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Antike und Byzanz als historisches Erbe in Südosteuropa vom 19.–21. Jahrhundert

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Edited By Hans-Christian Maner and Ioannis Zelepos

Der Sammelband enthält Beiträge internationaler Experten aus verschiedenen Fachdisziplinen zur Wahrnehmung von Antike und Byzanz als historischem Erbe in Südosteuropa vom 19. Jahrhundert bis in die Gegenwart. Die Fallbeispiele reichen von Bosnien-Herzegowina bis zur Türkei. Die Autoren untersuchen Medialisierungen von Vergangenheit in komparativer Perspektive im Hinblick auf wissenschaftliche Diskurse sowie auf politische und ideologische Indienstnahmen unter besonderer Berücksichtigung jüngster und gegenwärtiger Entwicklungen. Ihre differenzierten Einzelanalysen liefern somit ein wertvolles Kompendium zum aktuellen Thema «Public History» in der Region.

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Byzanz im Kontext orthodoxer Identitätsdiskurse in Südosteuropa im 20. Jahrhundert

Byzanz im Kontext orthodoxer Identitätsdiskurse in Südosteuropa im 20. Jahrhundert

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Klaus Buchenau

In the 19th century Balkan states with their newly installed constitutional monarchies, Byzantine theocratic ideas did not have many active followers. But after the First World War, when the Western civilizational model came under severe criticism, Balkan clergymen increasingly propagated pre-Ottoman Christian monarchism as a source of inspiration, with varying mixtures of Byzantine and particular „national“ elements. After the Second World War Byzantine reminiscences increasingly stressed the individual and community level, while direct reference to symphonia between church and state became rare.

In Identitätsdiskursen geht es zwar häufig um Vergangenheit – allerdings hat dieser Vergangenheitsbezug wenig bis nichts mit den kleinteiligen, empirischen Rekonstruktionen zu tun, die einen Großteil der geschichtswissenschaftlichen Arbeit ausmachen. Denn wer in erster Linie eine Identität konstruieren oder stärken möchte, greift zwangsläufig selektiv auf die Vergangenheit zurück und kombiniert bestimmte Elemente daraus, um eine Gegenwartsfrage zu beantworten: „Wer sind wir?“ oder „Wer sollten wir sein?“. Die Komplexitäten, Ambivalenzen und Unsicherheiten, mit denen sich die empirische Forschung oft genug herumschlägt, sind für die Identitätssuchenden meist lästige Stolpersteine, denn sie erschweren es, aus der Geschichte einen Sinn zu ziehen. Wenn also im Folgenden von „Byzanz im Kontext orthodoxer Identitätsdiskurse“ die Rede ist, werden sich Byzantinistinnen und Byzantinisten mitunter wundern, wie einseitig ihr Forschungsgegenstand hier repräsentiert ist. In der modernen Byzantinistik dominieren hoch spezialisierte Detailstudien, und neuere Überblickswerke versuchen, ihren Gegenstand zu de-essenzialisieren und jahrhundertealte westliche Negativstereotypen über Byzanz aufzul...

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