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Besonderheiten im sozialen Verhalten und emotionalen Erleben bei Lernenden mit Störungen des Lesens / Rechtschreibens

Analyse relevanter Faktoren aus Elternperspektive als Planungsgrundlage für Interventionsansätze

Yannic Wiegold

Probleme im Rechtschreiben gehen häufig einher mit Auffälligkeiten im Verhalten von Kindern und Jugendlichen, wie zum Beispiel Aufmerksamkeitsproblemen, Hausaufgabenkonflikten, depressiven Verstimmungen oder aggressiven Verhaltensweisen. In dieser Untersuchung wurden die Eltern von Lernenden mit Rechtschreibproblemen nach deren Verhalten befragt. Als Fragebögen wurden die Strengths and Difficulties Questionnaire (SDQ) und die Deutsche Schulalter-Formen der Child Behavior Checklist eingesetzt. Aus den beschriebenen Auffälligkeiten leitet der Autor Interventionspunkte ab.

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2 Lern- und Leistungsstörungen

2 Lern- und Leistungsstörungen

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An dieser Stelle wird der Blick vertiefend auf den Bereich der Lern- und Leistungsstörungen gerichtet. Dies ist insofern sinnvoll, als dass eine Lese- und Rechtschreibstörung als inhaltlich begrenzte Lernstörungen gesehen wird (vgl. Lauth, Bederski, Lebas, 2008; Mayer, 2016).

Lernschwierigkeiten und Lernstörungen beschreiben den Umstand, dass Lernende hinter ihren Möglichkeiten zurückbleiben oder sie wichtige Bildungsziele nicht erreichen (vgl. Kretschmann, 2007).

Nach einer Untersuchung von Esser und Schmidt (1993) besuchen ca. 50% der Schülerinnen und Schüler mit einer Lese- und Rechtschreibstörung die Hauptschule und ca. 20% den Bildungsgang der Förderschule Lernen. Der Schulerfolg bleibt weit hinter den erwarteten Leistungen zurück und ist mit denen der Schülerinnen und Schülern der Förderschule mit dem Bildungsgang Lernen vergleichbar.

Eine Lernstörung beschreibt Probleme bei schulpflichtigen Kindern und Jugendlichen, die lang andauernd und schwerwiegend sind und umfängliche Leistungsabfälle mit sich bringen (vgl. ebda.).

In Anlehnung an viele theoretische Werke, die sich mit Lernstörungen befassen, wird an dieser Stelle ein kurzer Überblick über die drei wichtigsten Begriffe Lernschwierigkeiten, Lernstörungen und Lernbehinderung gegeben.

Zielinski beschreibt Lernschwierigkeiten (1996, S. 369) als „Probleme der Informationsaneignung durch ein Individuum“. Wie zu Anfang beschrieben bleibt das Individuum dabei hinter seinen Möglichkeiten zurück. Ist ebendieses Zurückbleiben über einen längeren Zeitraum konstant (in einem oder mehreren Lernbereichen), so spricht Kretschmann (2007) von einer Lernstörung. Diesen Begriff differenziert er allerdings in die...

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