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Antike und Byzanz als historisches Erbe in Südosteuropa vom 19.–21. Jahrhundert

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Edited By Hans-Christian Maner and Ioannis Zelepos

Der Sammelband enthält Beiträge internationaler Experten aus verschiedenen Fachdisziplinen zur Wahrnehmung von Antike und Byzanz als historischem Erbe in Südosteuropa vom 19. Jahrhundert bis in die Gegenwart. Die Fallbeispiele reichen von Bosnien-Herzegowina bis zur Türkei. Die Autoren untersuchen Medialisierungen von Vergangenheit in komparativer Perspektive im Hinblick auf wissenschaftliche Diskurse sowie auf politische und ideologische Indienstnahmen unter besonderer Berücksichtigung jüngster und gegenwärtiger Entwicklungen. Ihre differenzierten Einzelanalysen liefern somit ein wertvolles Kompendium zum aktuellen Thema «Public History» in der Region.

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Dositej Obradović – „le philosophe grec“ zwischen Wien und Konstantinopel

Dositej Obradović – „le philosophe grec“ zwischen Wien und Konstantinopel

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Andreas Gietzen

The article challenges the standing of Dositej Obradović as a secular philosopher of enlightenment and vanguard of Serbian nationalism. It argues that he was rather trying to renew and use certain structures of the Serbian Orthodox Church by implementing a certain set of knowledge mainly adapted from byzantine-orthodox theological and cultural background to educate the Serbian people without contesting Habsburg rule.

Noch heute gilt der Mönch, Gelehrte und Autor Dimitrije Obradović, der bei seiner Tonsur den Namen „Dositej“ annahm, den Serben als Galionsfigur der Aufklärung sowie als Vordenker und Vorbote des Sprachreformers Vuk Stefanović Karadžić. Ljubinka Trgovćević nennt ihn „paradigm of Serbian Enlightenment“1 und Bratislav Pantelić beschreibt ihn als „the rational-minded advocate of the Enlightenment“2. Diese und weitere Zuschreibungen haben sich tief im kollektiven Gedächtnis der Serben und darüber hinaus verankert.3 Bereits im 19. Jahrhundert maß man dem „prvi književnik srbskoga naroda“4 – dem ersten Schriftsteller des serbischen Volkes – größte Bedeutung bei. Als Begründung für diese unterstellte Signifikanz wurde oft sein literarisches Manifest von 1783, der Brief an Haralampije, herangezogen, in dem er scheinbar einen integrativen Sprachnationalismus für die ethnische Gruppe der Serben, oder welche er dafür hielt, formulierte:

„Wer weiß nicht, dass die Bewohner Montenegros, Dalmatiens, der Herzegovina, von Bosnien, Serbien, Kroatien […], Slavoniens, Srem, Baćka und dem Banat (außer den Rumänen) alle ein und dieselbe Sprache sprechen? […] Mein Buch soll für jeden sein,...

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