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Von Musen und Musik: Zu Oper, Libretto und Singspiel

Hans-Albrecht Koch

Das Buch behandelt literarische Texte, die zur Vertonung für musikalischen Vortrag bestimmt waren. Der erste Hauptteil handelt vom deutschen Singspiel des 18. Jahrhunderts, vor allem in seiner österreichisch-süddeutschen, speziell Wiener, Ausprägung. Das Singspiel wählte höfische und bürgerliche Sujets, aber auch Märchenstoffe, und war für ausgebildete Sänger gedacht. Seinen Höhepunkt fand es in der gemeinsamen Arbeit von Emanuel Schikaneder und Wolfgang Amadeus Mozart an der «Zauberflöte» und in Goethes «Zweiter Zauberflöte». Der zweite Hauptteil behandelt die Operndichtungen, die der Wiener Hugo von Hofmannsthal für den Komponisten Richard Strauss schrieb, besonders die symbolträchtige, vielfach an die «Zauberflöte» anknüpfende Oper «Die Frau ohne Schatten» und «Arabella», das letzte gemeinsame Werk beider Künstler.

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Euripides: Tragoediae, Venezia 1503

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Die Bibliotheca Bodmeriana besitzt von den Werken des Euripides (um 480–406), des jüngsten der drei großen attischen Tragiker des 5. Jahrhunderts v.Chr., eine Postinkunabel.1 Der Frühdruck ist in der Offizin des berühmten venezianischen Frühdruckers Aldus Manutius hergestellt, gehört also zu den besonders geschätzten Aldinen.

Zu den frühen Zeugnissen medialer Literaturkritik gehören die Angriffe, die der attische Komödiendichter Aristophanes auf dem Theater gegen seinen älteren Zeitgenossen Euripides richtete. Einig waren sich beide zwar im Abscheu gegen die selbstzerstörerische Wendung, welche die Politik ihrer Vaterstadt Athen im Peloponnesischen Krieg mit Sparta nahm. Doch als Künstler wurden sie zu Gegnern, weil der konservative Aristophanes im öffentlichen Literaturstreit die Bühnenwerke des Euripides nicht so sehr als Diagnosen des Zeitgeistes, sondern als Destruktion alter Werte kritisierte, zu deren Bewahrung, wie er meinte, die beiden älteren Tragiker Aischylos und Sophokles ihre Werke geschaffen hätten. In der Komödie „Die Frösche“ findet ein regelrechter Wettstreit zwischen Aischylos und Euripides statt. Die von Dionysos zugunsten des Älteren getroffene Entscheidung bereitet der Chor in verschiedenen Gegenüberstellungen vor: Er rühmt die erhabene Sprache des Aischylos als „klobengenietete Worte, wie Bretter heruntergerissen“ und charakterisiert den Stil des Euripides: „Allzeit fertig wird dann und silbenstechend die glatte / Zunge Geschwätz aufwirbeln und tückisch im Kreise sich drehen, Worte zerspalten wie Haar.“ Könige habe Euripides im Lumpenkostüm auftreten lassen, Huren wie Phaidra auf die Bühne gebracht,

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