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Literarisches Lernen mit Medienverbünden für Kinder und Jugendliche

Abenteuer/«âventiure» als narrativer Zugang in Theorie und Praxis

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Edited By Karla Müller and Andrea Sieber

Das populäre Abenteuer-Narrativ mit seinem typischen Handlungsverlauf ist nicht nur in der Kinder- und Jugendliteratur weit verbreitet, sondern auch in Medienverbünden, multimedialen Formaten oder Computerspielen. Zudem hat es eine lange Geschichte, wie schon der âventiure-Begriff zeigt. Dieser eignet sich daher ideal für den Brückenschlag zwischen Mittelalter und Moderne und eröffnet neue Potentiale für literarisches Lernen. Der vorliegende Band bietet theoretische Grundlagen und praktische Beispiele für alle Schulstufen u.a. zu: Kirsten Boies Der kleine Ritter Trenk, Michael Endes Jim Knopf und Die unendliche Geschichte, Felicitas Hoppes Iwein Löwenritter, Nils Mohls Stadtrandritter, Superhelden-Comics, Gamebooks, Computerspielserien mit Mittelalterbezug und mittelalterliche Artusromane.

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Âventiure und Initiation. Zur Funktion eines Erzählmodells in Michael Endes Jim Knopf und Die unendliche Geschichte sowie ihrer Adaptionsgeschichte (Jan-Oliver Decker)

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Jan-Oliver Decker

Âventiure und Initiation. Zur Funktion eines Erzählmodells in Michael Endes Jim Knopf und Die unendliche Geschichte sowie ihrer Adaptionsgeschichte

I. Fragestellung und Beobachtungen zur familiären Defiziten in den Ausgangssituationen

Die folgenden Ausführungen zeigen, dass sowohl Michael Endes beide Jim Knopf-Romane als auch seine Unendliche Geschichte jeweils das Erzählmodell des Artusromans und der âventiure als strukturbildendes Element verwenden.1 Das Erzählmodell des Artusromans übernimmt dabei altersgruppenspezifisch Funktionen für die Entwicklung und Initiation der jeweiligen Hauptfigur: sozial fokussiert in den Jim Knopf-Romanen, psychologisch funktionalisiert in Die unendliche Geschichte. Ziel des Aufsatzes ist vor allem anhand der Primärtexte Jim Knopf und Lukas der Lokomotivführer und seinem unmittelbar anschließenden Folgeband Jim Knopf und die Wilde 13 mit einem Seitenblick auf Die unendliche Geschichte einen kritischen Blick auf die Werte und Normen der Romane zu werfen, insbesondere auf die Geschlechterrollen und die implizite poetologische Konzeption, das heißt die Rolle der Literatur in beiden Romanen.2 Dabei werde ich mich narratologischer Methoden der Textanalyse bedienen, die durch Hans Krah und Michael Titzmann an anderer Stelle begründet und von Anita Schilcher und Markus Pissarek auf die Analyse von Kinder- und Jugendliteratur übertragen wurden.3 Hierbei geht es mir vor allem darum aufzuzeigen, welche ←41 | 42→Welten des Wünschenswerten beide Romane entwerfen und welche Probleme und vor allem Lösungsstrategien für diese Probleme die Romane entwickeln. Meine zentrale These ist, dass sowohl die Jim Knopf-Romane als auch Die unendliche Geschichte...

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