Show Less
Restricted access

Antike und Byzanz als historisches Erbe in Südosteuropa vom 19.–21. Jahrhundert

Series:

Edited By Hans-Christian Maner and Ioannis Zelepos

Der Sammelband enthält Beiträge internationaler Experten aus verschiedenen Fachdisziplinen zur Wahrnehmung von Antike und Byzanz als historischem Erbe in Südosteuropa vom 19. Jahrhundert bis in die Gegenwart. Die Fallbeispiele reichen von Bosnien-Herzegowina bis zur Türkei. Die Autoren untersuchen Medialisierungen von Vergangenheit in komparativer Perspektive im Hinblick auf wissenschaftliche Diskurse sowie auf politische und ideologische Indienstnahmen unter besonderer Berücksichtigung jüngster und gegenwärtiger Entwicklungen. Ihre differenzierten Einzelanalysen liefern somit ein wertvolles Kompendium zum aktuellen Thema «Public History» in der Region.

Show Summary Details
Restricted access

Auf der Suche nach ‚antiken‘ Wurzeln in den Steppen Asiens. Konstruktion der ungarischen Volkskultur

Auf der Suche nach ‚antiken‘ Wurzeln in den Steppen Asiens. Konstruktion der ungarischen Volkskultur

Extract

Gabriella Schubert

For Hungarians the heritage of antiquity and Byzantium is part of their cultural memory and valid still today. However, they are also committed to their very own “antiquity” – and this deviates from all other images of antiquity. Their antiquity is situated in the Siberian steppe area. This contribution adresses the search of Hungarians for their own antiquity between west and east, with a marked swing to the east.

Die Hinterlassenschaft von Antike und Byzanz hat auch für die Ungarn ihre uneingeschränkte Gültigkeit. Sie bildet die Grundlage ihrer konfessionellen und kulturellen Selbstverortung. Mit Stolz verweisen sie auch auf ihre Latinität, die bis ins 19. Jahrhundert das öffentliche Leben bestimmte.

Parallel dazu pflegen sie jedoch auch ihre höchsteigene „Antike“ – und diese weicht von allen anderen Antikenvorstellungen ab; sie sehen sich weder als Nachfahren von Thrakern, Dakern, Illyrern oder Römern wie dies ihre Nachbarn tun. Ihre Antike befindet sich vielmehr im sibirischen Steppengebiet. Von dieser Suche und ihren Manifestationen in der Konstruktion der ungarischen Volkskultur soll im Folgenden die Rede sein. Sie ist gekennzeichnet von einem bis in die Gegenwart beobachtbaren Hin- und Herpendeln zwischen West und Ost, jedoch mit einem nicht zu übersehenden Ausschlag nach Ost.

In der Antike waren die magyarischen Stämme gut bekannt, genauer gesagt, gefürchtet. Man zählte sie – wie alle nicht-griechischen Ethnien – zu den „Barbaren“ des Nordens und diese galten als wild und militant, des Sprechens unfähig und mit...

You are not authenticated to view the full text of this chapter or article.

This site requires a subscription or purchase to access the full text of books or journals.

Do you have any questions? Contact us.

Or login to access all content.