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Zuverlässigkeit und Wirksamkeit dynamischer Verweisungen in Vereinssatzungen

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Hanna Gotta

Nach dem «SV-Wilhelmshaven»-Urteil des BGH im September 2016 (II ZR 25/15) stellte sich die Frage nach der Zulässigkeit dynamischer Verweisungen in Vereins- und Verbandsstatuten, die viele Literaturstimmen bereits seit der «Reitsportentscheidung» des BGH im Jahr 1994 (II ZR 11/94) als beantwortet ansahen.
Die Autorin greift dieses Thema auf und untersucht die möglichen Unzulässigkeitsgründe. Sie befasst sich insbesondere mit der Frage, ob die Vereinsautonomie der Verwendung von dynamischen Verweisungen in Verbandsstrukturen entgegensteht. Sie erörtert, welche Anforderungen an die Ausgestaltung von dynamischen Verweisungen gestellt werden müssen und befasst sich in diesem Zusammenhang auch mit der Bestimmtheit und Publizität der jeweiligen Verbandsstatuten. Dabei unterscheidet die Autorin zwischen verschiedenen Kategorien von Satzungsrecht und untersucht den Schutzumfang des § 25 BGB untersucht.

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Präambel: Der Papst auf der Piazza del Plebiscito

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Mit den Worten ‘a Maronna v’accumpagna! schließt Papst Franziskus bei seinem Neapelbesuch am 21.03.2015 seine Predigt. Auch auf den Plakaten, die den Papstbesuch im Vorfeld ankündigen, ist zu lesen ‘a Maronna t’accumpagna! Da es sich um einen offiziellen Anlass mit hohem Formalitätsgrad handelt – öffentliche Plakate, die den Besuch des Papstes annoncieren, die Predigt auf der Piazza del Plebiscito, die über die Massenmedien national übertragen wird – mag der Rekurs auf den (sogar verschrifteten) Dialekt zunächst aus soziolinguistischer Perspektive merkwürdig anmuten. Aus sprachhistorischer Sicht allerdings lehrt uns bereits das Konzil von Tours im Jahre 813 und die damit verbundene Entscheidung, die Predigten in den romanischen Volkssprachen zu halten, dass der Rückgriff auf eine volksnahe bzw. nähesprachliche Varietät keine ungewöhnliche Maßnahme der katholischen Kirche ist, um die Gläubigen zu erreichen.1 Wenn das Konzil von Tours ein Zeugnis dafür ist, dass auf die damalige Sprachwirklichkeit reagiert wurde und wir es mit dem Beleg eines geänderten Sprachbewusstseins zu tun haben, was sagt dann die Wahl, die neapolitanischen Zuhörer/Leser mit diesen dialektalen Worten anzusprechen, über die gegenwärtige Sprachwirklichkeit bzw. das Sprachbewusstsein in Neapel aus?

Einerseits verweist sie auf die – genauer auf eine – Sprachwirklichkeit Neapels, andererseits kreiert sie auf diese Weise auch (Sprach-)Wirklichkeit. Die Verwendung des Dialektsatzes in diesem Kontext erzeugt ein bestimmtes Neapel-Bild bzw. bedient ein (sprachliches) Stereotyp und kann damit fernerhin als deklarativer Akt der Ortskonstruktion (place-making)2 gelesen werden: Der Dialekt wird im öffentlichen Bewusstsein mit...

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