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Et in Arcadia ego. Rom als deutscher Erinnerungsort

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Edited By Joanna Jabłkowska and Karolina Sidowska

Dieses Buch bezeugt eine fortwährende Faszination für die Ewige Stadt, nicht nur in vergangenen Epochen der Klassik und Romantik, sondern auch in der zeitgenössischen deutschsprachigen Literatur – unter anderen bei Wolfgang Koeppen, Ingeborg Bachmann, Rolf Dieter Brinkmann, Hanns-Joseph Ortheil, Uwe Timm und Josef Winkler. Rom bleibt ein wichtiges Ziel für (Bildungs-)Reisen, Ort für Stipendienaufenthalte (Villa Massimo) und ist stets Quelle der abendländischen Kultur im europäischen Bewusstsein. Die Auseinandersetzung mit dieser Tradition, vor allem mit Goethes kulturprägenden Bildern aus der Italienischen Reise, mit der realen Stadtlandschaft und ihrer Ikonographie in der Pop-Kultur verläuft in der Gegenwartsliteratur oft kritisch und dient nicht zuletzt der Reflexion über eigene private oder nationale Ansprüche und Identitäten.

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Das Rom-Erlebnis in Rom. Villa Massimo von Hanns-Josef Ortheil und Die römische Saison von Lutz Seiler: (Agnieszka Sowa)

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Agnieszka Sowa

Abstract: Gegenstand des Beitrags sind zwei Werke der gegenwärtigen deutschen Prosa. Der Roman von Hanns-Josef Ortheil Rom. Villa Massimo und Die römische Saison. Zwei Erzählungen von Lutz Seiler. Die Grundsituation ist in beiden Fällen ähnlich: eine Italienreise – ein Aufenthalt in Villa Massimo in Rom, der die schriftstellerische Tätigkeit fördern soll. Die ‚Ewige Stadt‘ wird zur Kulisse der Reflexionen zur Natur des Schreibprozesses und der Kreativität. Das Ziel der Untersuchung ist es, die Rolle und das Bild von Rom in diesen Texten zu ermitteln und zu vergleichen.

Schlüsselwörter: Rom, Hanns-Josef Ortheil, Lutz Seiler, Villa Massimo, Schaffenskrise, Schaffensprozess

Für die nachstehenden Erwägungen zu Rom in der Kunst mag folgende Äußerung von Federico Fellini (1899–1983), einem unumstrittenen Rom-Künstler, einen Ansatzpunkt bilden:

Rom ist eine horizontale Stadt aus Wasser und Erde, hingebreitet, und darum eine ideale Plattform für die Phantasie. Die Intellektuellen, die Künstler, die immer in Reibung leben zwischen zwei Dimensionen – zwischen Wirklichkeit und Vorstellung – finden hier den richtigen und befreienden Anstoß für ihre geistige Arbeit, abgesichert durch eine Nabelschnur, die sie in der Realität verankert.1

Rom als eine ‚ideale‘ Stadt für Intellektuelle und Künstler, Stadt des „befreienden Anstoßes für die geistige Arbeit“ war ein Ziel der Bildungsreisen, die bekanntlich ein wichtiger Bestandteil der europäischen Kulturlandschaft waren und sind.2 Gegenstand der folgenden Analyse sind zwei Texte: Von Rom...

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