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Wirtschaftsmetaphorik im deutschen und polnischen Pressediskurs

Eine konfrontative Studie

Series:

Kornelia Kansy

Die Autorin präsentiert in dem Buch ein korpusbasiertes Studium der Wirtschaftsmetaphorik in der deutschen und polnischen Presse. Vor dem onomasiologisch-kognitiven Hintergrund stellt die Autorin die abstrakte und komplexe Wirtschaftsdomäne als Zielbereich verschiedener metaphorischer Konzeptualisierungen vor. Anhand einer Vielzahl an Belegen aus wirtschaftlichen Rubriken verweist sie auf die Gemeinsamkeiten und Unterschiede des Sprachenpaares Deutsch-Polnisch hinsichtlich der dort auftretenden konzeptuellen Metaphernmodelle. Die von der Autorin vorgenommene empirische Analyse der ermittelten Metaphorik hat einerseits den Gebrauch, die Frequenz, Form und Funktion des untersuchten Phänomens erläutert, andererseits die im Pressediskurs konstruierten Welten aufgegriffen.

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Einleitung

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Dass die Metapher alles andere als ein sondergestellter Tropus

und mehr mit dem Verständnis unseres Selbst, unserer Kultur

und der Art unserer Weltkonstruktion zu tun hat, als alle rhetorische

Schulweisheit sich träumen lässt, kann man als das einstimmige

Urteil der Metapherntheorie des 20. Jh. festhalten.

Klaus Müller-Richter, Arturo Larcarti

Die Erforschung des sprachlichen Phänomens Metapher bleibt seit mehr als 2000 Jahren ein unerschöpftes Thema vieler wissenschaftlicher Disziplinen. Im Laufe der Forschungsgeschichte variierte der Stellenwert der Metaphorik jedoch erheblich. Während die Metapher im Rahmen der antiken rhetorischen Tradition bei Aristoteles und Quintilian einen festen Platz in elocutio innehatte und als zentrale semantische Figur mit der Funktion des Tropus galt, spielte sie dabei eher eine zweitrangige Rolle des Redeschmucks oder sprachlichen Sonderfalls. Die Position der Metapher wandelte sich mit der kognitiven Wende des 20. Jahrhunderts, die nicht mehr eine Schattenerscheinung am Rande sprachwissenschaftlicher Theorien und Modellen darstellte, sondern „als fester und weitgehend unverzichtbarer Bestandteil unserer alltäglichen Sprache anzusehen ist“1.

Die vorliegende Studie basiert auf der kognitiv-linguistischen Metapherntheorie Lakoffs und Johnsons ausgehend von der Annahme, dass menschliches Denken und Handeln in erster Linie metaphorisch strukturiert sei.2 Demnach wird unter Metapher die Denkstruktur verstanden, die in der Sprache menschliche kognitive Prozesse spiegelt.3 Im Fokus folgender Abhandlung steht die Wirtschaftsmetaphorik in der deutschen und polnischen Presse, die als eine Ergänzung der kognitiv-semantischen kontrastiven Metaphernforschung gedacht ist. Die komplexe Wirtschaftsdomäne zeigt...

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