dialogische Studien von Fachdidaktik und Fachwissenschaft zu ambivalenten Deutungsmustern gesellschaftlichen Zusammenlebens in Spanien

Edited By Corinna Koch and Sabine Schmitz

Der Begriff „convivencia" ist in der Gegenwart zu einem vielfach verwendeten Schlagwort geworden. Er verweist auf die Konstruktion einer historischen Bezugsfolie, die sich durch das (vermeintlich) friedliche Zusammenleben der drei abrahamitischen Religionen im mittelalterlichen al-Andalus auszeichnet. Ziel des Bandes ist es, mediale Verhandlungen in Comic, Erzähltext, Film und Schulbuch sowie Tradierungen dieses kulturellen und religiösen Deutungsmusters in Spanien zu beleuchten. Die Autoren leisten dies in einer vielschichtigen Auseinandersetzung aus einer fachwissenschaftlichen-fachdidaktischen Perspektive. Hierbei wird deutlich, dass das Konzept „convivencia" einen idealen Gegenstand zur Schulung von Reflexivität und Urteilsvermögen in Hochschule und Schule darstellt.

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Susanne Zepp & Daniela Caspari: Convivencia als Thema und Herausforderung der Literaturwissenschaft und der Fachdidaktik

Convivencia als Thema und Herausforderung

der Literaturwissenschaft und der Fachdidaktik

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Susanne Zepp & Daniela Caspari

Abstract: This paper examines the challenges of teaching convivencia from two different perspectives: in the first part, Susanne Zepp introduces the complexities of Medieval and Early Modern Jewish history on the Iberian Peninsula and suggests the use of literary representations in class as a means for building critical historical understanding. In the second part, Daniela Caspari discusses this subject in the light of the controversy between content- and competence-oriented foreign language teaching and elaborates on its contribution to higher education (Bildung).

Keywords: content- and competence-oriented language teaching, higher education, Jewish History and Culture, Spanish Literature, curriculum development

Susanne Zepp

Im vorliegenden Teilbeitrag werden zunächst die komplexen Herausforderungen diskutiert, die für ein angemessenes Verständnis der convivencia auf der Iberischen Halbinsel in Mittelalter und Früher Neuzeit bestehen. Diese betreffen sowohl die komplexe Ereignisgeschichte, die Fachgeschichte der Literaturwissenschaft und die Rezeption des Gegenstands während der Franco-Diktatur. In einem nächsten Schritt werden konkrete Vorschläge gemacht, wie anhand literarischer Texte diese Komplexität aufgezeigt und zugleich die spezifische kulturelle Vielfalt dieser vergangenen Zeiten in einer Weise vermittelt werden kann, die essentialistische Vorstellungen von jüdischer Geschichte und Identität hinter sich lässt.

Die Komplexität des historischen Konstrukts der convivencia stellt sowohl fachwissenschaftlich wie fachdidaktisch eine vielschichtige Herausforderung dar. Andreas Gelz hat in einem Beitrag zu diesem Gegenstand darauf hingewiesen, dass „wann immer es darum geht, emblematische historische Krisenmomente menschlichen Zusammenlebens zu...

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