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Untersuchungen zum Urslavischen: Einleitende Kapitel, Lautlehre, Morphematik

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Georg Holzer

Gegenstand dieses Buches ist das um ca. 600 n. Chr. gesprochene Urslavische. Nach der historischen und geographischen Einordnung und der Bestimmung der soziolinguistischen Funktion dieser Sprache behandelt das Buch theoretisch und empirisch die Frage ihrer Einheitlichkeit. Es folgt die hauptsächlich auf die Lehnbeziehungen des mittelalterlichen Slavischen gestützte Rekonstruktion der Phonetik des Urslavischen und der Lautung und Akzentuierung urslavischer Wörter. Danach werden Bereiche der Morphologie des Urslavischen, insbesondere der Wortbildung, detailliert behandelt, wobei im Wesentlichen auf die Methoden der „generativen Phonologie" zurückgegriffen wird. Auch da wird die urslavische Akzentologie konsequent mitberücksichtigt.

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§ 20. Nominale Präfixkomposita und Postverbalia mit dem Interfix °ḕ˙

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Das Interfix °ḕ˙ tritt nach den Präpositionen bzw. Präfixen °pa ‘nach’ und °pra ‘vor’ auf und ergibt mit diesen zusammen die Präfixe ursl. *pā˙ ‘nach’ und *prā˙ ‘vor’. Vgl. Le Feuvre 2011: 201-206. Den Komposita mit ursl. *pā˙ oder *prā˙ stehen Komposita ohne Interfix oder mit anderem Interfix gegenüber, vgl. ursl. °pa|èé˙|ze˙j|à|u ≥ 1 2 3 14 23 *pazaju «pozojь» ‘Drache’ (> nšt. pòzōj, G Sg. pòzoja, s. § 14), ursl. °pra|èé˙|kwejt|ø|u ≥ 2 3 7 14 23 *prakwitu «prokvьtъ» (> nšt. pròcvat; s. § 18), ursl. °pra|q|kwejt|ø|u ≥ 2 7 14 23 *prakwitu «prokvьtъ» (> nšt. prȍcvāt; s. § 19). Die Bedeutungen ‘nach’ und ‘vor’ können in den Komposita verblasst sein. Auch bei Bildungen mit dem Interfix °ḕ˙ kann es unter Umständen unklar sein, ob ein Kompositum aus Präfix und Verbalnomen, also ein Nominalkompositum vorliegt oder ein Postverbale aus einem verbalen Präfixkompositum (s. § 17).

Das Interfix °ḕ˙ dürfte durch falsche Abtrennung eines Laryngals, mit dem Zweitglieder anlauten konnten, bzw. durch Winters Gesetz entstanden sein (vgl. Le Feuvre 2011: 208-210, 220).

Beispiele mit °pa|ḕ˙ (zum Präfix *pā˙ «pa» vgl. Skok II 583; Derksen 2008: 407; Le Feuvre 2011: 205: es hat „intonation rude“; Kapović 2015: 145 Fn. 492 ←200 | 201→und 504 Fn. 1798: es ist „akutiran i dominantan, dakle uvijek naglašen“; Snoj 2014: 58: es bezeichnet etwas Späteres, sekundär etwas...

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