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Vergessen und Erinnern: Die Verankerung der Vergangenheit in Uwe Timms Werken

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Gökçen Türegün

Die Autorin des Buches analysiert Uwe Timms Werke Heißer Sommer, Morenga und Am Beispiel meines Bruders und geht der Frage nach, inwiefern und in welchem Grad das kollektive und kulturelle Gedächtnis von individuellen Erinnerungen beeinflusst wird. Das Buch untersucht auch, welche Wirkung für die Erinnerungskulturen das Symbolsystem Literatur hat, wie der gegenseitige Bezug zwischen literarischen Auslegungen vom Gedächtnis und Erinnerungskulturen aufzufassen ist sowie welche Funktionen und Wirkungsweisen die Literatur auf die Erinnerungskulturen hat. Schließlich setzt sich die Autorin mit der Frage auseinander, wie literarische Auslegungen zum Übermittler des kollektiven Gedächtnisses werden.
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1. Theorien der kulturwissenschaftlichen Gedächtnisforschung

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Abstract: The first chapter of the dissertation is comprised of the theories concerning the forgetting, the past, and the social memory. In this context, the theories of Maurice Halbwachs, Pierre Nora, Aleida Assmann and Jan Assmann, the most important figures of the memory researches have been explained and the theories which might have importance for the dissertation have been chosen.

Keywords: Maurice Halbwachs,  Pierre Nora, Aleida Assmann,  Jan Assmann

Wie schon von den vorherigen Äußerungen zu erfassen ist, ist das Forschungsfeld der Gedächtnisforschung interdisziplinär und vereint somit Disziplinen wie Philosophie, Psychologie, Geschichte, Soziologie, Neurowissenschaften usw.

Der Gedächtnis-Begriff bringt einerseits viele Begriffe und Konzepte – deren Differenzen, Gemeinsamkeiten und Grenzen durchaus nicht eindeutig sind – zusammen, andererseits trennt es sie. Die ausschlaggebendsten Termini, die das Forschungsfeld stark beeinflusst haben, sind; memoire collective, mnemosyne, storia e memoria, lieux de memoire, kulturelles Gedächtnis, kommunikatives Gedächtnis, Erinnerungsorte, social memory, Erinnerungskulturen soziales Vergessen und transcultural memory.57

Den Mittelpunkt dieses Kapitels bilden die kulturwissenschaftlichen Theorien des kollektiven Gedächtnisses, die seit den 1920er Jahren entwickelt und debattiert werden.

Die Gedächtnisforschung ist – wie bereits ausgeführt wurde – auf die grundlegenden Theorien vom französischen Soziologen Maurice Halbwachs, der in den 1920er Jahren das Konzept vom kollektiven Gedächtnis prägte, zurückzuführen.

Maurice Halbwachs wird am 11. März 1877 in Reims/Frankreich geboren und kommt aus einer deutsch-elsässischen Beamtenfamilie. Als Halbwachs zwei Jahre alt ist, zieht die Familie...

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