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Gewalt, Krieg und Geschlecht im Mittelalter

Edited By Amalie Fößel

Gewalt und Krieg sind heute wie auch in der Vormoderne keine ausschließlich männliche Domäne, sondern Räume der Männer und Frauen gleichermaßen. In Zeiten kriegerischer Auseinandersetzungen werden Geschlechterrollen ausgebildet, konforme und abweichende Verhaltensweisen ausprobiert und Konzepte von Männlichkeit und Weiblichkeit entwickelt. Erstmals für die Epoche des Mittelalters (7.-16. Jahrhundert) werden daraus resultierende Fragestellungen im interdisziplinären und kulturübergreifenden Vergleich untersucht. Die Beiträge erörtern Geschlechterbeziehungen auf Darstellungs- und Handlungsebene und beschreiben Interaktionsformen in Kontexten von Gewalt und Krieg. Über den europäischen Raum mit seinen zahlreichen Fehden und Heerzügen hinaus werden auch die Kreuzzüge in den Blick genommen.

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Mit sanfter Hand – Handlungsspielräume der Mailänder Herzogin Bianca Maria Visconti (Jessika Nowak)

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Jessika Nowak

Mit sanfter Hand – Handlungsspielräume der

Mailänder Herzogin Bianca Maria Visconti

Abstract: Bianca Maria Visconti is well-known thanks to numerous Renaissance pictures representing her as an angelic Madonna. But appearances are deceiving. The duchess was a very powerful, well-connected woman wielding considerable political influence especially during times of war, during her husband’s illness and, after his death, as her son’s co-regent.

„Sforza“ – Stärke und Gewalt im wortwörtlichen Sinne – war(en) unbestritten Bianca Maria Visconti,1 der Gattin des gefürchteten Söldnerführers und späteren Mailänder Herzogs Francesco Sforza,2 in besonderem Maße zu eigen, auch ←261 | 262→wenn die Besucher der verschiedenen Museen und Galerien die Herzogin aufgrund des sanften Erscheinungsbildes in den Gemälden, in denen sie häufig als Madonna begegnet, heute nicht unmittelbar und in erster Linie mit eben dieser Stärke und Entschlossenheit assoziieren dürften. Die registri ducali, die heute noch weitgehend unerschlossen im Mailänder Archivio di Stato schlummern3 und die dort aufbewahrte Korrespondenz der Herzogin, von der Marilyn Nicoud4 und Maria Nadia Covini5 nur einen kleinen Bruchteil der Öffentlichkeit zugänglich gemacht haben,6 sprechen jedoch eine ganz andere Sprache. Es lohnt sich daher, sich der Figur Bianca Marias einmal verstärkt unter diesem Blickwinkel zu nähern und insbesondere die Handlungsspielräume der Herzogin näher zu betrachten. Interessant ist – dies sei eingangs noch angemerkt –, dass es durchaus andere weibliche Mitglieder der Familie Sforza gibt, deren Bild und Nachruhm sich doch in erheblichem Umfang mit ebenjener sforza und einer regelrechten Kämpfernatur verbinden lassen. Francesco Sforzas Enkelin etwa, Caterina Sforza,7 eine illegitime Tochter des Mailänder Herzogs Galeazzo Maria ←262 | 263→Sforza, die Witwe des päpstlichen Neffen Girolamo Riario und die Herrin von Forlì, ist als „Tigerin“, als „la tigressa“, in die Geschichte eingegangen.8 Neben Caterina, die Ernst Breisach als „Renaissance virago“ bezeichnet9 und die sicherlich den prominentesten und bekanntesten Fall darstellt, finden sich aber solche Assoziationen auch schon in früheren Generationen. Bereits Francesco Sforzas Großmutter, Eliana Petracini, galt als „Mannweib“ und man sagte von ihr, dass sie „jedem, der es wagte, sie anzugreifen, einen guten Kampf bot“.10 Auch Elianas Töchter, Francesco Sforzas Tanten, sollen alle der Mutter nachgeschlagen sein, „jederzeit bereit, zur Waffe zu greifen, um ihren Familienmitgliedern oder Verwandten zu helfen“.11 So wird von Francesco Sforzas Tante Margherita etwa folgende Episode berichtet, die sich zugetragen haben soll, als Königin Johanna II. von Neapel eine Gesandtschaft nach Tricarico geschickt hatte, welches die Herrscherin nach der Inhaftierung von Margheritas Bruder (und Francesco Sforzas Vater) Muzio Attendolo leicht einzunehmen gedachte. Der mutigen Margherita soll bei dieser Gelegenheit gleich ein doppelter Triumph gelungen sein: Zum einen konnte sie die verblüffte Gesandtschaft überrumpeln und gefangen setzen, die geglaubt hatte, mit einer Frau leichtes Spiel zu haben, und die davon überrascht worden war, dass ihr Margherita mit einem Schwert bewaffnet an der Spitze ihrer Truppen entgegengestürmt war. Zum anderen vermochte sie, mittels der bei der erfolgreichen Verteidigung von Tricarico gemachten Geiseln, die Freilassung ihres Bruders zu erzwingen.12

Auch Bianca Maria, Caterinas Großmutter und die Gemahlin von Margheritas Neffen, besaß, wie gesagt, ein „Kämpferherz“.13 Umso mehr mag zunächst erstaunen, dass ihr Name sich so stark in unseren Vorstellungen mit jenen ←263 | 264→eingangs erwähnten Madonnenportraits verbindet.14 Da die Gemälde jedoch von den besten Malern ihrer Zeit in ihrem Auftrag erstellt worden waren, wird davon auszugehen sein, dass die Verbreitung eines derartigen Bildes durchaus ihrem Wunsche entsprach. Wenn sich diese Wahrnehmung von ihr sogar bis in die heutigen Tage gehalten hat, mag man hier einmal mehr einen Ausweis ihres Geschicks sehen, Meinungen in ihrem Sinne zu lenken. Teilte Bianca Maria gewiss mit vielen anderen Angehörigen aus dem Hause Sforza das „Kämpferherz“, so hob sich die Tochter des letzten Visconti-Herzogs doch durch ihr großes politisches Gespür und Geschick deutlich von den Gemahlinnen ihres Vaters ab: Die ihr vorausgehende Herzogin, Maria di Savoia,15 hatte weder im politischen noch im alltäglichen Leben ihres Mannes Filippo Maria16 eine Rolle gespielt. Deren Vorgängerin wiederum, Filippo Maria Viscontis erste Gemahlin Beatrice di Tenda, die Witwe des berühmten Condottiere Facino Cane,17 hatte ←264 | 265→dies zwar versucht; doch hatte Filippo Maria diese unliebsame Gattin sehr rasch ausgeschaltet. Es war ein offenes Geheimnis, dass der Herzog sie nach dem Tod des Söldnerführers hatte ehelichen müssen, um zu verhindern, dass sich ein anderer dessen Truppen bemächtigte. Doch war es Filippo Maria ein leichtes, sie bald des Ehebruchs anzuklagen und zu verurteilen. Bianca Maria hingegen, die kluge Tochter des Filippo Maria Visconti, die 1425 aus einer Liaison mit dessen Geliebter, der aus einer angesehenen Mailänder Juristenfamilie stammenden Agnese del Maino18, hervorgegangen war, wusste die Mailänder Geschicke über gut eineinhalb Jahrzehnte sehr erfolgreich mitzubestimmen und maßgeblich mitzugestalten. Trotz des Makels ihrer unehelichen Geburt hatte ihr Vater schon früh versucht, Bianca Maria zur Contessa erheben zu lassen und sie territorial auszustatten. Bereits 1428 war er mit der Bitte an Sigismund herangetreten, ihm die Erlaubnis zur Legitimierung Bianca Marias zu erteilen. Sigismund stand diesen Versuchen jedoch zunächst reserviert gegenüber und gab seine ablehnende Haltung erst 1430 auf, als Filippo Maria Visconti ihm 1200 Dukaten für die Anerkennung Bianca Marias zu zahlen bereit war.19

Von den Söldnerführern hochbegehrt

Bianca Maria wurde schon in jungen Jahren zum Spielball der militärisch-politischen Erwägungen und Händel ihres Vaters, der sie bald diesem, bald jenem Söldnerführer als Braut in Aussicht stellte. Als Bianca Maria sechs Jahre alt war, offerierte ihr Vater sie als Verlobte dem populären Condottiere Francesco Sforza, den er einst hatte gefangen setzen lassen und den er nun keinesfalls im gegnerischen Lager sehen wollte. Der Herzog wusste, dass er im Kampf gegen Venedig die Dienste des erfolgreichen Condottiere unbedingt benötigte.20 Später verhandelte Filippo Maria dann über die Hand seiner Tochter mit einem anderen Söldnerführer, Niccolò Piccinino, der Bianca Maria gerne mit seinem Sohn Carlo vermählt hätte. Francesco Sforza konnte sich schließlich jedoch durchsetzen und ←265 | 266→das einzige überlebende Kind des letzten Herzogs aus dem Hause der Visconti im Jahre 1441 zur Frau nehmen.21

In den Marken und in Cremona

Bereits im Mai 1442 betraute Francesco Sforza seine Gemahlin während seiner Abwesenheit mit der Statthalterschaft in den Marken – alles andere als ein einfaches Terrain, galt es hier doch, sich nicht nur gegenüber den Interessen von Papst Eugen IV. zu behaupten, sondern auch gegenüber jenen des Königs von Neapel, Alfons von Aragon.22 1447 soll Bianca indes, als „ihr“ Cremona, das sie als Mitgift erhalten hatte, von venezianischen Truppen angegriffen wurde und ihr Gemahl andernorts gebunden war, die Verteidigung mobilisiert, sich an die Spitze der Einwohner gestellt und diese ins Gefecht geführt haben. „Als einer der heranstürmende Venezianer es wagte, sein lautes ‚Marco, Marco!‘ zu schreien“, so heißt es bei Maike Vogt-Lüerssen, „soll sie ihm ihren Speer entgegen geschleudert haben, der durch seinen Mund drang und ihn sofort zum ewigen Schweigen brachte“.23 Beflügelt und angespornt durch diese Aktion, sei es den Bürgern von Cremona gelungen, die Angreifer zu vertreiben; sicher eine Legende, aber hinsichtlich dessen, was man Bianca Maria zuzutrauen können glaubte, doch aussagekräftig.

Wenige Jahre später, so wird zudem berichtet, habe sie, als Rebellen Monza zu stürmen drohten, nicht ihren in Brescia kämpfenden Gemahl um Beistand gebeten, sondern sei erneut mutig an der Spitze der Einwohner den Aufständischen entgegengezogen und habe diese in die Knie gezwungen.24 Einer weiteren Anekdote zufolge soll Bianca Maria ihren Gatten, der gerade eine Belagerung wegen eines Unwetters abzubrechen drohte, dazu bewogen haben, zwei neue Kanonen aufzustellen und die Bombardierung fortzusetzen, woraufhin die Belagerten kapituliert hätten.25 Auch wenn sie den ersten beiden Anekdoten zufolge ←266 | 267→aktiv ins Kampfgeschehen eingebunden war, während ihr in letzterem Falle nur eine zentrale Beraterfunktion zukam, so scheint allen drei Episoden doch etwas gemein: Ähnlich wie Jeanne d’Arc, die knapp ein Jahrzehnt zuvor nicht nur bei Orléans durch ihre reine Begeisterungs- und Überzeugungskraft Wundersames bewirkt hatte – und das obgleich sie nie den militärischen Oberbefehl innehatte –, wusste Bianca Maria wohl ebenfalls auf besondere Weise zu motivieren und war, wenn man so will, für die „psychologische Kriegsführung“ ganz entscheidend.

Bianca Maria als Herzogin

Noch wichtiger und unverzichtbarer sollte Bianca Maria für ihren Gemahl allerdings bald in Mailand selbst werden: So hatte Bianca Maria einen nicht unerheblichen Anteil daran, dass ihr Gatte, trotz erheblicher Widerstände, die ihm nicht nur aus dem Reich entgegenschlugen, der Ambrosianischen Republik, die 1447, nach dem Tode von Bianca Marias Vater ausgerufen worden war, ein Ende zu setzen vermochte. Dank der exzellenten Netzwerke, die sie durch ihre Eltern im Mailändischen besaß, konnte Bianca Maria starke Oppositionen überwinden. Bianca Maria, die „donna che amava il potere“,26 wusste dank ihrer guten Verbindungen im Mailändischen die Rechtmäßigkeit der Ansprüche, die vom Haus Orléans, in Savoyen, aber auch in Venedig und in Neapel erhoben wurden, fraglich erscheinen zu lassen,27 und so konnte ihr Gemahl 1450 in der Nachfolge seines Schwiegervaters als neuer Herzog in Mailand einziehen.

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Zumindest bis zum Friedensvertrag von Lodi, der im April 1454 geschlossen werden sollte28 und der den großen inneritalischen Streitigkeiten vorerst ein Ende bereitete, sollten Bianca Marias Handlungsspielräume beträchtlich bleiben. Auch wenn Maike Vogt-Lüerssen vielleicht etwas sehr überschwänglich ist, wenn sie Bianca Maria Visconti „nicht nur [als] eine der hervorragendsten Politikerinnen und Diplomatinnen ihrer Zeit“ bezeichnet,29 sondern wenn sie auch davon ausgeht, dass Bianca Maria an ihres Gemahls Seite „als gleichberechtigte Partnerin das mailändische Herzogtum regierte“,30 so darf doch der Einfluss Bianca Marias keineswegs unterschätzt werden. Zunächst eher im Hintergrund verdeckter agierend, ihre Macht – um erneut Maria Nadia Covini zu zitieren – „sotto la specie del patronage, dell’influenza indiretta“31 ausübend und so geschickt eine „propria sfera d’azione al femminile“ generierend,32 sollte sie dann, ab 1452, als ihr Mann ins Feld zog, weil Venedig ihm den Krieg erklärt hatte, als Regentin noch deutlich sichtbarer werden. Dass sie sich zuvor stärker zurückgehalten hatte, deutet Maria Nadia Covini als Zeichen dafür, dass Bianca Maria die Autorität und die noch fragile Position ihres Gemahls nicht nach außen habe weiter untergraben und schwächen wollen, doch sei ihr diese Zurückhaltung nicht immer leicht gefallen sein: „La decisione, sicuramente, le era costato molto, ma aveva considerato che una condivisione delle responsabilità avrebbe sicuramente diminuito l’autorità del principe nuovo“.33

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Die Regentschaft 1452

Kriegszeiten – und damit verbundene Absenzen ihres im Feldlager unabkömmlichen Gemahls – erhöhten, wie bereits angeklungen ist, die Aktionsräume der Herzogin erheblich. Sie war in diesem Kontext für den Herzog nicht nur insofern wichtig, als er ihren Schmuck verpfänden konnte, um die für den Kriegsfall mehr denn je erforderlichen Kredite zu erhalten.34 Ihr kam in Kriegszeiten auch eine ganz aktive Rolle zu, führte sie nun doch gewissermaßen die Regentschaft und traf sich zu langen Besprechungen mit Angelo Simonetta, wenn man so will, dem Kopf des Consiglio Segreto.35 In Zeiten der Regentschaft bediente Bianca sich nicht nur ihrer eigenen Kanzlei,36 sondern auch der Cancelleria di Stato.37 Sie ließ unter anderem littere passus, littere familiaritatis, littere exemptionis, littere salviconductus, littere civilitatis, littere gratie homicidii, littere gratiarum und littere contra debitores38 ausstellen, doch gab es interessanterweise selbst während ←269 | 270→der Zeit ihrer Regentschaft gewisse Belange, die sie an den Herzog weiterreichte bzw. hinsichtlich der sie den betreffenden Bittsteller bat, sich direkt an den Herzog zu wenden, weil sie für diese Angelegenheit nicht zuständig sei. So hatte die Herzogin, die mit dem Herzog fast tagtäglich kommunizierte39 und unruhig wurde, wenn sie mehrere Tage von diesem nichts gehört hatte40 oder wenn dessen Schreiben nicht von dessen Hand unterzeichnet waren,41 bereits zu Beginn des Jahres 1452 geschrieben, sie habe einem Bittsteller gesagt che non me impaciaria de simile cose ma che ne scriveria alla s.v.42 Es mag dabei dahingestellt bleiben, ob Francesco Sforza sich die Entscheidung über gewisse Belange explizit vorbehalten hatte, oder ob Bianca Maria auf diese Weise dornige Angelegenheiten von sich fernhalten wollte oder ob sie nur in unliebsamen Betreffen auf diesem Wege Zeit schinden wollte.

Ein heikler Punkt war immer die Ernennung der officiali. Bei dieser wirkte Bianca Maria zwar in Zeiten der Regentschaft mit, in weniger krisenreichen ←270 | 271→Zeiten überließ sie die Entscheidung über die officiali und deren Ernennung jedoch ihrem Gemahl und dessen erstem Sekretär. So schrieb Bianca Maria etwa am 7. Juli 1452 an ihren Gatten, sie habe, angesichts des Krieges, den Guglielmo di Monferrato derzeit gegen sie führe, und zum Schutze von Novara sich der großen Hingabe und Treue erinnert, die Giorgio del Maino immer gegenüber dem Herzogtum gezeigt habe und zeige. Mit der Zustimmung des Herzogs habe sie ihn daher zum commissario ernannt und ihn nach Novara geschickt.43 Dort habe sich Giorgio del Maino, den sie als Georgio nostro del Mayno bezeichnete, sehr bewährt, weshalb man doch nun, da sich die Amtszeit des Giacomo Scrovegni als podestà in Novara dem Ende zuneige, die podestaria Giorgio del Maino als Belohnung für dessen Verdienste zugestehen solle.44 Francesco Sforza war offenbar von dieser Idee nicht allzu angetan und hätte das Amt lieber dem meistbietenden Aspiranten gegeben, doch Bianca Maria setzte sich durch.45

Bemerkenswert ist, dass sie ihre Ziele häufig mit einer sehr emotionalen Note in ihren Schreiben erreicht zu haben scheint. Ob das Spielen über die „emotionalen ←271 | 272→Bande“ generell ein Zug der Herrscherinnen dieser Zeit war46 oder ob er spezifisch aus einer bewussten Strategie der Herzogin resultierte, muss dahingestellt bleiben. Auffällig ist in jedem Fall, wie nachdrücklich Bianca Maria – bzw. der in ihrem Auftrag und unter ihren Augen schreibende Sekretär47 – unterstrich, dass ihre Bittgesuche und Empfehlungen ex corde kämen48 bzw. wie eindringlich sie betonte, wie sehr ihr gewisse Angelegenheiten am Herzen, al core, lagen.49 Ihren Gemahl wiederum bat sie, ihre Ersuchen aus Liebe zu ihr (per mio amore) zu erfüllen.50 Andererseits versäumte sie es ebenfalls nicht, zu betonen, wie tief sie das Abschlagen einer Bitte treffen würde. Ein Zurückweisen machte sie etwa zur unglücklichsten Frau der Welt (Me terria la più malcontenta donna del mondo)51 oder ließe sie gar aus Verzweiflung vor Kummer sterben (io morira desperata se io non vincesse questa pugna).52 In den herzoglichen Schreiben finden sich keine entsprechenden Passagen. Und nicht nur in die Schreiben mag man einen weiblichen Tenor hineinlesen. Auch bei ihrer Regierungsweise kann man zuweilen die weibliche Hand erahnen, erregten ihre Milde, ihre große Nachsicht, die sie walten ließ, und ihre anhaltende Sorge, die Ehre der anderen zu wahren, doch gelegentlich auch den Unwillen ihres Gemahls, der sich mitunter ein noch ←272 | 273→härteres Vorgehen gegen die Aufständischen erhofft hätte.53 Der hohe Stellenwert, den Bianca Maria der Wahrung der Ehre zumaß, ist vielleicht auch dadurch zu erklären, dass Bianca Maria sich während der Phase, in der ihr Mann im Feld war, vorwiegend auf die aristokratischen Familien stützte. Ihr Gemahl indes war bemüht, den Einfluss eben dieser Familien zu beschneiden, und suchte in erster Linie den Rückhalt der Bürgerlichen.54 Insbesondere nachdem Francesco Sforza aus dem Feld zurückgekehrt war und erfolgreich den Frieden von Lodi hatte aushandeln können, sollte er verstärkt diese Linie verfolgen.

Nach dem Frieden von Lodi

In den folgenden Jahren agierte Bianca Maria Visconti wieder vermehrt aus dem Hintergrund heraus und spielte ihren Einfluss vorrangig über die Patronage aus. Sie verteilte großzügig finanzielle Zuwendungen, Privilegien, Geschenke und andere Gunsterweise, wovon immer noch acht Register zeugen.55 Doch auf dem diplomatischen Parkett kam ihr in jedem Fall hinter den Kulissen eine bedeutende Rolle als ‚Strippenzieherin‘ zu. Die Gesandten kontaktierten sie gerne, insbesondere dann, wenn der Herzog längere Zeit nicht auf ihre Schreiben reagierte oder ihre Anliegen und Vorschläge ignorierte.56 Sie war in Bischofserhebungen involviert57 und ebenso in die Verhandlungen um die Anerkennung Francesco ←273 | 274→Sforzas durch Friedrich III. eingebunden.58 Bianca Maria, die Papst Pius II. in seinen Commentarii als magni animi et singularis prudentiae mulier beschreibt,59 teilte keineswegs immer die Einstellung ihres Mannes, auch nicht bei den großen politischen Fragen. So divergierten etwa beider Ansichten, als sich die Nachfolgefrage im Königreich Neapel stellte, hinsichtlich der gegenüber von Johann von Anjou und der gegenüber Frankreich einzunehmenden Haltung.60

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Mitunter fällte sie auch zugunsten ihrer Protégés Entscheidungen, die denen ihres Mannes zuwiderliefen. So störte sie etwa zu dessen Verärgerung die Abläufe am Studio pavese erheblich, als sie den Rat dazu brachte, zugunsten ihrer Ärzte neue Lehrstühle einzurichten.61

Auch wenn nach wie vor viele Fäden bei ihr zusammenliefen, wurde sie in viele Regierungsentscheidungen nicht mehr unmittelbar eingebunden. Erst als ihr Mann 1461 schwer erkrankte, übernahm sie abermals die Regierungsgeschäfte.62 Auch hier bewegte sich die Herzogin exzellent, was sogar dem mantuanischen Gesandten Vincenzo della Scalona große Bewunderung abrang, der am 31. Dezember 1461 seiner Herrin Bericht vom Gesundheitszustand des Mailänder Herzogs erstattete.63 Glücklicherweise erholte sich der Herzog, der seiner Frau trotz seiner vielen Liebschaften stets sehr zugetan war,64 jedoch wieder. Erst 1466 schied er aus dem Leben.

Bianca Maria und Galeazzo Maria: der Mutter-Sohn-Konflikt

Auch nach dem Tod ihres am 8. März 1466 verstorbenen Gemahls, als ihr ältester Sohn gerade in Frankreich weilte, gerierte Bianca Maria sich vorbildlich und regelrecht „mannhaft“. Senza mutar viso et gietar alcuna lacrima,65 ergriff sie alle wichtigen Schritte, um Unruhen vorzubeugen: Sie berief den Consiglio Segreto ein, ließ sich von all dessen Mitgliedern die Treue beeiden und versprechen, dass ←275 | 276→sie für die innere Ruhe Sorge trügen; sie wandte sich an die wichtigsten Machthaber und bat diese um deren Unterstützung und sie schrieb die Kommissare und podestà in den Schlüsselstellen ihres Herzogtums an und ersuchte diese ebenfalls um deren Treue. Sie vermochte es zudem, das Volk geschickt zu beschwichtigen, und wusste sich auch dessen Treue zu versichern, indem sie ihm, wie der Anonimo Veronese zu berichten weiß, eine signoria più amena e compatibile che la preterita fattali per esso Francesco Sforza66 versprach. Diese leichte Kritik am Herrschaftsstil ihres Mannes ist hoch interessant, und so heißt es auch in diesem Sinne bei Frano Catalano: „dimostra in lei la comprensione della necessità di non prendere soltanto provvedimenti repressivi, mentre nell’accenno alla passata signoria del marito, giudicata da lei troppo dura, si potrebbe avvertire l’eco del contrasto sui metodi di governo e sui ceti sui quali questo doveva appoggiarsi – il borghese per lo Sforza e i privilegiati e i popolari per B[ianca Maria]“.67

In der Tat vermochte sie es auf diese Weise, mit ihrem animo virile – bzw. ihrer von den Chronisten gelobten prudentia, fortitudo und constantia68 – den Herrschaftsantritt ihres Sohnes Galeazzo Maria69 recht reibungsfrei zu gestalten.70

Für rund 18 Monate lenkte Bianca Maria daraufhin die Geschicke des Herzogtums gemeinsam mit Galeazzo Maria – wobei sie, und um mit den Worten von Maike Vogt-Lüerssen zu sprechen, „in dem herzoglichen Team zwischen Mutter und Sohn die Dominante von beiden war“,71 was dann alsbald auch zu einer gewissen Verstimmung zwischen der bedachtsam agierenden Mutter und dem ungestüm und impulsiver veranlagten Sohn führte.72

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Zunächst, da die guerre colleonesche Galeazzo Marias Aufmerksamkeit banden, ihn von Mailand fernhielten und eine umfänglich geführte Korrespondenz zwischen Mutter und Sohn über politische Fragen förderten, ließen sich die Divergenzen noch überspielen. Doch bald prallten zwei verschiedene Herrschaftsauffassungen aufeinander.73 Bianca Maria stützte sich bevorzugt auf aristokratischen Familien aus Mailand, Pavia und Cremona – zu ihren Unterstützern zählten unter anderem die Crivelli, die Del Maino, die da Gallarate, die Visconti, die Pusterla und die Della Croce74 –, ihr Sohn versuchte indes, sich von eben diesen zu distanzieren.75

Galeazzo Maria störte sich an der umfänglichen – und äußerst kostspieligen – Patronage seiner Mutter und ihn enervierten vor allem die vielen mütterlichen Ermahnungen und weisen Ratschläge, die vom diplomatischen Bereich bis zur rechten Verwendung des Geldes reichten, weil er den Eindruck hatte, wie ein kleiner Junge behandelt zu werden. Ihn ärgerte es, von seiner Mutter permanent vorgehalten zu bekommen, er solle den Regierungsstil seines Vaters fortsetzen und nicht von dessen Grundsätzen abweichen. Ebenso irritierten ihn die mütterlichen Versuche, die jüngeren Brüder an der Regierung partizipieren zu lassen, indem man sie etwa in die Regierungsgeschäfte einband, Truppen für sie aufstellte oder gar ein Terrain bzw. eine kleine Enklave für sie schuf, in der sie sich erproben und ihr politisches Geschick zeigen konnten. Galeazzo Maria wollte nicht mit den jüngeren Geschwistern teilen. Ihm war die mütterliche Schirmherrschaft gänzlich zuwider. Er plante, der Mutter die Zügel, die sie noch fest in der Hand hielt, abzunehmen. Bianca Maria indes dachte gar nicht daran, ihren Einfluss aufzugeben. Sie wollte weiterhin die Geschicke mitbestimmen und die wichtigste Beraterin am Hofe bleiben. Ein Bruch beider schien nahezu unvermeidlich. Im Oktober 1467 beschuldigte Galeazzo Maria seine Mutter dann, sich von ihren Hofdamen manipulieren zu lassen und absolut ungeeignete officiali aus reiner Günstlingswirtschaft ernannt zu haben, und er band sie zu diesem Zeitpunkt kaum noch in wichtige Entscheidungen ein.76 Nach November 1467 ←277 | 278→findet sich in den offiziellen Dokumenten lediglich der Name Galeazzo Marias.77 Dieser war Anfang Dezember 1467 nach Mailand zurückgekehrt, hatte sogleich einen neuen Regierungssitz im Castello di Porta Giovia gewählt und etliche der Herzogin eng verbundene Berater aus dem Rat ausgeschlossen.78 Der vollzogene Bruch spiegelt sich auch in den Briefen wider. Dies gilt insbesondere für Bianca Marias Brief vom 6. Januar 1468. In diesem Schreiben, in dem sie ihrem Sohn mitteilte, sie werde hinsichtlich der Staatsangelegenheiten und der Belange, die die Justiz beträfen, weiter verfahren wie zuvor, aber darauf achten, dass alles auf Anordnung des Herzogs verkündet werde, wechselt die Herzogin vom familiären tu zum unpersönlichen voi über.79 Dies erboste ihren Sohn, da er sich nun als Fremder, als forestiero, behandelt fühlte.80

Die Situation wurde für Bianca Maria immer unerfreulicher, als der Herzog im Februar 1468 auch noch Maßnahmen traf, um die von ihr gewährten Audienzen zu unterbinden.81 Der Wunsch Bianca Marias, sich nach Cremona zurückzuziehen, wurde immer stärker, der Herzog erlaubte ihr jedoch nicht, Mailand zu verlassen. Erst im Mai 1468 konnte sie sich nach Cremona begeben. Der vom Herzog ausgeübte Druck und der Ausbruch der Pest zwangen die Herzogin jedoch bereits im Juni wieder dazu, Cremona zu verlassen.

Über Bianca Marias Rückzug nach Cremona, ihre Überlegungen, dieses Gebiet vom Herzogtum abzukoppeln,82 sowie über ihre Krankheit, die sie 1468 ←278 | 279→verstärkt ergriff,83 ist viel gemunkelt worden; auch ist darüber spekuliert worden, ob bei ihrem Tod, der am 24. Oktober 1468 in Melegnano erfolgte, Gift im Spiel war, weil sich Galeazzo Maria auch Cremonas zu bemächtigen wünschte. Dieses erwog Bianca Maria auf Rat König Ferrantes von Aragon als Enklave für Galeazzo Marias Bruder Sforza Maria abzuspalten, der wiederum als Bräutigam für Eleonora von Aragon vorgesehen war. Möglicherweise aber wurde hier im späteren das schwierige Verhältnis Bianca Marias zu ihrem Sohn durch die Brille der älteren, ja keineswegs harmonischen Familiengeschichte der Visconti gesehen und gedeutet: Immerhin war Caterina Visconti, die Urgroßmutter Galeazzo Marias, tatsächlich auf Geheiß ihres Sohnes, Giovanni Maria, ermordet worden.84 Unstreitig ist indes, dass die Regierung des Mailänder Herzogtums ihren Zenit überschritten hatte. Einmal der Führung durch Francesco Sforza und hernach auch der mehr oder minder sanften Hand Bianca Marias beraubt, schlitterte das Herzogtum allmählich dem Niedergang entgegen.

Bilanz

Es dürfte symptomatisch sein, dass Bianca Marias hochgebildete, ihren Namen der sagenumwobenen Amazonenkönigin Hippolyta verdankende Tochter,85 der im späteren selbst eine Diplomatenfunktion am neapolitanischen Hof zukam,86 ←279 | 280→schon in jungen Jahren im Rahmen ihres Unterrichts eine sehr bemerkenswerte Rede für ihre magnanima mater verfasste. In dieser betonte Hippolyta, wie sehr sich ihre Mutter dem Wohl des Mailänder Herzogtums angenommen habe. Sie unterstrich, wie es Bianca Maria mit großem Geschick vermocht habe, regere consiliis, urbes fundare, legibus emendare, iudiciis augere imperium et auctum illustrare.87 Und sie stellte nicht zuletzt heraus, wie viel die Herzogin für die Förderung und den Bau der religiösen Einrichtungen getan und wie sehr sie sich vor allem für ihre propinquos et affines engagiert hatte.88 Schon ihren Kindern war dementsprechend bewusst, dass Bianca Marias Rolle weit über die einer Mutter, Stifterin und Fürsprecherin hinausging.

Die zahlreichen von ihr in Auftrag gegebenen, erhaltenen Gemälde, die sie häufig als Madonna darstellen, mögen zwar heute einen anderen Eindruck von der Herzogin erwecken, doch war diese durchaus eine entschlossene, ambitionierte und sehr an der Macht interessierte Frau. Dass sie die Verbreitung des Madonnenbildnisses so stark förderte, entsprang einem politischen Programm. Die Gattin des Söldnerführers und letzte Tochter des Filippo Maria Visconti beabsichtigte, durch das Ziehen in eine religiöse Sphäre die Rechtmäßigkeit der anfänglich noch sehr fragilen Herrschaft ihres Gemahls im Mailändischen zu legitimieren und auch ihrem ältesten Sohn die Herrschaftsfolge zu sichern. Eine Darstellung der Braut des Condottiere als wilde Amazone wäre sicherlich bei weitem nicht so effektvoll und erfolgreich gewesen, wenn es galt, Vertrauen und Sicherheit in der durch den Krieg erschütterten italienischen Staatenwelt im Vorfeld von Lodi auszustrahlen und viele für den neuen Mailänder Herzog und dessen Familie einzunehmen.

Und doch waren es, wenn man die Krankheit Francesco Sforzas einmal ausnimmt, gerade die Kriegszeiten, die der „Herrscherin ‚zum Anfassen‘ “,89 der ←280 | 281→„großen Versöhnerin“,90 die größten Handlungsspielräume boten. Hielt sie sich ansonsten stärker im Hintergrund, um die Autorität ihres Gemahls nicht offen zu untergraben, zog die Strippen im Verborgenen, nutzte die ihr zur Verfügung stehenden Mittel und operierte mittels ihres opulenten Patronagesystems, so boten die Phasen, zu denen ihr Gemahl im Feld gebunden war und in denen sie einen regen Briefwechsel mit diesem führte, ihr die Möglichkeit, direkt auf die politische Bühne zu treten und dort wichtige Entscheidungen zu fällen.

Nur die Tatsache, dass auch ihr Sohn Galazzo Maria Sforza zunächst militärisch gebunden war, machte es wahrscheinlich möglich, dass er und seine Mutter, die stark divergierende Herrschaftsvorstellungen hatten und sich wohl auch hinsichtlich ihres Naturells sehr unterschieden, zumindest eine Zeit gemeinsam regieren konnten. Der Bruch war jedoch langfristig unvermeidlich. Galeazzo Maria Sforza kehrte Ende des Jahres 1467 nach Mailand zurück, verlegte den Regierungssitz und drängte seine Mutter zunehmend aus der Herrschaft. Deren sanfter Hand beraubt, ging es mit dem Herzogtum bergab. 1476, nur 8 Jahre nach dem Tod der Mutter, sollte Galeazzo Maria von drei Adligen in der Kathedrale von Mailand ermordet werden,91 doch dies ist eine andere Geschichte.

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1 Zu Bianca Maria siehe insbesondere Franco Catalano: Bianca Maria Visconti, in: Dizionario Biografico degli Italiani 10 (1968), S. 26–29; Winifred Terni de Gregori: Bianca Maria Visconti, duchessa di Milano, Bergamo 1940 [Mailand 1999]; Lila Jahn: Bianca Maria, duchessa di Milano, Mailand 1941; Maria Nadia Covini: Donne, emozioni e potere alla corte degli Sforza. Da Bianca Maria a Cecilia Gallerani (Storia lombarda 24), Mailand 2012, Kap. 1: Bianca Maria Visconti, duchessa di Milano (1450–1468), S. 11–36; Dies.: Tra patronage e ruolo politico. Bianca Maria Visconti (1450–1468), in: Letizia Arcangeli, Susanna Peyronel (Hg.): Donne di potere nel Rinascimento, Rom 2008, S. 247–280; Daniela Pizzagalli: Tra due dinastie. Bianca Maria Visconti e il ducato di Milano, Mailand 1988; Dies.: La signora di Milano. Vita e passioni di Bianca Maria Visconti, Mailand 2000; Ursula Patrucco: Die Frauen am Hofe der Sforza. Herzöge von Mailand 1450–1535 (La Tramontana 7), Verbania 2004, S. 7–76; Stefan Samerski: Visconti, Bianca Maria (1425–1468), in: Biographisch-bibliographisches Kirchenlexikon 12 (1997), Sp. 1489–1491; Gigliola Soldi Rondinini: Bianca Maria Visconti, Herzogin von Mailand (1425–1468), in: Lexikon des Mittelalters 2 (1983), Sp. 37f.

2 Zu diesem Mailänder Herzog siehe u.a. Luigi Bignami: Francesco Sforza (1401–1466), Mailand 1938; Clemente Assum: Francesco Sforza, Turin 1945; Georges Peyronnet: Il ducato sotto Francesco Sforza (1450–1466), politica interna, vita economica e sociale, in: Archivio storico italiano 116 (1958), S. 36–52; Ders.: Francesco Sforza: de condottiere à duc de Milan, in: Gli Sforza a Milano e in Lombardia e i loro rapporti con gli Stati italiani ed europei, 1450–1535. Convegno internazionale, Milano, 18–21 V 1981, Mailand 1982, S. 7–25; Ders.: Un virtuose de la guerre et de la paix au Quattrocento, Francesco Sforza, in: Fifteenth Century Studies 19 (1992), S. 191–208; Franco Catalano: Francesco Sforza, Mailand 1984.- Zum Mailänder Kontext siehe auch allgemeiner Francesco Cognasso: Il ducato visconteo da Gian Galeazzo a Filippo Maria, in: Fondazione Treccani degli Alfieri (Hg.): Storia di Milano, 16 Bde., Mailand 1953–1966, hier Bd. 6: Il ducato visconteo e la Repubblica Ambrosiana (1392–1450), Mailand 1955, S. 1–383; Franco Catalano: La nuova signoria: Francesco Sforza e Il ducato di Milano nella politica dell’equilibrio, in: ebd., hier Bd. 7: L’età sforzesca dal 1450 al 1500, Mailand 1956, S. 3–224; Frederico Del Tredici: Lombardy under the Visconti and the Sforza, in: Andrea Gamberini, Isabella Lazzarini (Hg.): The Italian Renaissance State, Cambridge 2012, S. 156–176; Cecilia M. Ady: History of Milan under the Sforza, London 1907.

3 Archivio di Stato di Milano, Registri ducali 152 (1453–1456); 43 (1456), 128 (1457–1458), 54 (1458), 129 (1459–1460), 100 (1461–1462), 164 (1463–1464), 9 (1466–1468).

4 Marilyn Nicoud: Expérience de la maladie et échange épistolaire: les derniers moments de Bianca Maria Visconti (mai-octobre 1468), in: Mélanges de l’École française de Rome. Moyen Âge-Temps Modernes 112,1 (2000), S. 311–458.

5 Maria Nadia Covini: Tra cure domestiche, sentimenti e politica. La corrispondenza di Bianca Maria Visconti duchessa di Milano (1450–1468), in: Reti Medievali Rivista 10 (2009), S. 315–349.

6 Sehr aufschlussreich sind zum Beispiel Archivio di Stato di Milano, Sforzesco, Potenze Sovrane 1459, 1460, 1486, aber zuweilen auch der dortige Bestand Potenze Estere, etwa die Unterserie Roma.

7 Zu ihr siehe u.a. Antonio Buriel: Vita di Caterina Sforza-Riario, 3 Bde., Bologna 1795; Pier Desiderio Pasolini: Caterina Sforza, 3 Bde., Rom 1893; Julia L. Hairston: Skirting the Issue: Machiavelli’s Cateria Sforza, in: Renaissance Quarterly 53 (2000), S. 687–712; Joyce de Vries: Caterina Sforza and the Art of Appearances. Gender, Art, and Culture in Early Modern Italy, Farnham 2010; Francesca Maria Vaglienti: Gentildonne di ventura da Beatrice Cane a Caterina Sforza, in: Beatrice Del Bo, Aldo Angelo Settia (Hg.): Facino Cane. Predone, condottiero e politico (Storia 432), Mailand 2014, S. 92–104.

8 Siehe etwa Elizabeth Lev: The Tigress of Forli. Renaissance Italy’s Most Courageous and Notorious Countess, Caterina Riario Sforza De’ Medici, Boston 2011; Birgit Niemeyer: Caterina Sforza – La tigressa, in: Dirk Hoeges (Hg.): Frauen der italienischen Renaissance. Dichterin – Malerin – Komponistin – Herrscherin – Mäzenatin – Ordensgründerin – Kurtisane (Dialoghi 4), Frankfurt a.M., New York 22001, S. 125–138.

9 Ernst Breisach: Caterina Sforza. A Renaissance Virago, Chicago, London 1967.

10 Maike Vogt-Lüerssen: Bianca Maria Visconti. Die Stammmutter der Sforza (Die Sforza 1), Norderstedt 32008, S. 25f.

11 Ebd., S. 26.

12 Ebd., S. 26.

13 Zur Rolle der Frau siehe u.a. Serena Ferente: Women and the State, in: Andrea Gamberini, Isabella Lazzarini (Hg.): The Italian Renaissance State, Cambridge 2012, S. 345–367; Anne Lemonde: Queens’ and Princesses’ Political Function at the End of the Middle Ages (14th and 15th Centuries), in: Ann Katherine Isaacs (Hg.): Political Systems and Definitions of Gender Roles, Pisa 2001, S. 203–214.

14 Siehe beispielsweise Fra Angelico: Die Heilige Jungfrau mit Kind und vier Engeln, Corona, Museo Diocesano; Fra Angelico: Die Heilige Jungfrau mit Kind und anderen Heiligen, Florenz, San Marco; Fra Angelico und Fra Filippo Lippi: Die drei Heiligen Könige bei der Anbetung des Jesuskindes, Washington, National Gallery of Art; Fra Angelico: Die Vorstellung des Neugeborenen Jesus Christus im Tempel, Florenz, San Marco; Domenico Veneziano: Die Heilige Jungfrau mit Kind, Settignano, Villa I Tatti; Domenico Veneziano: Die Heilige Jungfrau mit Kind und Heiligen, Florenz, Uffizien. Zu den bildlichen Darstellungen der Bianca Maria siehe auch Vogt-Lüerssen: Bianca Maria Visconti (wie Anm. 10).

15 Zu ihrer Hochzeit siehe Elisa Mongiano: Una sposa e una città: il trattato del 1427 e il matrimonio tra Filippo Maria Visconti e Maria di Savoia, in: Alessandro Barbero (Hg.): Vercelli fra Tre- e Quattrocento. Atti del sesto Congresso storico vercellese, Vercelli, 22–24 IX 2013 (Biblioteca della Società storica vercellese 46), Vercelli 2014, S. 69–82.

16 Zu diesem siehe insbesondere die jüngsten Publikationen von Federica Cengarle: Immagine di potere e prassi di governo. La politica feudale di Filippo Maria Visconti (I libri di Viella 57), Rom 2006; Dies., Maria Nadia Covini (Hg.): Il ducato di Filippo Maria Visconti, 1412–1447. Economia, politica, cultura (Reti Medievali E-Book 24), Florenz 2015 sowie Gigliola Soldi Rondinini: Filippo Maria Visconti, in: Dizionario Biografico degli Italiani 17 (1985), S. 772–782; Francesca Maria Vaglienti: Visconti, Filippo Maria (1392–1447), in: Lexikon des Mittelalters 8 (1997), Sp. 1721f.; Stefan Samerski: Visconti, Filippo Maria (1392–1447), in: Biographisch-bibliographisches Kirchenlexikon 12 (1997), Sp. 1499–1501.

17 Gigliola Soldi Rondinini: Beatrice (Beatrice di Tenda), Herzogin von Mailand (†1418), in: Lexikon des Mittelalters 1 (1980), Sp. 1741–1742; Vaglienti: Gentildonne di ventura (wie Anm. 7), S. 92–104, siehe auch Daniel Meredith Bueno de Mesquita: Cane, Facino, in: Dizionario Biografico degli Italiani 17 (1974), S. 791–801.

18 Federica Cengarle: Maino, Agnese del, in: Dizionario Biografico degli Italiani 67 (2006), S. 604f.

19 Catalano: Bianca Maria Visconti (wie Anm. 1), S. 26. Zur Legitimierung siehe auch Andreina Bazzi: Nota per la legittimazione di Bianca Maria Visconti Sforza, duchessa di Milano, in: Arte lombarda N.S. 149 (2007), S. 69–71.

20 Ferner sollte Bianca Maria Cremona als Mitgift erhalten. Zur Rolle Cremonas siehe Giorgio Chittolini (Hg.): Storia di Cremona. Il Quattrocento. Cremona nel Ducato di Milano (1395–1535), Azzano San Paolo (Bergamo) 2008. Siehe auch Winifred Terni de Gregory: La signoria cremonese di Bianca Maria Visconti, in: Atti e memorie del III Congresso storico Lombardo, Cremona, 29–31 V 1938, Mailand 1939, S. 79–88.

21 Monica Visioli: Le nozze ducali del 1441: documenti e iconografia, in: Artes 12 (2004), S. 43–52.

22 Catalano: Bianca Maria Visconti (wie Anm. 1), S. 27. Zu Francesco Sforzas Herrschaft in den Marken siehe die Studien von Antonio Gianandrea, darunter u.a. Antonio Gianandrea: Della signoria di Francesco Sforza nella Marca, in: Archivio Storico Lombardo 8 (1881), S. 68–108.

23 Vogt-Lüerssen: Bianca Maria Visconti (wie Anm. 10), S. 55. Siehe auch Antonio Campi: Cremona fedelissima città et nobilissima colonia de’ Romani …, Cremona 1585 [Bologna 1974], Buch 3, S. II; Buch 4, S. 57.

24 Vogt-Lüerssen: Bianca Maria Viscoti (wie Anm. 10), S. 55.

25 Ebd., S. 55.

26 Maria Nadia Covini: ‘La balanza drita’. Pratiche di governo, leggi e ordinamenti nel ducato sforzesco, Mailand 2007, S. 285.

27 Friedrich III. betrachtete das Herzogtum nach dem Aussterben aller „rechtmäßigen“ männlichen Nachkommen der Dynastie als dem Reich anheimgefallen und verwehrte Francesco Sforza die Investitur. Der Sohn von Filippo Marias Stiefschwester Valentina, Herzog Karl von Orléans, und der Herzog von Savoyen, dessen Familie die Witwe Filippo Marias angehörte, erhoben ebenfalls Ansprüche auf Mailand. Auch Alfons V. von Aragon forderte das Herzogtum für sich und verwies darauf, dass er von Filippo Maria Visconti adoptiert worden sei. Die Republik Venedig liebäugelte gleichfalls mit dem mailändischen Territorium. Selbst Herzog Albrecht VI. von Österreich und Herzog Sigismund von Tirol meldeten Ansprüche an. Siehe hierzu u.a. Ludwig von Pastor: Geschichte der Päpste seit dem Ausgang des Mittelalters, 16 Bde., Freiburg i. Br. 1886–1933, hier Bd. 1: Geschichte der Päpste im Zeitalter der Renaissance bis zur Wahl Pius’ II. – Martin V., Eugen IV., Nikolaus V., Kalixtus III., Freiburg i. Br. 91916 [121955], S. 425f.; Fabio Cusin: Le aspirazioni straniere sul ducato di Milano, in: Archivio Storico Lombardo 63, N. S. 1 (1936), S. 277–396; Vogt-Lüerssen: Bianca Maria Visconti (wie Anm. 10), S. 50–57.

28 Zum Frieden von Lodi, dem auch wenig später Alfons V. von Aragon und der Papst Nikolaus V. beitraten, siehe u.a. Federico Antonini: La pace di Lodi ed i segreti maneggi che la prepararono, in: Archivio Storico Lombardo 57 (1930), S. 233–296; Pierluigi Majocchi: Francesco Sforza e la Pace di Lodi, 9 aprile 1454, in: Archivio storico lodigiano 127 (2008), S. 141–204; Ders.: Francesco Sforza e la Pace di Lodi. I risultati di nuove ricerche, in: Archivio storico lodigiano 128 (2009/2010), S. 207–228; Ders.: Francesco Sforza e la Pace di Lodi – 9 aprile 1454, in: Archivio storico lodigiano 134 (2015), S. 187–286.

29 Vogt-Lüerssen: Bianca Maria Visconti (wie Anm. 10), S. 8.

30 Ebd.

31 Covini: ‘La balanza drita’ (wie Anm. 26), S. 285; zu Bianca Marias Patronage siehe auch Dies.: Tra patronage e ruolo politico (wie Anm. 1); Dies: Tra cure domestiche, sentimenti e politica (wie Anm. 5), S. 323; Dies.: Entre dévotion et politique: patronage et mécénat religieux de Bianca Maria Visconti, duchesse de Milan (1450–1468), in: Murielle Gaude-Ferragu, Cécile Vincent-Cassy, Étienne Anheim (Hg.): ‘La dame de cœur’. Patronage et mécénat religieux des femmes de pouvoir dans l’Europe des XIVe-XVIIe siècles, Rennes 2016, S. 255–268.

32 Covini: ‘La balanza drita’ (wie Anm. 26), S. 285.

33 Covini: Tra cure domestiche, sentimenti e politica (wie Anm. 5), S. 319.

34 Siehe hierzu Evelyn S. Welch: Women in Debt. Financing Female Authority, in: Letizia Arcangeli, Susanna Peyronel (Hg.): Donne di potere nel Rinascimento, Rom 2008, S. 45–65, insbes. S. 52; Federico Piseri: Pro necessitatibus nostris. Rapporti tra Stato sforzesco, operatori economici del dominio e prestatori esterni (1450–1468), Pavia 2016, S. 23.

35 Pizzagalli: Tra due dinastie (wie Anm. 1), S. 122. Zum Rat siehe Enrico Lazzeroni: Il Consiglio Segreto o Senato sforzesco, in: Atti e memorie del terzo Congresso Storico Lombardo, Cremona, 29–31 maggio 1938, Mailand 1939, S. 95–168; Daniel Meredith Bueno de Mesquita: The Privy Council in the Government of the Dukes of Milan, in: Sergio Bertelli, Nicolai Rubinstein, Craig Hugh Smyth (Hg.): Florence and Milan. Comparisons and Relations. Acts of Two Conferences at Villa I Tatti in 1982–1984, 2 Bde., Florenz 1989, Bd. 1, S. 135–156.

36 In dieser spielten Galassio Carcassola, Giovanni und Facino da San Pietro sowie Giacomo Sironi eine besondere Rolle. Zu Bianca Marias Kanzlei siehe Viola Bassino, Giuliana Frati: La cancelleria della duchessa Bianca Maria Visconti Sforza. Sua esistenza e composizione, in: Archivio Storico Lombardo 99 (1972), S. 247–254.

37 Hier wurde, wenn es nicht etwa um die Korrespondenz mit dem Papst ging, weitgehend in Volgare kommuniziert. Siehe hierzu Maurizio Vitale: La lingua volgare della cancelleria visconteo-sforzesca nel Quattrocento, Mailand 1953. Zur cancelleria segreta siehe auch Franca Leverotti: ‘Diligentia, obedientia, fides, taciturnitas … cum modestia’. La cancelleria segreta nel ducato sforzesco, in: Dies. (Hg.): Cancelleria e amministrazione negli stati italiani del Rinascimento (Ricerche Storiche 24), Neapel 1994, S. 305–335; Dies.: La cancelleria dei Visconti e degli Sforza signori di Milano, in: Guido Castelnuovo, Olivier Mattéoni (Hg.): ‘De part et d’autre des Alpes’, Bd. 2: Chancelleries et chanceliers des princes à la fin du Moyen Âge. Actes de la table ronde de Chambéry, 5–6 X 2006 (Collection Sociétés, religions, politiques 19), Chambéry 2011, S. 39–52.

38 Siehe hierzu Covini: Tra patronage e ruolo politico (wie Anm. 1).

39 Ihre Briefe begann sie mit Ill.me princeps et excell.me domine consors mi precordialissime und schloss sie mit E(iusdem) i(ll.) v(estre) consors precordialissima Blachamaria Vicecomes, Eiusdem ill. Dominationis devotissima consors Blanchamaria Vicecomes, ducissa Mediolani oder vergleichbaren Wendungen. Zum Schriftverkehr von Bianca Maria Visconti siehe Covini: Tra cure domestiche, sentimenti e politica (wie Anm. 5), S. 315–349.

40 So kontaktierte die besorgte Herzogin, nachdem sie einige Male drei oder vier Tage ohne Nachricht geblieben war (per essere state alchuna volta tre quatro e cinque giorni che non habiamo recevuto lettera veruna da lo ill.mo segnore nostro), etwa im Juni 1452 den herzoglichen Sekretär, Cicco Simonetta (Bianca Maria Visconti an Francesco Sforza, 12. Juni 1452, Archivio di Stato di Milano, Sforzesco, Potenze Sovrane, 1486, Druck in: Covini: Tra cure domestiche, sentimenti e politica [wie Anm. 5], S. 343f.)

41 […] però che ne stavano più in pensero, maximamente non scrivendone sua segnoria di propria mano come sole fare altre volte, undatiertes Schreiben Bianca Maria Viscontis an den herzoglichen Sekretär Cicco Simonetta, Archivio di Stato di Milano, Sforzesco, Potenze Sovrane, 1460, Druck in: Covini: Tra cure domestiche, sentimenti e politica (wie Anm. 5), S. 344.

42 Bianca Maria Visconti an Francesco Sforza, 28. Januar 1452, Archivio di Stato di Milano, Sforzesco, Potenze Sovrane, 1459, zit. in: Covini: Tra cure domestiche, sentimenti e politica (wie Anm. 5), S. 320. Bemerkenswert ist in jedem Fall auch, dass sie während der Absenz des Herzogs keineswegs automatisch alle an ihren Gemahl adressierten Schreiben öffnete, sondern sie sich vielmehr entschuldigte, wenn sie einmal versehentlich einen Brief geöffnet hatte, der an den Herzog adressiert war. Siehe hierzu Bianca Maria Viscontis Schreiben an Francesco Sforza vom 28. Januar 1452, Archivio di Stato di Milano, Sforzesco, Potenze Sovrane, 1459, zit. in: Covini: Tra cure domestiche, sentimenti e politica (wie Anm. 5), S. 320.

43 Quisti giorni passati che succedete dal canto de qua la guerra del segnore Gulielmo [di Monferrato] contra noy, per più tutella guardia et conservatione de Novaria, recordandosse de la fede grande et devocione de messer Georgio nostro del Mayno, qualle ha sempre havuto et ha al stato nostro, con consentimento dela segnoria vostra el constitui commissario e mandallo là ad Novaria, Bianca Maria Visconti an Francesco Sforza, 7. Juli 1452, Archivio di Stato di Milano, Sforzesco, Potenze Sovrane, 1459, Druck in: Covini: Tra cure domestiche, sentimenti e politica (wie Anm. 5), S. 342f.

44 Il qualle per fine a qui se è deportato così bene e dritamente che tuti quilli de Novaria comunemente li vogliono bene per li soy boni deportamenti. Quanto a noy merita essere remunerato per questo, non solamente ma per tante altre fatiche, stenti et affani suportati da luy sempre con uguale e paciente animo, sperando pur una volta consequiri di soy meriti condegna mercede e retribucione, la s.v. el sa quanto li siamo attenuti e quasi obligati a ben farli et a satisfare in parte a questi soy meriti. Pare che’l tempo da se stesso li se offerì al presente, perché essendo alla fine del suo officio Iacomo Scrovigno podestà de Novaria e retrovandosse luy lì commissario, a concederli dicto officio insiema con la commissaria saria uno principio de dimostracione verso de luy, che’l volessemo remunarare de la soa fede et devocione. E revolgendo fra me medesma questa cosa, mi sono imaginata doverne scrivendo avisarne la prefata vostra signoria, la qualle prego e supplico stretissimamente che a questa volta voglia dimostrare l’affectione vostra, amore e benivolentia qualle li portati, con concederli liberamente quella podestaria […], ebd.

45 Paolo Margaroli: Diplomazia e stati rinascimenali. Le ambascerie sforzesche fino alla conclusione della Lega italica (1450–1455) (Pubblicazioni della facoltà di lettere e filosofa dell’università di Milano 146. Sezione a cura dell’Istituto di storia medioevale e moderna 11), Florenz 1992, S. 211, Anm. 448.

46 Zum regen Briefwechsel Bianca Marias mit der Markgräfin von Mantua siehe Giuliana Fantoni: Un carteggio femminile del secolo XV. Bianca Maria Visconti e Barbara di Hohenzollern-Brandeburgo, in: Libri e documenti 7 (1981), S. 6–29.

47 Bei Covini heißt es diesbezüglich: „Tuttavia sappiamo che coloro che scrivevano per lei erano collaboratori affezionati e fidati, che sapevano interpretare i suoi desideri e li traducevano in scritti che la duchessa comunque leggeva, correggeva, approvava e sottoscriveva“, Covini: Tra cure, domestiche, sentimenti e politica (wie Anm. 5), S. 338.

48 […] dimostrariti volerlo secondare ali soy voti e desiderii, et a me compiaceriti sì grandemente che non so se volendo el sapesse dire, sichè ex corde recomando questo facto alla s.v., Bianca Maria Visconti an Francesco Sforza, 7. Juli 1452, Archivio di Stato di Milano, Sforzesco, Potenze Sovrane, 1459, Druck in: Covini: Tra cure domestiche, sentimenti e politica (wie Anm. 5), S. 343.

49 […] pur l’ho vogliuto sottoscrivere de mano mia perché la signoria vostra intenda che l’ho al core, Bianca Maria Visconti an Francesco Sforza, 4. Oktober 1453, Archivio di Stato di Milano, Sforzesco, Potenze Sovrane, 1486, Druck in: Covini: Tra cure domestiche, sentimenti e politica (wie Anm. 5), S. 321.

50 Bianca Maria Visconti an Francesco Sforza, 4. August 1452, Archivio di Stato di Milano, Sforzesco, Potenze Sovrane, 1459, zit. in: Covini: Tra cure domestiche, sentimenti e politica (wie Anm. 5), S. 320.

51 Bianca Maria Visconti an Francesco Sforza, 22. August 1452, Archivio di Stato di Milano, Sforzesco, Potenze Sovrane, 1459, zit. in: Covini: Tra cure domestiche, sentimenti e politica (wie Anm. 5), S. 320.

52 Ebd.

53 Catalano: Bianca Maria Visconti (wie Anm. 1), S. 28.

54 Ebd., S. 27.

55 Siehe dazu oben Anm. 3. Zu den Registern siehe auch Leverotti: ‘Diligentia’ (wie Anm. 37), hier S. 313.

56 So heißt es etwa in einem Schreiben des Sceva da Curte an die Herzogin, das vom 26. Februar 1454 stammt: Questa tal litera io la mandy al signore, né poy may ne ho sentito parolla, Archivio di Stato di Milano, Sforzesco, Potenze Estere, Roma 41.

57 Zwar konnte Bianca Maria es – im Übrigen ebenso wenig wie ihr Gemahl – vermeiden, dass Papst Nikolaus V. Giovanni di Castiglione zum Bischof von Pavia ernannte, doch konnte sie für den lokalen Kandidaten des Kapitels, Giovanni Stefano Botigella, dessen Bruder Giovanni Matteo unter ihrem Vater das economato dei benefici vacanti innegehabt hatte, immerhin die Ernennung zum Bischof von Cremona durchsetzen. Siehe hierzu Jessika Nowak: Ein Kardinal im Zeitalter der Renaissance (Spätmittelalter, Humanismus, Reformation 59), Tübingen 2011; Riccardo Fubini: Niccolò V, Francesco Sforza e la lega italica. Un memoriale adespoto di Giovanni Castiglioni, vescovo di Coutences [!]; (Milano, 12 settembre 1451), in: Eliana M. Vecchi (Hg.): Papato, Stati Regionali e Lunigiana nell’età di Niccolò V. Atti delle giornate di studio, La Spezia, Sarzana, Pontremoli, Bagnone, 25–28 V 2000 (Memorie dell’Accademia Lunigianese di Scienze Giovanni Capellini 73), La Spezia 2004, S. 169–203, hier S. 182, Anm. 48 [erneut in: Riccardo Fubini (Hg.): Politica e pensiero nell’Italia del Rinascimento. Dallo Stato territoriale al Machiavelli (Studi di storia e documentazione storica 2), Florenz 2009, S. 77–106]; Massimo Zaggia, Pier Luigi Mulas, Matteo Ceriana: Giovanni Matteo Bottigella cortigiano, uomo lettere e committente d’arte. Un percorso nella cultura lombarda di metà Quattrocento (Quaderni di Rinascimento 36), Florenz 1997, S. 8f., 18, 30.

58 So erstattete der herzogliche Gesandte Sceva da Curte zu Beginn des Jahres 1454 nicht nur Bianca Marias Gemahl, sondern auch ihr von seinen Gesprächen mit dem kaiserlichen Bevollmächtigten Enea Silvio Piccolomini – dem Bischof von Siena und späteren Papst Pius II. – detailliert Bericht (Sceva da Curte an Bianca Maria Visconti, 26. Februar 1454, Archivio di Stato di Milano, Sforzesco, Potenze Estere, Roma 41).

59 Enea Silvio Piccolomini Papa Pio II, I commentarii, hg. von Luigi Totaro, 2 Bde. (Gli Adelphi 338), Mailand 1984, hier Bd. 1, Buch 2, Kap. 44, S. 419.- 1459 sollte Bianca Maria Visconti zu seinem großen Kongress nach Mantua reisen. Siehe hierzu Marcello Simonetta: Il duca alla dieta. Francesco Sforza e Pio II, in: Arturo Calzona, Francesco Paolo Fiore, Alberto Tenenti, Cesare Vasoli (Hg.): Il sogno di Pio II e il viaggio da Roma a Mantova. Atti del Convegno internazionale, Mantova, 13–15 IV 2000 (Centro Studi Leon Battista Alberti Ingenium 5), Florenz 2003, S. 247–285, insbes. S. 260ff. Zur verhältnismäßig engen Allianz, die Francesco Sforza und Pius II. verband, siehe auch Marcello Simonetta: Pius II and Francesco Sforza. The History of Two Allies, in: Zweder R. W. M. von Martels, Arie Johan Vanderjagt (Hg.): Pius II, ‘el piu expeditivo pontefice’. Selected studies on Aeneas Silvius Piccolomini (1405–1464) (Brill’s studies in intellectual history 117), Boston 2003, S. 147–170.

60 Catalano: Bianca Maria Visconti (wie Anm. 1), S. 28. Zum Übergang des Königreiches Neapel an König Ferrante siehe David Abulafia: The Inception of the Reign of King Ferrante I of Naples: The Events of Summer 1458 in the Light of Documentation from Milan, in: Ders. (Hg.): The French Descent into Renaissance Italy 1494–95. Antecedents and Effects, Aldershot 1995, S. 71–89; Alan Ryder: The Angevin Bid for Naples, 1380–1480, in: ebd., S. 55–69; Ders.: Ferdinando I d’Aragona, in: Dizionario Biografico degli Italiani 46 (1996), S. 174–189; Emilio Nunziante: I primi anni di Ferdinando d’Aragona e l’invasione di Giovanni d’Angiò, in: Archivio storico per le provincie napoletane 17 (1892), S. 299–357, 564–586, 731–776; 18 (1893), S. 3–40, 207–246, 441–462, 563–620; 19 (1894), S. 37–96, 300–353, 419–444, 596–658; 20 (1895), S. 206–264, 442–531; 21 (1896), S. 265–289, 494–532; 22 (1897), S. 47–64, 204–240; 23 (1898), S. 144–210; Ernesto Pontieri: Per la storia del regno di Ferrante I d’Aragona re di Napoli. Studi e ricerche (Collana storica 1), Neapel 21969.

61 Siehe hierzu Covini: Tra cure domestiche, sentimenti e politica (wie Anm. 5), S. 321.

62 Siehe u.a. Giorgio Cosmacini: La malattia del duca Francesco, hg. von Isabella Lazzarini, in: Carteggio degli oratori mantovani alla corte sforzesca (1450–1500), hier Bd. 3: 1461, Rom 2000, S. 23–26; Chiara Crisciani: La malattia a corte: Bianca Maria e Francesco Sforza, in: Dario Mantovani (Hg.): Almum Studium Papiense. Storia dell’Università di Pavia, Bd. 1: Dalle origini all’età spagnola: origini e fondazione dello Studium generale, Mailand 2012, S. 777–780.

63 Vicenzo della Scalona an Barbara von Brandenburg, 31. Dezember 1461, in: Lazzarini: Carteggio degli oratori mantovani, Bd. 3, Nr. 381, S. 434: […] Questa illustrissima madona ha significato il caso a Venexia, et attende a quelle provixione si pono et delle fortezze et de mandare comissarii per le cità et fanti ove bisogna, et al castello qui se fa bonissima provixione del necessario […]. Mi maraviglio che questa illustrissima madona gli possi durare, non ha dormito le due nocte passate et bisogna qui da ogni hora essere dal signore et da l’altro canto havere el capo alla provixione necessarie.

64 Zu einer seiner Geliebten siehe etwa Maria Nadia Covini: Il palazzo milanese di Elisabetta da Robecco, ultima amante di Francesco Sforza, in: Nuova rivista storica 88 (2004), S. 799–810.

65 Cronaca di Anonimo Veronese 1446–1488, hg. von Giovanni Soranzo (Monumenti storici 3,4), Venedig 1915, S. 231.

66 Ebd., zit. nach Catalano: Bianca Maria Visconti (wie Anm. 1), S. 28.

67 Catalano: Bianca Maria Visconti (wie Anm. 1), S. 28.

68 Ebd.

69 Zu dessen Regierung siehe Gregory Lubkin: A Renaissance Court. Milan under Galeazzo Maria Sforza, Berkeley, Los Angeles, London 1994; Francesca Maria Vaglienti: Galeazzo Maria Sforza, in: Dizionario Biografico degli Italiani 51 (1998), S. 398–409.

70 Francesco Sforza, der seinem ältesten Sohn offenbar misstraute, hatte interessanterweise verfügt, dass seine Gattin sich den Sohn, der ihr am geeignetsten erschiene, auswählen solle und mit diesem gemeinsam regieren solle, Catalano: Bianca Maria Visconti (wie Anm. 1), S. 28.

71 Vogt-Lüerssen: Bianca Maria Visconti (wie Anm. 10), S. 113.

72 Zur Verschlechterung des Verhältnisses siehe auch Paolo Margaroli: Bianca Maria e Galeazzo Maria Sforza nelle ultime lettere di Antonio da Trezzo (1467–1469), in: Archivio Storico Lombardo 111 (1985), S. 327–377; siehe auch Covini: Tra cure domestiche, sentimenti e politica (wie Anm. 5), S. 328ff.

73 Maria Nadia Covini schreibt diesbezüglich, es handele sich nicht um „un confronto solo personale, ma un contrasto tra due circoli di potere che si opponevano, Covini: ‘La balanza drita’ (wie Anm. 26), S. 285.

74 Ebd., S. 285f.; Franca Leverotti: ‘Governare a modo e stillo de’ Signori’. Osservazioni in margine all’amministrazione della giustizia al tempo di Galeazzo Maria Sforza duca di Milano (1466–1476), in: Archivio storico italiano 152 (1994), S. 3–134, hier S. 19.

75 Covini: ‘La balanza drita’ (wie Anm. 26), S. 285f.

76 Siehe hierzu etwa Bianca Maria Viscontis Schreiben an Galeazzo Maria vom 24. Oktober 1467, Archivio di Stato di Milano, Sforzesco, Potenze Sovrane, 1459.

77 Vogt-Lüerssen: Bianca Maria Visconti (wie Anm. 10), S. 114.

78 Covini: Tra cure domestiche, sentimenti e politica (wie Anm. 5), S. 330; Dies.: L’esercito del duca. Organizzazione militare e istituzioni al tempo degli Sforza (1450–1480), Rom 1998, S. 213–218.

79 […] in queste altre cose de qua così del stato como de la iustitia faremo como habiamo fin qui facto al presente, e per l’avenire usaremo tale diligentia che ogni cosa andarà per l’ordine suo et a ciaschuno serà facto suo debito. Et accadendone de fare gratia veruna, o ve ne avisaremo se ’l tempo il comportarà, o vero la faremo, non comportandolo il tempo, con consultatione de quisti nostri del consiglio qualli restarano qui; e poi siamo cosí apresso che speramo intenderiti le cose prima che se faciano e dal canto nostro non mancharà in cosa alchuna, perché ogni cosa vada ordinatamente e secondo la voluntà vostra, Bianca Maria Visconti an Galeazzo Maria, 6. Januar 1468, Archivio di Stato di Milano, Sforzesco, Potenze Estere, 1460, zit. in: Covini: Tra cure domestiche, sentimenti e politica (wie Anm. 5), S. 330, Anm. 55.

80 Covini: Tra cure domestiche, sentimenti e politica (wie Anm. 5), S. 330.

81 Ebd., S. 331.

82 Francesco Somaini: Un prelato lombardo del XV secolo. Il card. Giovanni Arcimboldi vescovo di Novara, arcivescovo di Milano, Rom 2003, S. 307–309; Isabella Lazzarini: Communication and Conflict. Italian Diplomacy in Early Renaissance, 1350–1520 (Oxford Studies in Medieval European History), Oxford 2015.

83 Zur Erkrankung Bianca Marias siehe Nicoud: Expérience de la maladie (wie Anm. 4), S. 311–458; Domenico Pianebianco: Documenti sull’ultima malattia di Bianca Maria Sforza e sulla peste del 1468, in: Archivio Storico Lombardo 9,8 (1969), S. 367–380.

84 Vogt-Lüerssen: Bianca Maria Visconti (wie Anm. 10), S. 114.

85 Zu Ippolita, die das diplomatische Geschick der Mutter ererbt hatte, siehe u.a. Evelyn S. Welch: Between Milan and Naples. Ippolita Maria Sforza, Duchess of Calabria, in: David Abulafia (Hg.): The French Descent to Renaissance Italy 1494–95. Antecedents and Effects, Aldershot 1995, S. 123–136; Veronica Mele: Tutte le donne del re. Ippolita Sforza e le altre donne di potere alle corti aragonesi di Napoli, in: Alberto Luongo, Marco Paperini (Hg.): Medioevo in formazione. Tra ricerca e divulgazione (Confronti 4), Livorno 2014, S. 36–45; Teresa Mangione: Una milanese alla corte di Napoli. Ippolita Sforza principessa d’Aragona, in: Patrizia Mainoni (Hg.): ‘Con animo virile’. Donne e potere nel Mezzogiorno medievale (secoli XI–XV) (I libri di Viella 104), Rom 2010, S. 361–453. Zu ihrer Korrespondenz siehe zudem Judith Bryce: Between Friends? Two Letters of Ippolita Sforza to Lorenzo de’ Medici, in: Renaissance Studies 21 (2007), S. 340–365. Siehe zudem Veronica Mele: La corte di Ippolita Sforza, Duchessa di Calabria, nelle corrispondenze diplomatiche tra Napoli e Milano, in: Mélanges de la Casa de Velázquez 45,2 (2015), S. 125–141.

86 So heißt es bei Moncia Azzolini und Isabella Lazzarini: „she was one of the best-educated women of her age, able to read Latin and a little Greek, and a gracious singer and dancer. Such an education, together with her confidence, poise, and humour, enabled her to act as a mediator, and almost as a resident diplomat of a special kind at the Neapolitan court“, Monica Azzolini, Isabella Lazzarini (Hg.): Italian Renaissance Diplomacy. A Sourcebook (Durham medieval and Renaissance Texts and Translations 6), Toronto 2017, S. 134.

87 Anna Maria Cesari: Un’orazione inedita di Ippolita Sforza e alcune lettere di Galeazzo Maria Sforza, in: Archivio Storico Lombardo 91/92 (1964/1965), S. 50–64, hier S. 53. Siehe auch Margaret L. King, Albert Rabil jr.: Ippolita Sforza in Honor of Her Mother, Bianca Maria, the Duchess of Milan, in: Margaret L. King, Albert Rabil jr. (Hg.): Her Immaculate Hand. Selected Works by and About the Women Humanists of Quattrocento Italy (Medieval and Renaissance texts and studies 20), Binghamton, NY 1983, S. 44–46.

88 Ebd.

89 Vogt-Lüerssen: Bianca Maria Visconti (wie Anm. 10), S. 75.

90 Ebd., S. 76.

91 Siehe dazu Tobias Daniels: Umanesimo, congiure e propaganda politica. Cola Montano e l’Oratio ad Lucenses; con edizione e traduzione dell’Oratio e delle Confessioni di Cola Montano e Piero Baldinotti (Roma nel Rinascimento. Inedita 63), Rom 2015.