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Antike und Byzanz als historisches Erbe in Südosteuropa vom 19.–21. Jahrhundert

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Edited By Hans-Christian Maner and Ioannis Zelepos

Der Sammelband enthält Beiträge internationaler Experten aus verschiedenen Fachdisziplinen zur Wahrnehmung von Antike und Byzanz als historischem Erbe in Südosteuropa vom 19. Jahrhundert bis in die Gegenwart. Die Fallbeispiele reichen von Bosnien-Herzegowina bis zur Türkei. Die Autoren untersuchen Medialisierungen von Vergangenheit in komparativer Perspektive im Hinblick auf wissenschaftliche Diskurse sowie auf politische und ideologische Indienstnahmen unter besonderer Berücksichtigung jüngster und gegenwärtiger Entwicklungen. Ihre differenzierten Einzelanalysen liefern somit ein wertvolles Kompendium zum aktuellen Thema «Public History» in der Region.

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Stadtplanung und Repräsentationsarchitektur in Nauplion, Athen und Saloniki im „langen“ 19. Jahrhundert: Klassizistische, postantike und byzantinische Elemente im Dienst des griechischen nation-buildings

Stadtplanung und Repräsentationsarchitektur in Nauplion, Athen und Saloniki im „langen“ 19. Jahrhundert: Klassizistische, postantike und byzantinische Elemente im Dienst des nation-buildings im „griechischen Raum“

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Ulrike Tischler-Hofer

The three cities Nauplion, Athens, and Salonica, all located in Greece today, communicate that ancient contents on the one hand rooted in byzantine orthodoxy on the other crucially contributed to the shaping of identity and Greek national consciousness in the course of the “long” 19th century. This body of thought exerted influence on scientific disciplines as well (e. g. cartography, history, archaeology, architecture, art) as they themselves used ancient and byzantine themes for constructing and naturalizing national identity. The article examines the significance of classical, post-ancient and byzantine elements in the service of nation-building in the named capitals’ city planning and representation architecture.

Geht es um die Frage nach dem Stellenwert von Antike und Byzanz im südosteuropäischen kulturellen Gedächtnis, dann darf das Beispiel des „griechischen Raums“ im „langen“ 19. Jahrhundert nicht fehlen: Zunächst schien die Antike das ideale politische Modell für die Organisierung der modernen Gesellschaft zu sein. Doch hat sich im Laufe der Zeit nach dem Unabhängigkeitskrieg herausgestellt, dass für die Griechen innerhalb und außerhalb des Staates antike Inhalte allein zu wenig integrative Symbolkraft besaßen, um das Nationalbewusstsein hinreichend zu stärken und zur Bildung von kollektiver Identität beizutragen. Vielmehr war die griechische Bevölkerung dem Gedankengut der Orthodoxie verbunden und damit dem Erbe von Byzanz und Konstantinopel. Symbolisch kommt dieser Gegensatz in den zwei als nationale Zentren schlechthin betrachteten Städten Athen und Konstantinopel zum Ausdruck, ideologisch im Konzept der „Megali Idea...

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