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Weltanschauung und Textproduktion

Beiträge zu einem Verhältnis in der Moderne

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Edited By Anna S. Brasch and Christian Meierhofer

Weltanschauungen haben zwischen 1850 und 1945 in Deutschland Konjunktur. Als philosophische, wissens- und wissenschaftshistorische Diskursangebote reagieren sie im Prozess der Moderne auf entstehende Synthesemängel, auf Ganzheitsverluste und auf das, was zeitgenössisch schlicht ‚Zersetzung‘ heißt. Vor diesem Hintergrund entsteht ein Korpus an Texten, das sich nicht unter dem Rubrum der ‚Weltanschauungsliteratur‘ allein fassen lässt. Die hier versammelten Studien widmen sich der Heterogenität und Transformation weltanschaulicher Textproduktion. Dabei liegen die Schwerpunkte auf diskurs- und konzeptgeschichtlichen Voraussetzungen, auf Gattungskonventionen und Darstellungsformen, auf buch-, medien- und theatergeschichtlichen Praktiken sowie auf der Reflexivität, Reichweite und Schließung des Diskurses.

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„Ich glaube, ich finde nicht mehr zum Anfang zurück.“ Robert Musils Der Mann ohne Eigenschaften und die Auflösung des Texttypus Weltanschauungsroman nach 1900 (Anna S. Brasch)

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Anna S. Brasch

„Ich glaube, ich finde nicht mehr zum Anfang zurück.“ Robert Musils Der Mann ohne Eigenschaften und die Auflösung des Texttypus Weltanschauungsroman nach 1900

Abstract: Regarding both, content and form, Robert Musil’s The Man Without Qualities refers to the German discourse of Weltanschauung in general and the ‘novel of Weltanschauung’ in particular. The text discursivises and historicises the former discourse as well as the genre type of the novel. In this respect, Musil’s unfinished modernist novel marks the end of a transformational process the novel of Weltanschauung went through. Evolving from naturalism, it came to its peak at the turn of the century. While authors such as Gerhart Hauptmann, Hermann Hesse, Robert Müller and Thomas Mann reflected, ironised and historicised discourse and text types of Weltanschauung already since the initial phase of the transformation, Musil took it one step further: The Man Without Qualities virtually dissolves the novel of Weltanschauung as a text type.

Keywords: Weltanschauung, ‘novel of Weltanschauung’, modernity, Robert Musil, Der Mann ohne Eigenschaften (The Man Without Qualities)

1 Zur Entstehung des Texttypus ‚Weltanschauungsroman‘ um 1900

Um 1900 ist im Umfeld des weltanschaulich-kulturkritischen Denkens nicht nur der Texttypus der ‚Weltanschauungsliteratur‘ wie sie Horst Thomé bestimmt hat,1 sondern mit dem Weltanschauungsroman auch ein genuin literarisches ←587 | 588→Korpus entstanden.2 Hierzu zählen Texte wie Paul Ernsts Der schmale Weg zum Glück (1904) und Felix Hollaenders Der Weg des Thomas Truck (1902), aber...

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