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Anthropozän und Nachhaltigkeit

Denkanstöße zur Klimakrise und für ein zukunftsfähiges Handeln

Werner Mittelstaedt

Was genau ist das Anthropozän und wie ist es entstanden? Welche Kräfte wirken in ihm? Wohin führt es die globale Zivilisation? Hat das Anthropozän die Klimakrise herbeigeführt? Gibt es durch das Anthropozän praktisch keine reale Nachhaltigkeit mehr? Was kann aus den vielen Krisen im Anthropozän gelernt werden?

Diese Fragestellungen werden gut lesbar und anschaulich auf dem aktuellen Stand der Dinge behandelt. Auf dieser Basis stellt der Autor einen detaillierten Plan zur Abschwächung der Klimakrise vor, der durch einzelne Staaten verwirklicht werden könnte. Außerdem präsentiert er ein Konzept zur Erzielung realer Nachhaltigkeit und begründet, warum das Anthropozän als neues Erdzeitalter ausgerufen werden sollte.

In diesem Kontext geht der Autor auch auf die Coronavirus-Pandemie ein.

Das Buch schließt mit der Aufforderung, die »zweite Aufklärung« voranzutreiben. Sie ist notwendig, um das noch verbleibende Zeitfenster von wenigen Dekaden zu nutzen, damit das Anthropozän zukunftsfähig wird.

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Droht der Untergang der globalen Zivilisation?

Droht der Untergang der globalen Zivilisation?

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Die Weltgeschichte ist voll mit Beispielen von Kulturen, die aufstiegen und untergingen.

Das Beispiel des Untergangs der Kultur auf der Osterinsel sollte uns Menschen sehr nachdenklich stimmen: Sie erlitt spätestens ab dem 15. Jahrhundert einen radikalen Niedergang. Ihre Bevölkerung reduzierte sich innerhalb von nur einhundert Jahren auf ein Fünftel. Der Geographieprofessor und Autor zahlreicher Bücher Jared Diamond hat sich in seinem Buch »Kollaps. Warum Gesellschaften überleben oder untergehen« (2006) damit intensiv und mit sehr viel Hintergrundinformationen beschäftigt. Für ihn liegt der Grund für den Zusammenbruch der Kultur der Osterinsel darin, dass ihre Einwohner alle Bäume auf der Insel gefällt hatten. Ohne Bäume konnten sie keine Fischerboote mehr bauen. Wegen der gefällten Bäume erodierte zudem der Boden. Weil sich die Krise immer weiter verschlimmerte, gab es interne Kriege. In religiöser Übersteigerung wurden immer größere Statuen, die Moai, aufgestellt und deshalb noch mehr Bäume gefällt, die dazu dienten, die Statuen zu bewegen (Diamond 2006, S. 127-153).a »[…] Ab dem Ende des 17., spätestens in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts, werden die Kultplattformen durch die Insulaner selbst systematisch zerstört und die Statuen umgeworfen. Es kommt zu einem völligen Verfall der ←119 | 120→tradierten, auf der Ahnenverehrung fußenden Kultur […] «, ist bei Wikipedia unter Einbeziehung zahlreicher Quellen nachzulesen.113

Letztendlich haben die Bewohner der Osterinsel ihre Rohstoffe ungefähr ab dem 13. Jahrhundert massiv ausgebeutet, zudem ihre Ökosysteme zerstört...

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