Show Less
Restricted access

Ideologiekritik und Wirkungsgeschichte

Ausgewählte Essays

Series:

Michael Dallapiazza

Dieses Buch versammelt eine Reihe von Essays, die vorrangig in deutscher Literatur Konstellationen nachgehen, in denen sich Fragen der Wirkungsgeschichte mit ideologiekritischen Intentionen der Werke verbinden lassen. Wirkungsgeschichte ist auf die hermeneutische Philosophie Hans-Georg Gadamers bezogen, Ideologiekritik auf die Vorstellung Theodor W. Adornos. Kunstwerke besäßen „ihre Größe einzig daran, daß sie sprechen lassen, was die Ideologie verbirgt". Die Beiträge behandeln sowohl mittelalterliche als auch zeitgenössische Literatur.

Show Summary Details
Restricted access

Vorwort

Vorwort

Extract

Die hier erneut abgedruckten Essays, die mit einer Ausnahme aus dem letzten Jahrzehnt stammen, unter den Begriffen Ideologiekritik und Wirkungsgeschichte herauszugeben, vor allem beide kausal zu verbinden, bedarf einer Erklärung. Wirkungsgeschichte ist eng mit der hermeneutischen Philosophie Hans-Georg Gadamers verbunden und scheint mit dem Paradigmenwechsel der Konstanzer Schule seit den späten sechziger Jahren um Hans Robert Jauß, Wolfgang Iser, Manfred Fuhrmann und Wolfgang Preisendanz, die sich als Gegenbewegung zu hermeneutischen Traditionen in der Literaturwissenschaft verstand, obsolet geworden zu sein. Was früher als Wirkungsgeschichte gesehen wurde, so könnte man salopp formulieren, segelte nun unter der Fahne der Rezeptionsästhetik. Ohne die Verdienste dieser Schule und ihrer großen Wirkung schmälern oder gar Vorstellungen vom Offenen Kunstwerk (Umberto Eco, 1962) zurücknehmen zu wollen ist doch zu konstatieren, dass dort die historische Dimension, die der Überlieferung von Kunstwerken innewohnt, wie auch deren ideologiekritisches Potential nicht immer die erwünschte Aufmerksamkeit findet. „Kunstwerke“, so formulierte Adorno einmal, „haben ihre Größe einzig daran, daß sie sprechen lassen, was die Ideologie verbirgt“ (Rede über Lyrik und Gesellschaft), und dieser von ihm oft variierten und mit Nachdruck vertretenen Vorstellung (die sich, dies nebenbei, durchaus mit Ecos Thesen zum offenen Kunstwerk verträgt), sind die hier versammelten Beiträge verpflichtet. Den eher erwartbaren Terminus Rezeptionsgeschichte hieran zu knüpfen (und damit auf die Konstanzer Diskussionslinien zu verweisen) sollte ausdrücklich vermieden werden, da dieser eben nicht vorrangig auf historische Erfahrung rekurriert. Indem Gadamer den historischen Aspekt des hermeneutischen Problems betont und...

You are not authenticated to view the full text of this chapter or article.

This site requires a subscription or purchase to access the full text of books or journals.

Do you have any questions? Contact us.

Or login to access all content.