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Schlusslogische Letztbegründung

Festschrift für Kurt Walter Zeidler zum 65. Geburtstag

Edited By Lois Marie Rendl and Robert König

Die «Schlusslogische Letztbegründung» sucht Antwort auf die Frage: Wie ist Philosophie als Wissenschaft möglich? Sie führt damit das Projekt einer ontologisch relevanten Logik fort, das seit der Antike im Zentrum der Geschichte des Idealismus und der Transzendentalphilosophie steht.

Kurt Walter Zeidler liefert mit seinem Werk nicht nur eine eindringliche Aufarbeitung dieser Geschichte, sondern bemüht sich zugleich um deren systematische Weiterentwicklung. Fern den Moden seiner Zeit steht sein Denken in einer Tradition der Philosophie, die sich nicht Konjunkturen beugt und in Relativitäten verliert, sondern als Erkenntnis des lebendigen und logisch erschließbaren Absoluten begreift.

Lehrer, Wegbegleiter und Schüler setzen sich in dieser Festschrift mit Zeidlers Arbeiten auseinander.

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Die Metapher der Höhle. Ihre Bedeutung für einen Begriff der Kultur (Hans Martin Dober (Tübingen))

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Hans Martin Dober (Tübingen)

Die Metapher der Höhle

Ihre Bedeutung für einen Begriff der Kultur

Denn eben wo Begriffe fehlen, /

Da stellt ein Wort zur rechten Zeit sich ein.1

Die Sprache ist voll von Metaphern, diesen „indirekten Darstellungen“, diesen „Übertragungen der Reflexion über einen Gegenstand der Anschauung auf einen ganz andern Begriff, dem vielleicht nie eine Anschauung direkt korrespondieren kann“.2 Metaphern gewinnen ihre Bedeutung in rhetorischem und poetischem, und in einem übertragenen Sinne im ästhetischen Gebrauch überhaupt, ohne dass sich darin ihre Bedeutsamkeit erschöpfte. Denn das metaphorische Vermögen wurzelt in früheren, tieferen Schichten menschlich symbolisierenden Verhaltens als in der propositionalen Sprache.

In seiner genealogischen Perspektive hat Nietzsche dem metaphorischen Verhalten des perzipierenden Menschen einen früheren, elementareren Stellenwert eingeräumt als der Begriffsbildung. Der „Trieb zur Metaphernbildung“, so schreibt er in seiner frühen Schrift Über Wahrheit und Lüge im außermoralischen Sinne (1873), sei ein „Fundamentaltrieb des Menschen, den man keinen Augenblick wegrechnen kann, weil man damit den Menschen selbst wegrechnen würde“.3 Zu sehen sei das „im Mythus und überhaupt in der Kunst“,4 in dem Bereich, in dem „die originalen Anschauungsmetaphern“ (Nietzsche: KSA I, 883) ihren Ort haben. Doch auch der „Sprachbildner“, der mit Worten arbeitet und damit die Bedingungen schafft, Begriffe hervorzubringen, bildet zuerst einmal einen „Nervenreiz in Lauten“ ab (Nietzsche: KSA I, 878). Hierbei wendet er schon ein doppeltes metaphorisches Verfahren an: „Ein...

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