Show Less
Restricted access

Das Glücksspiel im Ertragsteuerrecht

Series:

Felix Meisheit

Die Schnittstelle von Glücksspiel- und Steuerrecht zieht wie ein schwarzes Loch die verschiedensten Bestimmungen auf EU-, Bundes- und Landesebene an und vereint diese zu einer unübersichtlichen, fast undurchdringbaren rechtsdogmatischen Masse. Die vorliegende Arbeit ist als Leitfaden hinaus aus dem wenig Verständlichen hinein in eine überschaubare Darstellung des Glücksspiels im Ertragsteuerrecht zu verstehen. Ausgangspunkt ist die jüngste bahnbrechende Entscheidung des Bundesfinanzhofs in Bezug auf die steuerrechtliche Einordnung von Glücksspielgewinnen. Unterliegen Gewinne aus Glücksspiel einer Ertragsteuer? Wie verhält es sich bei Spielen zwischen Glück und Geschick? Was gilt für Online-Glücksspiel?

Show Summary Details
Restricted access

Fünftes Kapitel: Zusammenfassung und Ausblick

Extract



A. Zusammenfassung der wesentlichen Ergebnisse

Glücksspiele erfahren auf Teilnehmerseite ihre einkommensteuerrechtliche Bedeutung im Bereich der gewerblichen und sonstigen Einkünfte, §§ 15 und 22 Nr. 3 EStG. Ausgehend hiervon wurden reine Glücksspiele, Poker, Fernsehshows, digitales Glücksspiel sowie die jeweiligen Auswirkungen untersucht.

Bei reinen Glücksspielen kommt eine Besteuerung von Einkünften nach dem EStG mangels Leistungsaustauschs grundsätzlich nicht in Betracht. Gleichwohl können Gewinne einkommensteuerbar sein, wenn sie als Betriebseinnahmen im Rahmen der Einkünfte aus Gewerbebetrieb im Sinne der §§ 2 Abs. 1 S. 1 Nr. 2, 15 ff. EStG zu erfassen sind. Voraussetzung dafür ist, dass ein wirtschaftlicher Zusammenhang zwischen den Einnahmen des Teilnehmers an den reinen Glücksspielen und dessen Gewerbebetrieb besteht.

Bei der Einordnung von Pokergewinnen im Einkommensteuerrecht sind Einkünfte aus Gewerbebetrieb die vorrangig zu erwähnende Einkunftsart. Unter Umständen können auch sonstige Einkünfte nach § 22 Nr. 3 EStG vorliegen. Im Hinblick auf das Vorliegen eines Gewerbebetriebs nach § 15 Abs. 2 S. 1 EStG stellt sich die Frage, ob der Steuerpflichtige sich am allgemeinen wirtschaftlichen Verkehr beteiligt hat. Hierfür ist ein Leistungsaustausch erforderlich, wobei Leistung und Gegenleistung hinreichend miteinander verknüpft sein müssen. Während sich im Turnierpoker der Leitungsaustausch aus dem Inaussichtstellen eines Preisgeldes des Veranstalters und der Darbietung der spielerischen Fähigkeiten des Teilnehmers zusammensetzt, kommt bei Cash-Games ein Leistungsaustausch der Teilnehmer untereinander in Betracht. Ein Leistungsaustausch liegt nicht vor, wenn Leistung und Gegenleistung aufgrund von einem...

You are not authenticated to view the full text of this chapter or article.

This site requires a subscription or purchase to access the full text of books or journals.

Do you have any questions? Contact us.

Or login to access all content.