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Wirtschaftsmetaphorik im deutschen und polnischen Pressediskurs

Eine konfrontative Studie

Series:

Kornelia Kansy

Die Autorin präsentiert in dem Buch ein korpusbasiertes Studium der Wirtschaftsmetaphorik in der deutschen und polnischen Presse. Vor dem onomasiologisch-kognitiven Hintergrund stellt die Autorin die abstrakte und komplexe Wirtschaftsdomäne als Zielbereich verschiedener metaphorischer Konzeptualisierungen vor. Anhand einer Vielzahl an Belegen aus wirtschaftlichen Rubriken verweist sie auf die Gemeinsamkeiten und Unterschiede des Sprachenpaares Deutsch-Polnisch hinsichtlich der dort auftretenden konzeptuellen Metaphernmodelle. Die von der Autorin vorgenommene empirische Analyse der ermittelten Metaphorik hat einerseits den Gebrauch, die Frequenz, Form und Funktion des untersuchten Phänomens erläutert, andererseits die im Pressediskurs konstruierten Welten aufgegriffen.

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3. Zur Spezifik der kognitiven Metapher

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Ein solcher Zwang, auf Metaphern zurückzugreifen, signalisiert,

dass die menschliche Sprache […]in einem komplizierten Gefüge

komplexer Ausdrucks- und Mitteilungsweisenbesteht,

die ganz wesentlich von Analogien und Metaphern geprägt sind.

Matthias Kroß

Die Abwendung vom behavioristischen Forschungsansatz und die Berücksichtigung aller Strukturen menschlichen Wissens einschließlich mentaler Prozesse der Aufnahme, Speicherung und Anwendung von Informationen, d.h. die sog. kognitive Wende in der Psychologie, erfolgte in den 60er Jahren des 20. Jh. und ermöglichte somit der kognitiven Linguistik, einer sprachtheoretischen Disziplin im Rahmen der cognitive science, das Aufkommen mit ihrem Hauptanliegen, die Relationen zwischen Sprache und Denken zu erforschen.65 Erst mit dieser Veränderung hat sich die Metapher „von der sprachlichen Ausnahme zur kognitiven Regel“66 entwickelt. Die kognitive Sprachwissenschaft gewann in Europa erst in den 80er Jahren an Popularität, wogegen sie sich in den USA schon in den 70er Jahren mit den Arbeiten von Fauconnier, Fillmore, Lakoff, Langacker und Talmy etablierte.67

Mit dem kognitiven Paradigma rückt das mentale Kognitions- und Kenntnissystem in den Mittelpunkt des linguistischen Interesses.68 Tabakowska deutet die Sprache in diesem Zusammenhang als einen relevanten menschlichen Erkenntnisapparat, dass alle kognitiven Fähigkeiten, wie Wahrnehmung, Kategorisieren, Emotionen und abstrakten Gedankengang umfasst und auf gegenseitigem Einfluss basiert. Mit der Erforschung der Sprache wird somit auch der menschliche Gedankenaustausch zum Untersuchungsgegenstand.69

Kognition, ein relevanter aber auch breiter Terminus der Kognitionswissenschaften, impliziert somit auch die menschliche Sprachfähigkeit mit allen dazugehörigen Komponenten,...

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