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Et in Arcadia ego. Rom als deutscher Erinnerungsort

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Edited By Joanna Jabłkowska and Karolina Sidowska

Dieses Buch bezeugt eine fortwährende Faszination für die Ewige Stadt, nicht nur in vergangenen Epochen der Klassik und Romantik, sondern auch in der zeitgenössischen deutschsprachigen Literatur – unter anderen bei Wolfgang Koeppen, Ingeborg Bachmann, Rolf Dieter Brinkmann, Hanns-Joseph Ortheil, Uwe Timm und Josef Winkler. Rom bleibt ein wichtiges Ziel für (Bildungs-)Reisen, Ort für Stipendienaufenthalte (Villa Massimo) und ist stets Quelle der abendländischen Kultur im europäischen Bewusstsein. Die Auseinandersetzung mit dieser Tradition, vor allem mit Goethes kulturprägenden Bildern aus der Italienischen Reise, mit der realen Stadtlandschaft und ihrer Ikonographie in der Pop-Kultur verläuft in der Gegenwartsliteratur oft kritisch und dient nicht zuletzt der Reflexion über eigene private oder nationale Ansprüche und Identitäten.

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Alle Wege führen nach Rom und zu dem, was es meint – oder: womöglich jüdische Erörterungen zu der Stadt: (Martin A. Hainz)

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Martin A. Hainz

Abstract: Im Folgenden sei Rom als die Begründung eines Netzwerks gedacht, darin primus inter pares, Modell und Paradigma, das aber die Differenz in der Wiederholung kennt. Fundament des Netzwerks ist das römische Recht, das kein Gewohnheitsrecht sein soll, sondern universell, qua Diskursivität. Dieser Akut auf Sprache und Kultur, auch einer sedimentierten, wie Robert Gernhardt nahelegt, wird mit Johann Wolfgang von Goethe, vor allem aber mit jüdischen Denkern – u.a. Karl Kraus, Theodor W. Adorno, Walter Benjamin, Hélène Cixous, Jacques Derrida und Vilém Flusser – als Modell untersucht, das mit großen Hoffnungen verbunden ist; zugleich ist dem Theoriemodell („Glomus“, nennt es Jean-Luc Nancy) nicht nur ein Potential eigen, es weist auch Abgründe auf; auch Weimar war eine Art Rom, damit aber noch Buchenwald.

Schlüsselwörter: Rom, Urbanität, Netzwerk, Sprachgerechtigkeit, Glomus, Buchenwald

Rom wird bald als der Ort, wohin alle Wege führen, beschrieben, das heißt: als Knoten, der sich sein Netz etabliert, „wie eine Spinne in einem dichten Straßennetz“1 spinnt die ‚Ewige Stadt‘ dies. Allerdings ist nicht nur das Netz an Rom gebunden, vielmehr Rom an sein Netz. Hernach gilt doppelt für jede Stadt dieses Netzes, dass sie ein wenig wie Rom ist, abhängig und Kopie, die doch keine ist, jede „hat etwas Kurioses“, von jeder lässt sich sagen, dass sie „einzig ist, unwiederholbar“, immer „macht so schnell ihr keiner (das) nach.“2 Die Pointe dieses Stadtgedichts...

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