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Antike und Byzanz als historisches Erbe in Südosteuropa vom 19.–21. Jahrhundert

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Edited By Hans-Christian Maner and Ioannis Zelepos

Der Sammelband enthält Beiträge internationaler Experten aus verschiedenen Fachdisziplinen zur Wahrnehmung von Antike und Byzanz als historischem Erbe in Südosteuropa vom 19. Jahrhundert bis in die Gegenwart. Die Fallbeispiele reichen von Bosnien-Herzegowina bis zur Türkei. Die Autoren untersuchen Medialisierungen von Vergangenheit in komparativer Perspektive im Hinblick auf wissenschaftliche Diskurse sowie auf politische und ideologische Indienstnahmen unter besonderer Berücksichtigung jüngster und gegenwärtiger Entwicklungen. Ihre differenzierten Einzelanalysen liefern somit ein wertvolles Kompendium zum aktuellen Thema «Public History» in der Region.

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Das Erbe von Byzanz in der ukrainischen Historiographie im 19. und zu Beginn des 20. Jahrhunderts

Das Erbe von Byzanz in der ukrainischen Historiographie im 19. und zu Beginn des 20. Jahrhunderts1

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Alena Alshanskaya

In the second half of the 19th century, due to the Russian policy in the Near East, the historical heritage of “Byzantium” has appeared at the center of the Russian public discourse and started to be used as an argument in historiography. This article focuses on the reception of Byzantium in national Ukrainian historiography against the background of imperial historiography in the 19th and early 20th centuries.

In den letzten zwanzig Jahren hat „Byzanz“ in Russland eine beachtenswerte politische Karriere gemacht: Das kulturhistorische Interesse für die byzantinische Kultur und ihr Vermächtnis hat sich zu einem außen- und innenpolitischen Instrument entwickelt. Der Rekurs auf „Byzanz“ soll momentan der Konstruktion einer „zivilisatorischen“ Identität als ein „anderes Europa“ mit geistigen und traditionellen Werten dienen und alle Länder der sog. „byzantinischen“ oder „orthodoxen Zivilisation“ unter der Obhut Russlands vereinen. Aus russischer Perspektive gehört diesem imaginierten Raum selbstverständlich die Ukraine an. Nationalistisch und proeuropäisch gestimmte Ukrainer widersetzen sich hingegen diesem Trend und deuten den Referenzraum „Byzanz“ als das „Andere“ und „Fremde“ – als „russisch“, „imperialistisch“ oder „anti-ukrainisch“.2 Deswegen beanspruchen ukrainische Historiker und Byzantinisten, eine eigenständige ukrainische Rezeption von Byzanz auszuformulieren und in ihr eigenes Nationalnarrativ einzuführen.3 Ob die ukrainische Historiographie im 19. und zu Beginn des 20. Jahrhunderts – zur Zeit ihrer Entstehung und gleichzeitig der Verwissenschaftlichung der russischen imperialen Byzantinistik – affirmativ / negativ oder (ebenso wie heute) eher zurückhaltend gegenüber Vorstellungen über das gemeinsame byzantinische Erbe der...

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