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Antike und Byzanz als historisches Erbe in Südosteuropa vom 19.–21. Jahrhundert

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Edited By Hans-Christian Maner and Ioannis Zelepos

Der Sammelband enthält Beiträge internationaler Experten aus verschiedenen Fachdisziplinen zur Wahrnehmung von Antike und Byzanz als historischem Erbe in Südosteuropa vom 19. Jahrhundert bis in die Gegenwart. Die Fallbeispiele reichen von Bosnien-Herzegowina bis zur Türkei. Die Autoren untersuchen Medialisierungen von Vergangenheit in komparativer Perspektive im Hinblick auf wissenschaftliche Diskurse sowie auf politische und ideologische Indienstnahmen unter besonderer Berücksichtigung jüngster und gegenwärtiger Entwicklungen. Ihre differenzierten Einzelanalysen liefern somit ein wertvolles Kompendium zum aktuellen Thema «Public History» in der Region.

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Erinnerungsforschung und Erinnerungskulturen in Südosteuropa – Versuch einer Zwischenbilanz

Erinnerungsforschung und Erinnerungskulturen in Südosteuropa – Versuch einer Zwischenbilanz

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Wolfgang Höpken

“Memory Studies” have occupied historiography and cultural studies for much of the last two decades. The paper in its first part tries to sum up the current state of debate within this field, referring to some of its still controversial and disputed methodological issues. In its second part, the article intends to present some major elements and trends within the South-East-European “memory cultures”, trying to locate them within a broader European context and debating their specific regional features

Wohl kein anderer politisch-kultureller Orientierungs- und Selbstverständigungsbegriff hat in den vergangenen drei Jahrzehnten eine solche Konjunktur erlebt wie jener der Erinnerung. Ob in Gedenktagen oder Denkmalsstiftungen, in historischen Festen oder in oftmals emotionalisierenden öffentlichen Geschichtsdebatten – nicht nur in Deutschland mit der Last seiner „doppelten Vergangenheit“, sondern allerorten hat die Vergegenwärtigung der und die Auseinandersetzung mit der Vergangenheit an Präsenz, vor allem aber an gesellschaftlicher Bedeutung gewonnen. Noch nie sei die Selbsthistorisierung einer Gegenwartskultur intensiver gewesen, so hatte Hermann Lübbe bereits vor mehr als dreißig Jahren bilanziert,1 „we are living in an era of commemoration“ diagnostizierte in ganz ähnlicher Weise Tony Judt vor zwei Jahrzehnten,2 und dass der gesellschaftliche Resonanzraum Erinnerung auch seither nicht abgenommen hat, das haben die beiden vorerst letzten großen Vergangenheitsinszenierungen, das Zentenarium des Ausbruchs des Ersten Weltkriegs und das Jubiläumsjahr der Reformation, unterstrichen.

Eine in kritischer Absicht erfolgende Erinnerung ist dabei längst mehr als nur ein Modus gesellschaftlicher und kultureller...

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