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Weltanschauung und Textproduktion

Beiträge zu einem Verhältnis in der Moderne

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Edited By Anna S. Brasch and Christian Meierhofer

Weltanschauungen haben zwischen 1850 und 1945 in Deutschland Konjunktur. Als philosophische, wissens- und wissenschaftshistorische Diskursangebote reagieren sie im Prozess der Moderne auf entstehende Synthesemängel, auf Ganzheitsverluste und auf das, was zeitgenössisch schlicht ‚Zersetzung‘ heißt. Vor diesem Hintergrund entsteht ein Korpus an Texten, das sich nicht unter dem Rubrum der ‚Weltanschauungsliteratur‘ allein fassen lässt. Die hier versammelten Studien widmen sich der Heterogenität und Transformation weltanschaulicher Textproduktion. Dabei liegen die Schwerpunkte auf diskurs- und konzeptgeschichtlichen Voraussetzungen, auf Gattungskonventionen und Darstellungsformen, auf buch-, medien- und theatergeschichtlichen Praktiken sowie auf der Reflexivität, Reichweite und Schließung des Diskurses.

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Weltanschauung und Textproduktion. Überlegungen zu einem Verhältnis in der Moderne (Anna S. Brasch und Christian Meierhofer)

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Anna S. Brasch und Christian Meierhofer

Weltanschauung und Textproduktion. Überlegungen zu einem Verhältnis in der Moderne

Abstract: Between the middle of the 19th and the beginning of the 20th century, the German notion of Weltanschauung is booming. The term refers to a great variety of philosophical, cultural and scientific concepts and negotiates a process of modern differentiation. This introduction deals with several constellations and peaks that occur within the specific history of the discourse, starting with Immanuel Kant’s and Alexander von Humboldt’s early usage, crossing the cultural and artificial transformations at the turn of the century and ending with the political and ideological doctrines in the 1930s.

Keywords: Weltanschauung, modernity, World War, ideology, natural sciences, cultural history

Weltanschauungen haben in Deutschland in der zweiten Hälfte des 19. und der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts Konjunktur. Bekanntlich geht der Begriff der ‚Weltanschauung‘ auf den Deutschen Idealismus zurück. Mit Immanuel Kants beiläufiger Einführung in der Kritik der Urteilskraft (1790) kommt die Frage auf, wie sich die Totalität der Welt angemessen darstellen lässt, wie sie „in ihrer raumzeitlichen Unendlichkeit von der Einbildungskraft überhaupt noch vorgestellt werden könne und wieso Individuen einen gemeinsamen Weltbezug haben“.1 Dabei liegt es auf der Hand, dass der Weltanschauungsbegriff paradox ist, weil sich das Ganze der Welt gerade nicht zur Anschauung bringen lässt. Weder bei Kant noch in den nachkantischen idealistischen Systemen verweist ‚Weltanschauung‘ auf eine Sache oder auf einen...

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