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Germanistik für den Beruf

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Edited By Ulrike Haß, Vaiva Žeimantienė and Eglė Kontutytė

Der Sammelband zeigt am Beispiel des Baltikums, welche Karriere-Möglichkeiten in einem nicht-deutschsprachigen Land ein Germanistikstudium eröffnen kann. Es wird beschrieben, welche Schlüsselqualifikationen die Berufe rund um die Germanistik in der modernen Arbeitswelt benötigen. Die Publikation richtet sich in erster Linie an Germanisten und Germanistinnen in allen Ländern, in denen germanistische Studienprogramme angeboten werden, aber auch an Fachleute aller anderen Fremdsprachenphilologien. Die Erfahrungen aus den drei baltischen Ländern (Estland, Lettland und Litauen) können als Impuls dienen, die eigenen Curricula und Möglichkeiten neu zu reflektieren und wenn nötig zu bewerten. Außerdem wird ein Dialog mit der Germanistik in den deutschsprachigen Ländern angestrebt, insbesondere im Hinblick auf die Entwicklungen in der heutigen globalen und digitalen Welt und die sich wandelnde Situation linguistischer Berufe früher und heute.

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Deutsch(e) im Baltikum (Reet Bender / Justina Daunorienė / Dzintra Lele-Rozentāle)

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Reet Bender (Universität Tartu),Justina Daunorienė (Universität Vilnius),Dzintra Lele-Rozentāle (Hochschule Ventspils)

Zusammenfassung Das Baltikum wird von außen oft als eine einheitliche Region im Nordosten Europas aufgefasst; es gibt vielfältige innere Gemeinsamkeiten, gleichzeitig aber auch historisch determinierte Differenzen. Die deutsche und deutschsprachige Anwesenheit in den drei baltischen Ländern, deren Geschichte unterschiedliche historische Konstellationen aufweist, kann als alle drei Länder verbindender Faktor aufgefasst werden, auch wenn die Dauer, Art und Intensität dieser Anwesenheit verschieden war. Die Territorien der heutigen Republiken Estland und Lettland – das historische Altlivland – wurden erst durch die norddeutschen Stadtrechte mittelniederdeutsch verwaltet, später von der Reformation evangelisch-lutherisch geprägt, dann von der Aufklärung auf Deutsch beeinflusst. Deutsch war Jahrhunderte lang die Sprache der Verwaltung, des Schriftverkehrs, wichtig in der städtischen Kommunikation, in Bildung und Kultur, und es war die wichtigste Kontaktsprache für Estnisch und Lettisch. Der historische Kontakt Litauens zu Deutschen und deutscher Sprache ist zwar von geringerem Umfang, zeichnet sich aber dadurch aus, dass sein kultureller, bildungspolitischer und sozialer Nachlass Teil der litauischen Kultur heute geworden ist. Der größere Teil des historischen Litauens erlebte eine starke Polonisierung und Russifizierung, aber in der multikulturellen Umgebung war die deutsche Minderheit im gesellschaftlichen Leben auch aktiv tätig. Das durch den Deutschen Orden zu Ostpreußen hinzu gekommene litauischsprachige Territorium erfuhr zwar Germanisierungsprozesse, in ihm wurden aber infolge der Reformation, dank deutscher Bildungsinstitutionen und der Tätigkeit deutscher Pastoren und Intelligenz, litauisches Schrifttum und nationales Bewusstsein...

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