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Besonderheiten im sozialen Verhalten und emotionalen Erleben bei Lernenden mit Störungen des Lesens / Rechtschreibens

Analyse relevanter Faktoren aus Elternperspektive als Planungsgrundlage für Interventionsansätze

Yannic Wiegold

Probleme im Rechtschreiben gehen häufig einher mit Auffälligkeiten im Verhalten von Kindern und Jugendlichen, wie zum Beispiel Aufmerksamkeitsproblemen, Hausaufgabenkonflikten, depressiven Verstimmungen oder aggressiven Verhaltensweisen. In dieser Untersuchung wurden die Eltern von Lernenden mit Rechtschreibproblemen nach deren Verhalten befragt. Als Fragebögen wurden die Strengths and Difficulties Questionnaire (SDQ) und die Deutsche Schulalter-Formen der Child Behavior Checklist eingesetzt. Aus den beschriebenen Auffälligkeiten leitet der Autor Interventionspunkte ab.

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4 Skizzierung von häufigen Störungsbildern des Kindes- und Jugendalters

4 Skizzierung von häufigen Störungsbildern des Kindes- und Jugendalters

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In Kapitel 3 wurde bereits herausgearbeitet, welche Störungen des sozialen und emotionalen Erlebens komorbide mit einer Lese- und Rechtschreibstörung zu erwarten sind.

An dieser Stelle werden die Besonderheiten und Symptome der zu erwartenden Störungen kurz skizziert. Die Auflistung der wichtigsten Aspekte der Störungen des Verhaltens und der Emotionalität soll nicht suggerieren, dass Kinder mit einer Lese- und Rechtschreibstörung diese Störungen vollständig ausbilden müssen. Allerdings ergibt die Zusammenfassung der Forschungen aus Kapitel 5, dass ein Großteil der von einer Lese- und Rechtschreibstörung Betroffenen teilweise die Auffälligkeiten der einzelnen Störungsbilder zeigen. Für eine geeignete Interventionsplanung ist es daher wichtig, die Kernaspekte der Störungen zu kennen, um zu wissen, welche Auffälligkeiten sich zeigen können und worauf vor allem geachtet werden muss.

Psychische Störungen im Kindes- und Jugendalter sind weit verbreitet (vgl. Schneider & Türke-Teubner, 2008). Lewinsohn et al. (1993) geben dabei Zahlen von 30% aller Kinder und Jugendlichen an, die bis zum Jugendalter mindestens einmal unter einer psychischen Störung litten. Ihle und Esser (2007) geben ca. 18% als Prävalenzrate von psychischen Störungen im Kindes- und Jugendalter an. Barkmann und Schulte-Markwort (2004) kommen in einer Metaanalyse von N = 29 relevanten Studien auf eine mittlere Prävalenzrate von M = 17,2%. Die bundesweit durchgeführte BELLA-Studie (N = 2863 Familien), die unter anderem mit dem SDQ untersucht wurden, erbrachte eine Rate von 21,9% auffälliger Kinder und Jugendliche. Diese...

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