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Grammatik und Ideologie

Feminisierungsstrategien im Russischen und Polnischen aus Sicht der Wissenschaft und Gesellschaft

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Edited By Dennis Scheller-Boltz

Dieses Buch beleuchtet das Verhältnis von Grammatik und Ideologie im Russischen und Polnischen. Anhand der Regeln und Normen, die die sprachliche Darstellung von Geschlecht – insbesondere des weiblichen Geschlechts – bestimmen, illustriert der Autor, wie Sprachnormen durch Autoritäten festgesetzt werden, wie Sprachnormen über die Gesellschaft hinweg bestehen bleiben, aber auch wie Sprachnormen durch die Gesellschaft verändert werden können. Im Fokus stehen dabei die Fragen: Wie weit ist die Feminisierung des Russischen und Polnischen fortgeschritten? Welche sprachpolitischen und sprachplanerischen Maßnahmen werden gegenwärtig zur Gewährleistung einer geschlechtergerechten Sprache erhoben? Ist die russische und polnische Gesellschaft überhaupt offen für eine Feminisierung der Sprache? Es zeigt sich: Der Gebrauch sowie die Ablehnung von Feminativa beruhen auf Ideologien – ein Phänomen, dem für gewöhnlich sehr vorsichtig begegnet wird und das im Zusammenhang mit den in einer Gesellschaft vorherrschenden Standpunkten und Bewertungen diskutiert werden muss. Dabei spielen Feminativa im Russischen und Polnischen eine wesentlich größere Rolle als in der Regel gedacht. Feminativa sind auch nicht so ungewöhnlich, wie gemeinhin behauptet. Vielmehr lässt sich feststellen: Ideologien wirken sich auf die Normierung von Sprache und damit auf die Möglichkeiten aus, wie Sprache geschlechtergerecht gestaltet wird – oder eben nicht.

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5.4.1 Antisexistische Sprachpolitik und Sprachplanung in Russland

5.4.1 Antisexistische Sprachpolitik und Sprachplanung in Russland

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und zum Schluss kommt, dass:

Z tej też przyczyny stanowisko metodologiczne i wysuwane tezy w tej pracy, chociaż mają charakter polityczny, będą – mam taką nadzieję i dobrą wolę – dalekie od autorskich poglądów politycznych i w miarę obiektywne (Lubaś 2009: 16).

Dennoch bleibt zu fragen, wie objektiv Sprachbeschreibung und Sprachpolitik eigentlich betrieben, wie konsequente Objektivität überhaupt gewährleistet und Subjektivität verhindert oder zurückgestellt werden können (vgl. Hellinger 1997, McConnell-Ginet 2014). Denn jegliche Sprachbeschreibung und Sprachpolitik enthält auch eine subjektive Wertung. Wird also ein Sprachgebrauch beobachtet, der als diskriminierend, ungünstig oder missverständlich gedeutet wird, so werden entsprechende Vorschläge unterbreitet, um einen antidiskriminierenden, adäquaten und effizienten Sprachgebrauch zu ermöglichen, der v.a. aber unserer Wirklichkeit entspricht und ihr gerecht wird. Dadurch sollen die Sprachträger_innen nicht nur für Sprache sensibilisiert, sondern auch auf eine sich stetig wandelnde Gesellschaft und ihre Strukturen aufmerksam gemacht werden.

Jemand, der innerhalb der Normen der Sagbarkeit spricht, gehorcht nicht notwendig bewußt einer Regel. Man spricht gemäß einem Arrangement stillschweigender Normen, die nicht immer explizit als Regeln kodiert sind (Butler 1998: 191).

Derartige Vorschläge basieren aber sowohl auf objektiven als auch subjektiven Kriterien. Der Grad zwischen Deskriptivismus und Präskriptivismus ist in Bezug auf Sprachplanung und Sprachpolitik demzufolge sehr schmal. Mitunter gehen mit den entsprechenden Maßnahmen subjektiv geprägte normativ-präskriptive Regelungen einher; es überwiegen jedoch größtenteils objektiv hervorgebrachte Vorschläge, die dazu...

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