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Et in Arcadia ego. Rom als deutscher Erinnerungsort

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Edited By Joanna Jabłkowska and Karolina Sidowska

Dieses Buch bezeugt eine fortwährende Faszination für die Ewige Stadt, nicht nur in vergangenen Epochen der Klassik und Romantik, sondern auch in der zeitgenössischen deutschsprachigen Literatur – unter anderen bei Wolfgang Koeppen, Ingeborg Bachmann, Rolf Dieter Brinkmann, Hanns-Joseph Ortheil, Uwe Timm und Josef Winkler. Rom bleibt ein wichtiges Ziel für (Bildungs-)Reisen, Ort für Stipendienaufenthalte (Villa Massimo) und ist stets Quelle der abendländischen Kultur im europäischen Bewusstsein. Die Auseinandersetzung mit dieser Tradition, vor allem mit Goethes kulturprägenden Bildern aus der Italienischen Reise, mit der realen Stadtlandschaft und ihrer Ikonographie in der Pop-Kultur verläuft in der Gegenwartsliteratur oft kritisch und dient nicht zuletzt der Reflexion über eigene private oder nationale Ansprüche und Identitäten.

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Vorwort

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Der vorliegende Band ist Resultat aus einer wissenschaftlichen Tagung, die vom 20. bis 22. September 2018 an der Universität Lodz stattfand. Die Vortragenden aus verschiedenen europäischen Ländern (Deutschland, Dänemark, Italien, Griechenland, Österreich und Polen) befassten sich innerhalb von drei Konferenztagen mit dem Schwerpunkt „Rom als Erinnerungsort in europäischen Kulturen“ aus unterschiedlichen Blickwinkeln, wobei die literaturwissenschaftliche Perspektive neben der historischen, kunst- und medienkritischen oder politischen deutlich überwog. Der Band versammelt Artikel in deutscher Sprache, die eine germanistische Sicht auf Rom problematisieren. Geschichtlich gesehen werden dafür Texte verschiedenster Autoren_innen herangezogen: angefangen mit klassischen Werken bis zur Gegenwartsliteratur von Schriftsteller_innen, die zumeist als Stipendiat_innen der Villa Massimo ihre Erfahrungen in Rom aufgezeichnet hatten. Johann Wolfgang Goethes (1749–1832) Aufenthalt in Rom wird in keinem Beitrag direkt thematisiert, doch der berühmteste Rom-Reisende der deutschsprachigen Dichtung ist als Bezugspunkt in den Artikeln des Bandes stets präsent. Wie die im Band versammelten Texte wohl zeigen, sind die deutschen Reflexionen über Rom als (Erinnerungs-)Ort sowie über die kulturelle und literarische Tradition der ‚Ewigen Stadt‘ keineswegs nur affirmativ, sondern variieren von einer enthusiastischen Bewunderung im Stil Goethes bis zu Überdruss, Irritation und kritischem Hinterfragen. Nicht selten handelt es sich um ein intertextuelles Spiel mit den etablierten Mustern und Konventionen. Eins ist sicher: Ob bewundert oder abgelehnt, lässt sich das kulturelle Erbe, das in Goethes Werk wohl am nachhaltigsten und ausdruckvollsten gewürdigt wurde, nicht ignorieren.

Die Anordnung der Beiträge erfolgte aus chronologischer...

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