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Follow Arts

Texte zu digitalen Welten und analogen Formaten von Claus Friede

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Edited By Dagmar Reichardt and Gudrun Thiessen-Schneider

Dieses Buch präsentiert erstmals das Werk des Kurators, Kunstkenners und Kulturvermittlers Claus Friede als proaktiv schreibenden, überraschend vielseitigen und versatilen Autor. Ein Textkorpus von 85 repräsentativen Beiträgen aus den vergangenen 30 Jahren (1990-2020) illustriert Friedes breit angelegtes Themenspektrum aus den Bereichen Kunst, Musik, Film, Literatur und Kultur. Prägnant zeichnen sie seine intellektuelle und mediale Wende von der analogen zur digitalen Welt nach. Der zweite Buchteil lenkt den „fremden" Blick auf Friedes Schaffen aus der Perspektive diverser Kollegen und Freunde. Ein ausführlicher biobibliographischer Anhang sowie reichhaltiges Bildmaterial runden den prismatischen Einblick in die transkulturellen Wirkungskreise von Claus Friede ab.

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1.1. Die 1990er-Jahre:

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„Follow Arts“ – analog (1990–1999)



Plakatdesign: Keizo Matusi, Hundred Design Inc., Osaka

Sol LeWitt: „Ideen allein können Kunstwerke sein“ 1

Die 1980er-Jahre waren bestimmt durch die Malerei der Jungen Wilden, durch Vertreter wie Anselm Kiefer, Georg Baselitz A. R. Penck, Jörg Immendorff und Jüngere wie Walter Dahn, Jiri Dokoupil, Siegried Anzinger, u.a. Sie dominierten die „Hitlisten“ des zeitgenössischen Kunsthandels, beherrschten die Kunstmessen. Ihre Werke befinden sich heute in den wichtigen Sammlungen, hängen in den Etagen der Deutschen Bank. Unbestritten, dass viele von ihnen sich auch weiterhin auf dem Kunstmarkt behaupten werden. Dennoch, trotz stabiler und z.T. sogar noch ansteigender Preise, die große Bewegung der Malerei ist vorbei, „Der Hunger nach Bildern“ (W. M. Faust) gesättigt. Auf den Messen in Basel, Frankfurt und demnächst wohl auch in Köln verzeichnet man gerade eine gewisse Orientierungslosigkeit.

Wer allerdings genau hinblickt, wird entdecken, dass sich im „Windschatten“ der lauten Gebärden eine Kunst wieder behauptet, die dem visuellen Reizüberfluss der Malerei die Reflexion über die Kunst entgegenhält: die Concept Art (auch: Conceptual Art). Es handelt sich dabei keineswegs um eine neue Richtung oder gar eine schnelllebige Modeerscheinung. Ganz im Gegenteil, seit den 60er-Jahren gibt es sie, und bis heute hat sie nichts an Aktualität und Frische eingebüßt. Die Kontinuität darf hier als Qualität gewertet werden.

Es waren vor allem die jungen amerikanischen Künstler und Künstlerinnen...

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