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Convivencia: Dialogische Studien von Fachdidaktik und Fachwissenschaft zu ambivalenten Deutungsmustern gesellschaftlichen Zusammenlebens in Spanien

Edited By Corinna Koch and Sabine Schmitz

Der Begriff „convivencia" ist in der Gegenwart zu einem vielfach verwendeten Schlagwort geworden. Er verweist auf die Konstruktion einer historischen Bezugsfolie, die sich durch das (vermeintlich) friedliche Zusammenleben der drei abrahamitischen Religionen im mittelalterlichen al-Andalus auszeichnet. Ziel des Bandes ist es, mediale Verhandlungen in Comic, Erzähltext, Film und Schulbuch sowie Tradierungen dieses kulturellen und religiösen Deutungsmusters in Spanien zu beleuchten. Die Autoren leisten dies in einer vielschichtigen Auseinandersetzung aus einer fachwissenschaftlichen-fachdidaktischen Perspektive. Hierbei wird deutlich, dass das Konzept „convivencia" einen idealen Gegenstand zur Schulung von Reflexivität und Urteilsvermögen in Hochschule und Schule darstellt.

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Frank Leinen & Corinna Koch: Vom Süden und Norden: aktuelle Herausforderungen und Möglichkeiten der convivencia in der novela gráfica Calle del Norte und ihre Einbettung in den fortgeführten Spanischunterricht der Qualifizierungsphase

Vom Süden und Norden: aktuelle

Herausforderungen und Möglichkeiten der

convivencia in der novela gráfica Calle del

Norte
und ihre Einbettung in den fortgeführten

Spanischunterricht der Qualifizierungsphase

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Frank Leinen & Corinna Koch

Abstract: By using Kurt Singer’s “The Resolution of Conflict” (1949) as theoretical background, this paper analyses Bergés’ and Cazares’ graphic novel Calle del Norte (2010): it examines how the text displays otherness and migration as historical constants and proposes corresponding didactical approaches for the advanced Spanish as a foreign language classroom.

Keywords: transculturalism, cultural hybridity, learning from the past, case studies, teaching literature

In unserer von zunehmender religiöser Polarisierung gekennzeichneten Welt sollte die Option eines friedlichen und toleranten, von gegenseitigem Respekt geprägten Miteinanders der Ethnien und Religionen nicht aus dem Blickfeld geraten. Einem populären Medium wie der Grafischen Erzählung kann hierbei eine besondere Bedeutung zukommen. Dies belegt der 2010 von Miquel Àngel Bergés Saura und Josep Maria Cazares vorgelegte Band Calle del Norte.1 Die Herausforderungen, aber auch die Notwendigkeit der convivencia in Vergangenheit und Gegenwart stehen im Fokus des zunächst auf Katalanisch erschienenen, mit dem Premi Lleida de narrativa ausgezeichneten Werkes, das sich vor allem, doch nicht ausschließlich, an jugendliche Leser2 oder junge Erwachsene wendet. Aufgrund ihrer pädagogischen Konzeption bietet diese novela gráfica auch an deutschen Schulen zahlreiche Einsatzmöglichkeiten, da über den Spanischunterricht ←131 | 132→hinausgehend vielfältige Anknüpfungspunkte zu den Fächern Sozialwissenschaften, Pädagogik, Geschichte, Philosophie, Politik, Religion und Kunst bestehen.

Als entsprechend komplex erweist sich die thematische und strukturelle Anlage des 178 Seiten umfassenden Bandes, der unter Verzicht auf eine chronologische Linearit...

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