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Grammatik und Ideologie

Feminisierungsstrategien im Russischen und Polnischen aus Sicht der Wissenschaft und Gesellschaft

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Edited By Dennis Scheller-Boltz

Dieses Buch beleuchtet das Verhältnis von Grammatik und Ideologie im Russischen und Polnischen. Anhand der Regeln und Normen, die die sprachliche Darstellung von Geschlecht – insbesondere des weiblichen Geschlechts – bestimmen, illustriert der Autor, wie Sprachnormen durch Autoritäten festgesetzt werden, wie Sprachnormen über die Gesellschaft hinweg bestehen bleiben, aber auch wie Sprachnormen durch die Gesellschaft verändert werden können. Im Fokus stehen dabei die Fragen: Wie weit ist die Feminisierung des Russischen und Polnischen fortgeschritten? Welche sprachpolitischen und sprachplanerischen Maßnahmen werden gegenwärtig zur Gewährleistung einer geschlechtergerechten Sprache erhoben? Ist die russische und polnische Gesellschaft überhaupt offen für eine Feminisierung der Sprache? Es zeigt sich: Der Gebrauch sowie die Ablehnung von Feminativa beruhen auf Ideologien – ein Phänomen, dem für gewöhnlich sehr vorsichtig begegnet wird und das im Zusammenhang mit den in einer Gesellschaft vorherrschenden Standpunkten und Bewertungen diskutiert werden muss. Dabei spielen Feminativa im Russischen und Polnischen eine wesentlich größere Rolle als in der Regel gedacht. Feminativa sind auch nicht so ungewöhnlich, wie gemeinhin behauptet. Vielmehr lässt sich feststellen: Ideologien wirken sich auf die Normierung von Sprache und damit auf die Möglichkeiten aus, wie Sprache geschlechtergerecht gestaltet wird – oder eben nicht.

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2.4 Kongruenzverhalten

2.4 Kongruenzverhalten

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pani ministra, pani psycholożka, pani redaktorka, pani marszałkini, pani dyrektorka, premiera Bienkowska, pani dziekana, kierowniczka studiów

Dembska (2012) schreibt zudem, dass Feminativa im künstlerischen und medialen Bereich heute ihre negative Markierung verloren hätten und häufig Verwendung fänden.

dramaturżka, krytyczka literacka, dyrygentka, fotografka, designerka, fashionistka, shopperka, dziennikarka, kompozytorka, rzeźbiarka, reżyserka, skrzypaczka, architektka, redaktorka, muzykolożka, scenografka, teatrolożka

Dembska (2012) weist insgesamt darauf hin, dass Frauen verstärkt in typischen Männerberufen tätig seien, dass daher auch hier ein Anstieg an Feminativa zu verzeichnen ist.

adwokatka, kaskaderka, detektywka, tramwajarka, egzaminatorka (na prawo jazdy), finansistka, górniczka, inspektorka, producentka, sołtyska, taksówkarka, kierowczyni, kierowczyni rajdowa, kierowczyni taksówki, pilotka, speleolożka, gondolierka, raperka

Selbst im religiösen Bereich mehren sich sukzessiv Feminativa, wie biskupa / biskupka und papieżyca (Dembska 2012, Formanowicz / Wójcik 2012, vgl. dagegen Osadnik 2014, Waszakowa 2014).

Łaziński (2006: 270f) verdeutlicht hingegen, dass Maria jest Polką, Maria jest siatkarką, Maria jest rzeźbiarką korrekt seien, dass in anderen Berufssparten Feminativa von tłumacz oder nauczyciel selten seien, dass aber bspw. senator, rektor, docent oder profesor nicht moviert werden könnten.

Małocha-Krupa (2015: 465, 560) schreibt, stolarka sei früher in Wörterbüchern ausschließlich als ‘żona stolarza’ angeführt worden, meine heute jedoch auch ‘kobieta trudniąca się stolarstwem’. Die Personenbenennung profesorka sei dagegen weiter gefasst und in...

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