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Frau sein - Mann sein

Geschlechterrollen im östlichen Europa

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Edited By Michael Düring

Der Sammelband enthält Beiträge einer interdisziplinären Ringvorlesung des Zentrums für Osteuropa-Studien an der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel, in denen aus fachlich sehr verschiedenen Perspektiven Geschlechterrollen im östlichen Europa in den Blick genommen werden. Das Spektrum reicht von rechtswissenschaftlichen, theologischen, historischen bis hin zu literaturwissenschaftlichen und linguistischen Ansätzen. Anhand derer wird das komplexe Verhältnis der Geschlechter im östlichen Europa in unterschiedlichen Epochen im ost-, west- und südslavischen Raum thematisiert.

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Olga flucht nicht und Oleg tratscht nicht. Zur Rolle der Sprache beim Formen der Genderrollen am Beispiel der slavischen Sprachen (Petr Nádeníček)

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Petr Nádeníček (Christian-Albrechts-Universität zu Kiel)

Abstract: In this article, the author deals with three important categories of language use: sex, genus, and gender. He discusses the opposition between genus and sex, the role of the term ‘gender’, and the relationship between sex and language. At the end, questions of the influence of language on the development of personalities are focused upon, as well as questions of political language correctness, and forms of transsexuality and intersexuality, which influence language use.

Trotz der Skepsis des Autors gegenüber Modewörtern erscheint im Titel des vorliegenden Aufsatzes der Terminus Gender. Ein Grund dafür ist vor allem die Mehrdeutigkeit des Wortes Geschlecht, auf die am Anfang dieses Beitrages eingegangen wird, wobei kurz drei Begriffe – Sexus, Genus und Gender – sowie deren hier vertretene Auffassung dargestellt werden.

Unter Sexus werden folgende drei Bereiche aus der Biologie verstanden:

1) das so genannte genetische oder chromosomale Geschlecht,

2) das so genannte gonadale Geschlecht, das sich aus dem chromosomalen Geschlecht ergibt,

3) das biologische Geschlecht, das sich aus dem gonadalen Geschlecht entwickelt.1

Beim Genus handelt es sich lediglich um ein mögliches Klassifikationsmerkmal von Substantiven, das zwar in seinen Ansätzen eine Versprachlichung der Kategorie Sexus ist, sich aber weiterentwickelt und verselbständigt hat. Konkret heißt dies, dass heute in manchen Sprachen die Deklinationsklassen teilweise ein Spiegelbild der Zuordnung zum Sexus darstellen. Als Beispiel kann man das Deutsche nennen:

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