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Neue Lesarten ausgesuchter Texte der Kinder- und Jugendliteratur

Literaturwissenschaftliche Erkundungen von der Biene Maja bis hin zu Tschick

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Edited By Anke Christensen and Olaf Koch

Dieser Sammelband widmet sich neuen Lesarten der Kinder- und Jugendliteratur. Dabei werden zum einen Werke der Weltliteratur behandelt, die als klassisch zu bezeichnen sind und unter neuen Fragestellungen betrachtet werden. Andere Aufsätze sollen wiederum als Baustein dienen, ein Forschungsdesiderat zu schließen. Beispielsweise erweist sich Kinder- und Jugendliteraturforschung überwiegend als Prosaforschung, so dass eine Betrachtung des Dramas „Ehrensache" einen Beitrag dazu leistet, auch Jugenddramatik als Forschungsgegenstand zu etablieren. Das kinderliterarische Werk Almut Hoppes ist bislang kaum beforscht. Ebenso haben die Kinderbücher um den „kleinen Nick" oder Andreas Steinhöfels „Es ist ein Elch entsprungen" bisher kaum Beachtung in der Kinder- und Jugendliteraturforschung gefunden.

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Weihnachten im tragikomischen Familienroman. Andreas Steinhöfel: Es ist ein Elch entsprungen (1995)

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Einleitung

Am Abend des dritten Advents stürzte Mr Moose auf unser Haus im Finkenwaldweg. Zur Adventszeit singen und musizieren wir, daher befanden wir uns im Wohnzimmer: Kiki saß am Klavier, Mama spielte die Blockflöte und ich war für den Gesang zuständig. Ich habe einen besonders schönen Knabensopran. […] Es waren nicht die Englein, die vom Himmel kamen, es war Mr Moose. Ein ohrenbetäubendes Krachen ertönte und im nächsten Augenblick stürzte er auch schon durch die Zimmerdecke. Genauer gesagt, stürzte er erst durch das Hausdach und dann durch die Zimmerdecke. Der Boden unter meinen Füßen vibrierte. Ich hörte Mama und Kiki schreien.1

Derart rasant, schnell in medias res gehend,2 beginnt das Weihnachtsbuch Es ist ein Elch entsprungen von dem Erfolgsautor Andreas Steinhöfel. Die Handlung des Kinderbuches sei hier kurz umrissen: Ein Elch namens Mr Moose kracht durch das Dach der Familie Wagner, bestehend aus Mutter Kirsten mit ihren Kindern Kiki und Bertil, von dem Vater lebt die Familie seit einem Jahr getrennt. Der mit Hilfe von Milchstraßenstaub fliegende Elch, der probeweise einen Schlitten von Santa Claus zog, war wegen einer Quellwolke aus der Kurve der Milchstraße geflogen und so im Haus der Familie Wagner gelandet. Santa Claus sucht daraufhin sein Zugtier, wird bei den Wagners fündig, erlebt fröhliche Stunden und verlässt am Ende betrunken deren Haus, um sich in der Psychiatrie wiederzufinden. Natürlich gelingt es den...

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