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Tysk(a) – saksa – vācu – vokiečių – þýska 2020. Teil 2: Germanistische Literatur- und Kulturwissenschaft

Ausgewählte Beiträge zum «XI. Nordisch-Baltischen Germanistentreffen» in Kopenhagen vom 26.–29. Juni 2018

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Edited By Mirjam Gebauer and Maris Saagpakk

Das Nordisch-Baltische Germanistentreffen ( NBGT) ist die wichtigste Tagung zum fachlichen Austausch der in der Germanistik bzw. im Hochschulfach Deutsch Tätigen in Dänemark, Estland, Finnland, Island, Lettland, Litauen, Norwegen und Schweden. Die Publikation versammelt ausgewählte Beiträge des XI. NBGT 2018 in Kopenhagen aus den Bereichen germanistische Literatur- und Kulturwissenschaft sowie literaturwissenschaftliche Didaktik. Die Beiträge behandeln, teils in ihren regionalen Bezügen, aktuelle theoretische, methodische, komparatistische sowie angewandt-didaktische Fragestellungen. Dies geschieht stets in direktem Bezug zu international geführten Fachdiskussionen, weshalb der Band auch über die nordischen und baltischen Länder hinaus Bedeutung hat.
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„Unverhofft und unvermutet“. Zu einer Anspielung W. G. Sebalds auf Johann Peter Hebel (Espen Ingebrigtsen (Universität Bergen))

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Espen Ingebrigtsen (Universität Bergen)

„Unverhofft und unvermutet“. Zu einer Anspielung W. G. Sebalds auf Johann Peter Hebel

Zusammenfassung: Der Artikel analysiert einen Bezug in W. G. Sebalds Erzählung Dr. Henry Selwyn (1992) zu Johann Peter Hebels Kalendergeschichte Unverhofftes Wiedersehen (1811). Sebald greift Hebels Motiv des toten Bergmanns auf und deutet es unter Betonung der Verlusterfahrungen des Protagonisten Dr. Henry Selwyn um. Die Anspielung zeigt, wie Sebald sich produktiv mit kanonisierten literarischen Texten auseinandersetzt und Zitate in eine Reflexion über die als katastrophal begriffene Entwicklung des 20. Jahrhunderts einbettet. Die Anspielung zeigt aber auch, wie Sebald die Literatur als ein privilegiertes Medium der Geschichtsreflexion einsetzt. Die Literatur stellt ein Reservoir an Motiven und Themen zur Verfügung, das bei der Geschichtsreflexion ein sinnstiftendes Potential hat. Im Hinblick auf Walter Benjamins Ausführungen zur Geschichtsphilosophie und zur Literatur kann Sebalds Hebel-Anspielung als eine Art symbolische Rettung im Symbolsystem der Literatur interpretiert werden. In Sebalds intertextuellen Bezügen verbinden sich somit Geschichtsreflexion, literarische Reflexion und symbolische Restitution.

Schlüsselbegriffe: W. G. Sebald, Johann Peter Hebel, Walter Benjamin, Intertextualität, kulturelles Gedächtnis

Abstract: The article analyzes a reference to Johann Peter Hebel’s Kalendergeschichte Unverhofftes Wiedersehen (1811) found in W. G. Sebald’s story Dr. Henry Selwyn (1992). Sebald interprets Hebel’s motif of the dead miner with emphasis on existential crisis of the protagonist Dr. Henry Selwyn. The allusion shows how Sebald productively deals with canonized literary texts, embedding quotations in his reflections on the...

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